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// Praxis & Anwendung 6 Min. Lesezeit

Jo Malone unterstützt Entwicklung eines KI-Systems zur Geruchsanalyse

Mindverse News

KI-gestützt erstellt 2 Quellen Arbeitsweise

KI-generierte Illustration: Jo Malone unterstützt Entwicklung eines KI-Systems zur Geruchsanalyse
KI-generierte Illustration

Das Wichtigste in Kürze

  • Medical Detection Dogs in Milton Keynes erhält eine Förderung von 100.000 Pfund für die Entwicklung der Geruchsforschungsplattform SniffSpace. [1][2]
  • Die Plattform soll Hunde beim systematischen Analysieren von Proben unterstützen und detailliertere Daten über ihre Reaktionen liefern. [1][2]
  • Ein Prototyp einer elektronischen Nase untersucht laut BBC bereits 500 Urinproben; klinische Leistungsdaten werden in den vorliegenden Berichten nicht genannt. [1]
  • Die Organisation sieht die Technik als möglichen Weg, Geruchsmuster mithilfe von Rezeptoren und KI auszuwerten – ein einsatzfähiges Diagnoseprodukt ist damit noch nicht belegt. [1][2]
  • Die Angaben zur Finanzierung nennen sowohl Jo Malone allein als auch Malone und ihren Ehemann; die genaue Aufteilung bleibt offen. [1][2]
// Inhalt · 6 Abschnitte
  1. Förderung für ein Forschungsprojekt in Milton Keynes
  2. SniffSpace soll Datenerhebung und Probenabläufe verändern
  3. Elektronische Nase kombiniert Rezeptoren und KI
  4. 500 Urinproben als laufender Test
  5. Von Prostatakrebs zur möglichen Ausweitung
  6. Was die Förderung für die weitere Entwicklung bedeutet
  7. Quellen

Förderung für ein Forschungsprojekt in Milton Keynes

Die britische Wohltätigkeitsorganisation Medical Detection Dogs (MDD) will mit einer Förderung von 100.000 Pfund die Entwicklung einer elektronischen Nase zur Erkennung von Krankheiten voranbringen. Das Geld stammt nach einem Bericht der BBC von der Unternehmerin Jo Malone. Die Organisation trainiert Hunde darauf, krankheitsbezogene Gerüche in Proben zu erkennen, und arbeitet seit mehr als zehn Jahren mit dem Quantenphysiker Andreas Mershin an einer technischen Übertragung dieser Fähigkeit. [1]

Im Zentrum der neuen Förderung steht SniffSpace, eine olfaktorische Forschungsplattform. Sie soll nach Angaben von MDD die Arbeit der Hunde unterstützen und zusätzliche Daten darüber ermöglichen, wie die Tiere auf Proben reagieren. Die Organisation verbindet damit das Ziel, Geruchssignaturen besser zu verstehen und die Entwicklung einer elektronischen Nase zu beschleunigen. Das ist eine Entwicklungsabsicht, kein Nachweis dafür, dass ein entsprechendes Gerät bereits als medizinisches Diagnoseprodukt verfügbar ist. [1][2]

  • Die BBC schreibt die Spende von 100.000 Pfund Jo Malone zu. [1]
  • MDD nennt in seiner Mitteilung Malone und ihren Ehemann Gary Willcox als Geldgeber, bezeichnet die neue Ausrüstung später aber zugleich als vollständig von Malone finanziert. Eine genaue Aufteilung weist die Mitteilung nicht aus. [2]

SniffSpace soll Datenerhebung und Probenabläufe verändern

Bislang schnüffeln die Hunde laut BBC Proben, die auf bis zu acht Ständern angeordnet sind. Nach jeder Reihe müssen Trainer die Ergebnisse manuell erfassen und die Proben umstellen. SniffSpace soll die Proben automatisch rotieren lassen. Die Organisation erwartet dadurch, dass mehr Proben in kürzerer Zeit untersucht und robustere Daten gesammelt werden können. [1]

MDD beschreibt die Plattform außerdem als Möglichkeit, die subtilen Verhaltensweisen der Hunde genauer zu messen, mit denen sie ihre Entscheidungen anzeigen. Die technische und wissenschaftliche Bedeutung dieses Schritts liegt zunächst in der systematischeren Datenerfassung: Wenn Reaktionen der Tiere zuverlässiger dokumentiert werden, können Forschende sie mit den jeweiligen Proben verknüpfen. Dass diese Daten später für ein technisches Erkennungssystem ausreichen, ist jedoch noch eine offene Entwicklungsfrage. [1][2]

Die Organisation betont, SniffSpace solle die natürlichen Fähigkeiten der Hunde unterstützen, ohne zusätzliche Anforderungen an sie zu stellen. Auch das Verhältnis zwischen Hund und Trainer sowie positive Beschäftigung sollten erhalten bleiben. Diese Angaben beschreiben das Konzept aus Sicht von MDD; die Berichte enthalten noch keine Ergebnisse aus einem längeren Betrieb der Plattform. [2]

Elektronische Nase kombiniert Rezeptoren und KI

Der technische Ansatz orientiert sich an der Fähigkeit von Hunden, Gerüche in sehr geringer Konzentration wahrzunehmen. Die BBC beschreibt das System von Mershins Unternehmen RealNose.ai als eine elektronische Nase, die Proteinrezeptoren für Geruchsstoffe nutzt. Diese Rezeptoren sollen Duftmoleküle aus einer Urinprobe aufnehmen; eine KI wertet anschließend Muster in der Aktivierung der Rezeptoren aus. MDD unterstützt nach BBC-Angaben das Training dieses KI-Elements. [1]

Das Verfahren übersetzt damit nicht einfach einen einzelnen Geruch in ein eindeutiges Signal. Stattdessen sollen mehrere Rezeptorreaktionen ein Muster bilden, das einem Krankheitsgeruch zugeordnet werden kann. Diese Beschreibung erklärt den Forschungsansatz, belegt aber für sich genommen weder die Genauigkeit der Erkennung noch die Übertragbarkeit auf andere Patientengruppen oder Einsatzbedingungen. Die vorliegenden Berichte veröffentlichen hierzu keine Kennzahlen. [1]

MDD formuliert als langfristige Perspektive, das Wissen der Hunde in Technik zu übertragen, die Krankheiten früher und in größerem Umfang erkennen könnte. Die elektronische Nase und SniffSpace haben dabei unterschiedliche Rollen in dem beschriebenen Vorhaben: Die Plattform soll die Arbeit der Hunde und die Datenerhebung unterstützen, während die Rezeptoren und die KI Teil des technischen Erkennungsansatzes sind. [1][2]

500 Urinproben als laufender Test

Nach dem BBC-Bericht untersucht der Prototyp der elektronischen Nase derzeit 500 Urinproben, die Patienten des Milton Keynes Hospital zur Verfügung gestellt haben. MDD-trainierte Hunde hatten zuvor korrekt erkannt, welche der Proben krebsartig waren. Die Forschenden wollen die Ergebnisse des technischen Systems mit den Hundeergebnissen vergleichen. [1]

Dieser Vergleich kann zeigen, ob das technische System ähnliche Geruchsmuster erfasst wie die Hunde. Aus den verfügbaren Angaben geht allerdings nicht hervor, wie die Proben ausgewählt wurden, welche Arten von Krebs enthalten sind, welche Vergleichsgruppen einbezogen werden oder wie die Resultate ausgewertet werden. Ebenso fehlen Angaben zu Sensitivität, Spezifität oder einer unabhängigen klinischen Prüfung. Deshalb lässt sich aus der Zahl von 500 Proben allein keine Aussage über die diagnostische Leistung ableiten. [1]

Auch die Zeitplanung ist noch vorläufig. Die BBC schreibt, SniffSpace solle in den kommenden Monaten installiert werden; MDD kündigt die Installation in seiner eigenen Mitteilung für das neue Jahr an. Beide Darstellungen beschreiben die Plattform somit als bevorstehend, nicht als bereits im Routinebetrieb. Die BBC berichtet zugleich, dass der E-Nose-Prototyp schon Proben untersucht. Die Berichte unterscheiden damit zwischen dem laufenden Test des Prototyps und der geplanten Installation von SniffSpace. [1][2]

Von Prostatakrebs zur möglichen Ausweitung

Die im BBC-Bericht beschriebene Untersuchung richtet sich auf Prostatakrebs und Urinproben. MDD verfolgt darüber hinaus nach eigenen Angaben die Frage, ob die technische Methode künftig auch für andere Krankheiten nutzbar sein könnte. Die BBC nennt die Erkennung weiterer Erkrankungen als Möglichkeit, die sich aus den mit SniffSpace erhobenen Hundedaten ergeben könnte. Das ist eine Perspektive des Projekts, keine bestätigte Funktion des gegenwärtigen Prototyps. [1][2]

Mershin sagte der BBC zufolge, RealNose.ai und MDD arbeiteten darauf hin, eine formelle Partnerschaft aufzubauen. Sie solle sich auf In-vitro-Diagnostikgeräte konzentrieren, die der britische Gesundheitsdienst NHS als mögliche Lösungen für Screening und Früherkennung von Prostatakrebs prüfen könnte. Die Formulierung beschreibt eine angestrebte Zusammenarbeit und mögliche spätere Prüfung; die Quelle belegt weder einen abgeschlossenen Partnerschaftsvertrag noch eine Zulassung oder Beschaffung durch den NHS. [1]

Die BBC ordnet elektronische Nasen als Technik ein, die auch in der Qualitätskontrolle von Lebensmitteln und Getränken, bei Umweltmessungen sowie in Sicherheitsanwendungen eingesetzt wird. Diese Beispiele zeigen, dass Geruchssensorik in mehreren technischen Bereichen vorkommt. Sie belegen jedoch nicht, dass sich ein System für industrielle Messungen ohne Weiteres auf medizinische Diagnostik übertragen lässt. [1]

Was die Förderung für die weitere Entwicklung bedeutet

Für Unternehmen und Forschungseinrichtungen ist an dem Vorhaben vor allem die Verbindung verschiedener Entwicklungsschritte relevant: biologische Proben, tierische Geruchserkennung, systematische Datenerhebung und maschinelle Musteranalyse. Im vorliegenden Projekt soll SniffSpace die Probenarbeit und die Dokumentation verbessern; der E-Nose-Prototyp soll Ergebnisse mit denen der Hunde vergleichen. Diese Kombination kann eine Grundlage für weitere Forschung schaffen, ist aber noch kein Beleg für eine automatisierte Diagnostik im klinischen Alltag. [1][2]

Die zentrale Hürde, die MDD selbst hervorhebt, besteht darin, genau zu verstehen, welche Geruchssignaturen die Hunde wahrnehmen, wenn sie auf Krebsproben reagieren. Die Organisation sieht in der Technik eine Möglichkeit, diese Signaturen zu untersuchen. Für eine spätere Nutzung im Gesundheitswesen wären darüber hinaus belastbare Leistungsdaten und eine Prüfung in geeigneten medizinischen Zusammenhängen nötig; die bereitgestellten Quellen berichten nicht, dass solche Schritte bereits abgeschlossen wären. [1][2]

Die Förderung ist deshalb als Finanzierung eines Forschungs- und Entwicklungsabschnitts einzuordnen. Sie ermöglicht nach Angaben der Beteiligten zusätzliche Ausrüstung und eine systematischere Datenerhebung. Ob daraus ein verlässliches, skalierbares und für den NHS geeignetes Diagnosegerät entsteht, bleibt offen. Die verfügbaren Berichte nennen weder einen Zeitplan für eine klinische Einführung noch konkrete Leistungswerte oder eine Zulassung. [1][2]

Quellen

  1. [1] Jo Malone donates £100K for Milton Keynes cancer-detecting 'nose' — https://www.bbc.com/news/articles/cmy56qy0ddexo (abgerufen am 2026-10-28)
  2. [2] E-nose gets boost with investment from Jo Malone CBE | Medical Detection Dogs — https://www.medicaldetectiondogs.org.uk/e-nose-gets-boost-with-investment-from-jo-malone-cbe (abgerufen am 2026-10-28)

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