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Space Jellyfish bei SpaceX CRS-35: Physikalische Ursachen und Logistik der ISS-Mission

KI-generierte Illustration: Space Jellyfish bei SpaceX CRS-35: Physikalische Ursachen und Logistik der ISS-Mission

Das Wichtigste in Kürze

  • Am 13. Oktober 2026 startete um 06:33 Uhr Ortszeit die Versorgungsmission SpaceX CRS-35 von der Cape Canaveral Space Force Station in Florida zur Internationalen Raumstation ISS [1, 2].
  • Kurz nach dem Abheben der Falcon-9-Rakete bildete sich am Himmel über dem Südosten der USA ein bläulich leuchtender Space Jellyfish, der in den sozialen Medien vielfach dokumentiert wurde [1, 2].
  • Physikalisch entsteht die quallenartige Form durch den enormen Druckunterschied zwischen den ausströmenden Raketenabgasen und dem geringen Luftdruck in höheren Atmosphärenschichten [1, 2].
  • Sichtbar wird das Phänomen ausschließlich in den frühen Morgen- oder späten Abendstunden, wenn Beobachter am Boden im Dunkeln stehen, während die Sonne unter dem Horizont die Abgaswolke in großer Höhe anstrahlt [1, 2].
  • Vergleichbare Leuchterscheinungen wurden auch über Norddeutschland beobachtet, wo sie laut Experten des Zeiss Planetariums Demmin durch rotierende, zu Eiskristallen gefrierende Treibstoffreste der zweiten Raketenstufe entstehen [3].
  • Hinter dem Start von CRS-35 steht eine komplexe Raumfahrtlogistik mit über 2.860 Kilogramm Fracht, deren Zeitplan aufgrund von Schäden und anschließenden Reparaturen an einer russischen Startrampe zweimal angepasst werden musste [1, 2].

Atmosphärisches Leuchtphänomen beim Start der Mission SpaceX CRS-35

Wenn Sie die jüngsten Bild- und Videoaufnahmen in den sozialen Netzwerken verfolgen, stoßen Sie auf zahlreiche Dokumentationen einer ungewöhnlichen Lichterscheinung über dem Südosten der Vereinigten Staaten [1, 2]. Auslöser dieses Ereignisses war der Start der Nachschubmission SpaceX CRS-35 am Dienstag, dem 13. Oktober 2026 [1, 2]. Um genau 06:33 Uhr Ortszeit hob die Trägerrakete vom Space Launch Complex 40 der Cape Canaveral Space Force Station im US-Bundesstaat Florida ab [1, 2]. Während das primäre operative Ziel des Fluges im Transport wissenschaftlicher Experimente und Versorgungsgüter zur Internationalen Raumstation ISS liegt, rückte unmittelbar nach dem Aufstieg ein atmosphärisches Begleitphänomen in den Fokus der Öffentlichkeit [1, 2].

Einige Zeit nach dem Abheben zeigte sich am noch dunklen Himmel ein ausgedehnter bläulicher Schimmer, dessen Konturen deutlich an eine Qualle erinnerten [1]. In der Fachwelt sowie bei der US-Raumfahrtbehörde NASA wird diese leuchtende Formation offiziell als Space Jellyfish, zu Deutsch Weltraumqualle, bezeichnet [1, 2]. Ergänzend kursieren in der Berichterstattung und im allgemeinen Sprachgebrauch die Begriffe Rocket Jellyfish sowie Jellyfish Ufo [1]. Die Namensgebung der NASA leitet sich unmittelbar aus der visuellen Dynamik der Erscheinung ab, da sich der Hauptkörper der Leuchtformation am Himmel ähnlich fortbewegt wie eine Qualle im Meer [2].

  • Mission: SpaceX CRS-35 (Commercial Resupply Services) zur Versorgung der Raumstation ISS [1, 2]
  • Startzeitpunkt: Dienstag, 13. Oktober 2026, um 06:33 Uhr Ortszeit, rund eine Stunde vor Sonnenaufgang [1, 2]
  • Startort: Space Launch Complex 40, Cape Canaveral Space Force Station, Florida [1, 2]
  • Beobachtungsgebiet der aktuellen Formation: Florida und der gesamte Südosten der USA [2]

Physikalische Wirkmechanismen: Druckausgleich und optische Geometrie

Für eine präzise technische Einordnung des Phänomens müssen Sie das Zusammenspiel aus Aerodynamik, Thermodynamik und astronomischem Timing betrachten [2]. Wie ein Professor der University of Texas at San Antonio auf der Plattform X erläuterte, basiert die Entstehung eines Space Jellyfish auf einer spezifischen Kombination aus physikalischen Kräften und einem exakten Zeitfenster [2]. Das grundlegende Schlüsselelement bilden dabei die ausgestoßenen Abgase der Raketentriebwerke, die sich nach dem Aufstieg in den höheren Schichten der Erdatmosphäre sammeln und dort über einen längeren Zeitraum verharren [1, 2].

Die charakteristische, stark bauchige Form des Leuchtkörpers resultiert direkt aus den extremen Druckunterschieden zwischen dem Inneren des Antriebssystems und der umgebenden Hochatmosphäre [2]. Die Abgase, die aus der Turbine beziehungsweise dem Treibstoffsystem der Rakete strömen, stehen beim Austritt unter einem enormen Druck [2]. Dieser Innendruck übersteigt den umgebenden Luftdruck in den höheren Atmosphärenschichten um ein Vielfaches [1, 2]. Um ein physikalisches Gleichgewicht mit dem niedrigen Umgebungsdruck der Hochatmosphäre herzustellen, expandieren die ausströmenden Gase unmittelbar nach dem Verlassen der Triebwerke und dehnen sich blitzschnell in alle Richtungen aus [2].

Die Rolle des Sonnenstands für die Sichtbarkeit

Neben der raschen Gasexpansion entscheidet das zeitliche Fenster über die visuelle Wahrnehmbarkeit vom Erdboden aus [1, 2]. Ein Space Jellyfish wird für Sie als Beobachter nur dann sichtbar, wenn der Raketenstart exakt in den frühen Morgenstunden oder den späten Abendstunden durchgeführt wird [1]. Bei der Mission CRS-35 erfolgte der Start um 06:33 Uhr Ortszeit und damit genau eine Stunde vor dem lokalen Sonnenaufgang, was optimale Rahmenbedingungen für das Leuchtphänomen schuf [2].

In dieser Dämmerungsphase befindet sich die Erdoberfläche am Beobachtungsort noch in Dunkelheit, da die Sonne unterhalb des Horizonts steht und noch nicht direkt auf diesen Teil der Erde scheint [1, 2]. In den höheren Luftschichten, in denen sich die expandierten Raketenabgase sammeln, trifft das Sonnenlicht jedoch bereits aus der Ferne ungehindert auf die Abgaswolke und leuchtet diese intensiv an [1, 2]. Durch den starken Kontrast zwischen dem dunklen Standort der Beobachter auf der Erde und der in großer Höhe angestrahlten Abgasformation entsteht das weithin sichtbare, scheinbar selbstleuchtende Himmelsbild [1, 2].

Mehrstufige Trägersysteme und Beobachtungen über Norddeutschland

Dass optische Effekte durch Raketenstarts von SpaceX nicht auf das unmittelbare Umfeld der Startrampen in Florida beschränkt bleiben, belegen dokumentierte Sichtungen über dem europäischen Festland [3]. Bereits im Januar 2026 berichtete der Norddeutsche Rundfunk über ein ungewöhnliches Leuchten am Sonntagabend über Mecklenburg-Vorpommern, insbesondere im Raum Vorpommern, dessen Kontur ebenfalls an eine Qualle erinnerte [3]. Auch ein weiteres Phänomen in Form einer blauen Spirale am Abendhimmel über Norddeutschland wurde in diesem Zusammenhang auf einen Raketenstart zurückgeführt [3].

Den technischen Hintergrund dieser weit vom Startort entfernten Erscheinungen erläuterte Michael Danielides vom Zeiss Planetarium mit Sternwarte in Demmin im Landkreis Mecklenburgische Seenplatte [3]. Maßgeblich ist hierbei die mehrstufige Architektur moderner Trägersysteme wie der amerikanischen SpaceX Falcon 9 [3]. Eine solche Rakete nutzt eine erste Stufe für das Abheben und den initialen Aufstieg sowie eine zweite Raketenstufe, um die Nutzlast in größere Höhen und in die Umlaufbahn zu befördern [3]. Während die erste Raketenstufe nach Einschätzung von Danielides in der Regel nahe der US-Küste im Atlantik niedergeht, wird die zweite Stufe erst in deutlich größerer Höhe abgeworfen und setzt ihren Flug um den Erdball fort [3].

Durch diese orbitale Flugbahn der zweiten Raketenstufe können Phänomene wie der Space Jellyfish auch über Norddeutschland beobachtet werden, wenn die Oberstufe wieder in die Erdatmosphäre eintritt oder dort Manöver durchführt [3]. Laut Danielides verteilt sich dabei überschüssiger Treibstoff infolge der Eigenrotation der Raketenstufe spiralförmig im Raum [3]. Aufgrund der extrem niedrigen Temperaturen in diesen Höhen gefriert der ausgestoßene Treibstoff unmittelbar zu feinen Eiskristallen [3]. Diese Eiskristalle reflektieren das einfallende Sonnenlicht in den frühen Abend- oder Morgenstunden stark, wodurch die Formation für Beobachter am Boden hell am Nachthimmel aufleuchtet [3].

  • Erste Raketenstufe: Dient dem Abheben; das Phänomen über Florida entstand direkt beim morgendlichen Aufstieg der Rakete vom Space Launch Complex 40 [2, 3].
  • Zweite Raketenstufe: Wird in großer Höhe abgetrennt, umrundet die Erde und kann beim Wiedereintritt auch über Regionen wie Mecklenburg-Vorpommern sichtbar werden [3].
  • Reflexionsmechanismus im Orbit: Durch Rotation spiralförmig verteilter Treibstoff gefriert zu Eiskristallen, die das Dämmerungslicht der Sonne reflektieren [3].

Raumfahrtlogistik hinter dem Spektakel: Die ISS-Versorgungsmission CRS-35

Abseits der optischen Begleiterscheinungen stellt die Mission CRS-35 einen kritischen Baustein in der laufenden Versorgungsinfrastruktur der Internationalen Raumstation dar [1, 2]. Bei der Betrachtung der eingesetzten Hardware zeigen die vorliegenden Berichte eine terminologische Differenzierung, die Sie bei der technischen Einordnung berücksichtigen sollten: Während in einer Quelle verkürzt von einer Cargo-Dragon-Rakete gesprochen wird [1], präzisieren weitere Berichte, dass als Trägersystem eine Falcon-9-Rakete von SpaceX zum Einsatz kam, welche das Raumschiff im Rahmen des Programms Commercial Resupply Services ins All beförderte [2, 3].

Nach Angaben des Kennedy Space Center der NASA sowie begleitender Missionsdaten transportiert der Flug CRS-35 insgesamt mehr als 2.860 Kilogramm an Nutzlast zum orbitalen Außenposten [1, 2]. Dieses Frachtvolumen setzt sich aus wissenschaftlichen Geräten, neu konzipierten Experimenten sowie allgemeinen Versorgungsgütern zusammen, die als regulärer Nachschub für den laufenden Betrieb der Raumstation benötigt werden [1, 2]. Nach dem erfolgreichen Start am Dienstagmorgen ist das Andockmanöver des Raumschiffs an die ISS planmäßig für den darauffolgenden Donnerstagmorgen angesetzt [2].

Internationale Abhängigkeiten und zweifache Terminverschiebung

Eine Analyse der Vorbereitungsphase von CRS-35 verdeutlicht, wie stark kommerzielle Raumfahrtunternehmen in globale logistische Abhängigkeiten eingebunden sind [1]. SpaceX musste den Starttermin dieser spezifischen Nachschubmission im Vorfeld insgesamt zweimal verschieben [1]. Ursprünglich war der Flug in der langfristigen Missionsplanung erst für den November 2026 vorgesehen [1].

Aufgrund von strukturellen Schäden an einem russischen Launch-Pad trat jedoch ein potenzieller Engpass in der internationalen Versorgungskette der Raumstation auf [1]. Um unter diesen veränderten Vorzeichen sicherzustellen, dass die Astronautinnen und Astronauten auf der ISS über ausreichend Nachschub für das kommende Jahr verfügen, wurde der Start von SpaceX zunächst auf den August 2026 vorgezogen [1]. Nachdem das beschädigte russische Launch-Pad jedoch schneller als ursprünglich erwartet repariert werden konnte, entspannte sich die logistische Dringlichkeit wieder, sodass der Starttermin von CRS-35 erneut nach hinten geschoben und schließlich am 13. Oktober 2026 durchgeführt wurde [1].

Historische Einordnung: Von Sicherheitsbedenken zur dokumentierten Routine

Obwohl die aktuellen Aufnahmen in den digitalen Medien oft als außergewöhnliches Einzelereignis wahrgenommen werden, handelt es sich beim Space Jellyfish um ein seit Jahrzehnten dokumentiertes Phänomen der Raumfahrtgeschichte [1, 2]. Bereits seit den 1970er-Jahren haben zahlreiche Raketenstarts unter entsprechenden Dämmerungsbedingungen vergleichbare Leuchtformationen am Himmel hervorgerufen [1].

In früheren Jahrzehnten, als die physikalischen Zusammenhänge zwischen expandierenden Raketenabgasen und hochgradiger Sonneneinstrahlung in der breiten Öffentlichkeit noch kaum bekannt waren, lösten entsprechende Sichtungen regelmäßig erhebliche Verunsicherung aus [1]. Wie die Zeitung Washington Post bereits im Jahr 2017 in einer Rückschau darlegte, wurden die unerwarteten Himmelserscheinungen von Augenzeugen oftmals für unidentifizierte Flugobjekte (UFOs) oder sogar für Anzeichen feindlicher nuklearer Raketenschläge gehalten [1]. Mit der zunehmenden Startfrequenz kommerzieller Anbieter wie SpaceX und der sofortigen Einordnung durch Wissenschaftler und Raumfahrtbehörden hat sich diese Wahrnehmung von sicherheitspolitischer Besorgnis hin zu einem nüchtern erklärbaren, wenngleich visuell markanten Schauspiel gewandelt [1, 2].

Medienwirkung und Authentizitätsprüfung im Zeitalter generativer KI

Aus Perspektive der Unternehmenskommunikation und Medienanalyse offenbart die Rezeption des Starts vom 13. Oktober 2026 zwei bemerkenswerte Aspekte für Ihre Bewertung moderner Öffentlichkeitsarbeit [1]. Zum einen zeigt sich eine veränderte Wahrnehmungsschwelle bei außergewöhnlichen Bilddokumenten: Da der bläuliche, quallenförmige Schimmer am Nachthimmel stark von alltäglichen Sehgewohnheiten abweicht, wirkt das Phänomen auf Betrachter in den sozialen Netzwerken auf den ersten Blick oft wie ein KI-generierter Fake [1]. In einem Umfeld, in dem synthetische Medieninhalte zunehmen, müssen selbst reale physikalische Ereignisse zunächst als authentisch verifiziert werden, was im Fall von CRS-35 durch die Vielzahl unabhängiger Augenzeugenvideos sowie offizielle Bestätigungen von NASA und Wissenschaftlern geschah [1, 2].

Zum anderen generiert die virale Verbreitung der Aufnahmen für SpaceX eine erhebliche mediale Reichweite, die als willkommene Werbung für den Versorgungsflug zur ISS wirkt [1]. Ob die genaue Startzeit um 06:33 Uhr Ortszeit seitens der Missionsplanung bewusst so terminiert wurde, dass sich die Wahrscheinlichkeit für das Auftreten eines Space Jellyfish erhöht, ist nach den vorliegenden Informationen nicht bekannt [1]. Angesichts der zweifachen Terminverschiebung infolge der Ereignisse rund um das russische Launch-Pad sowie der präzisen Anforderungen an das Rendezvous-Manöver mit der ISS am Donnerstagmorgen stehen bei derartigen Flügen in der Regel orbitale und logistische Parameter im Vordergrund, während der optische Effekt eine unmittelbare Konsequenz des Starts eine Stunde vor Sonnenaufgang darstellt [1, 2].

Quellen

[1] SpaceX-Start sorgt für "Space Jellyfish": So entsteht er — https://t3n.de/news/space-jellyfish-am-himmel-spacex-start-1768173 (abgerufen am 2026-10-14)

[2] Gigantische „Weltraumqualle“ sorgt für Staunen — https://futurezone.at/science/gigantische-weltraumqualle-spacex-nasa-raketenstart-space-jellyfish/403198073 (abgerufen am 2026-10-14)

[3] Seltsames Leuchten am Himmel: War es eine Raketen-Stufe? | ndr.de — https://www.ndr.de/nachrichten/mecklenburg-vorpommern/seltsames-leuchten-am-himmel-war-es-eine-raketen-stufe,leuchtenamhimmel-100.html (abgerufen am 2026-10-14)

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