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Oracle will Fusion-Prozesse über ChatGPT und Agenten ausführen lassen

Mindverse News

KI-gestützt erstellt, vor Veröffentlichung redaktionell geprüft 4 Quellen

KI-generierte Illustration: Oracle will Fusion-Prozesse über ChatGPT und Agenten ausführen lassen
KI-generierte Illustration

Das Wichtigste in Kürze

  • Fusion Companion soll natürliche Sprachaufträge in Oracle Fusion in passende Transaktionen, Abläufe, Freigaben und Agenten übersetzen. [1][4]
  • Der Zugriff ist laut Oracle über unterstützte KI-Werkzeuge wie ChatGPT sowie über die neue Oberfläche Fusion Agentic Home vorgesehen. [4]
  • Oracle nennt 25 Claw-basierte Agentenanwendungen als verfügbar; für Companion und Agentic Home fehlen laut heise konkrete Angaben zum Einführungsplan und zum bereits freigeschalteten Umfang. [1][2]
  • Berechtigungen und Freigaben sollen bestehen bleiben; ein Outcome Receipt soll Ausführungsschritte dokumentieren. [1][4]
  • Oracle nennt AI Units als Verbrauchsmodell für Fusion AI. Eine Preisgestaltung nach messbaren Geschäftsergebnissen wird in den vorliegenden Quellen nicht ausgewiesen. [1][2]
// Inhalt · 6 Abschnitte
  1. Vom Dialog zur Transaktion
  2. Fusion Claw soll Planung und Ausführung verbinden
  3. Berechtigungen, Freigaben und Nachvollziehbarkeit
  4. Werkzeuge für Einrichtung und Konfiguration
  5. Verfügbarkeit und Kosten sind noch nicht vollständig geklärt
  6. Was Unternehmen vor einem Einsatz prüfen sollten
  7. Quellen

Vom Dialog zur Transaktion

Oracle erweitert seine Cloud-Unternehmenssoftware Fusion um eine dialogorientierte Möglichkeit, Geschäftsaufgaben anzustoßen. Auf der Oracle AI World in Las Vegas kündigte das Unternehmen am 26. Oktober 2026 Fusion Companion und Fusion Agentic Home an. Beschäftigte sollen ein Geschäftsziel in natürlicher Sprache formulieren können; die Software soll anschließend passende Transaktionen, Workflows, Freigaben und KI-Agenten auswählen und koordinieren. Der Anspruch geht damit über eine Chat-Oberfläche für Auskünfte hinaus: Das System soll Arbeitsschritte in Fusion tatsächlich ausführen lassen. [1][4]

Fusion Companion ist dabei als intelligente Vermittlungsschicht für Oracle Fusion Cloud Applications beschrieben. Nutzerinnen und Nutzer sollen nicht mehr selbst wissen müssen, welche Anwendung sie öffnen, welche Transaktion sie starten oder welcher Agent für einen Vorgang zuständig ist. Oracle zufolge soll Companion den Auftrag anhand des Geschäftskontexts interpretieren und den Weg durch die nötigen Funktionen koordinieren. Die Anwendungen decken unter anderem Finanzen, Personal, Lieferketten, Fertigung, Vertrieb und Service ab. [4]

Fusion Agentic Home ist die von Oracle vorgesehene native KI-Oberfläche innerhalb von Fusion. Dort sollen Beschäftigte Ziele festlegen, Aufgaben an Agenten oder agentische Anwendungen delegieren und ihren Fortschritt verfolgen können. Companion soll außerdem über unterstützte externe KI-Werkzeuge wie ChatGPT erreichbar sein. Oracle nennt auch von Kunden oder Partnern entwickelte KI-Oberflächen als mögliche Zugangspunkte. [4]

  • Fusion Companion soll den Auftrag verstehen und geeignete Fusion-Funktionen sowie Agenten koordinieren. [4]
  • Fusion Agentic Home soll das Delegieren von Aufgaben und die Fortschrittskontrolle in einer Oracle-eigenen Oberfläche bündeln. [4]
  • ChatGPT ist als unterstütztes KI-Werkzeug für den Zugang zu Fusion genannt; die konkrete Ausführung soll weiterhin in Fusion erfolgen. [4]

Nicht nur eine Chatbot-Antwort

Der Unterschied zu einem gewöhnlichen Frage-Antwort-Chat liegt im vorgesehenen Aktionsumfang: Companion soll nicht lediglich Informationen ausgeben, sondern auch Transaktionen, Genehmigungsabläufe und Agenten koordinieren. Oracle sagt, dass der Dienst dabei Geschäftskontext, Unternehmensdaten und die Berechtigungen der jeweiligen Person berücksichtigen soll. Außerdem könne Companion Informationen und Kontext aus anderen Unternehmenssystemen einbeziehen und dort autorisierte Aktionen koordinieren. Das sind Aussagen des Anbieters über das geplante Verhalten, keine unabhängige Bestätigung einer produktiven Umsetzung. [4]

Für Unternehmen verschiebt sich damit die Schnittstelle zur Unternehmenssoftware: Ein Beschäftigter könnte eine Aufgabe über einen allgemeinen KI-Assistenten beginnen, statt zunächst die passende ERP- oder HR-Anwendung aufzurufen. Das ist eine Analyse der angekündigten Bedienlogik, nicht der Nachweis, dass Fusion-Oberflächen dadurch ersetzt werden. Welche konkreten Daten zwischen ChatGPT und Fusion übertragen werden, wie einzelne Aktionen technisch bestätigt werden und wie Oracle die verschiedenen Zugangswege zusammenspielen lässt, wird in der Ankündigung nicht detailliert beschrieben. [2][4]

Fusion Claw soll Planung und Ausführung verbinden

Für komplexe oder länger laufende Aufgaben verweist Oracle auf Fusion Claw, eine Ausführungsumgebung, die das Unternehmen bereits am 29. September angekündigt hatte. Nach der Beschreibung in der heise-Berichterstattung soll Claw die Planung durch Sprachmodelle mit deterministischen Berechnungen kombinieren: Modelle entwickeln demnach Pläne und bewerten Alternativen, während festgelegte Verfahren umfangreiche Berechnungen und definierte Ausführungsschritte übernehmen. Oracle nennt als Anwendungsfelder unter anderem Finanzanalysen, Personalplanung und die Optimierung von Lieferketten. [1]

Die Trennung von Planung und deterministischer Berechnung ist für Unternehmenseinsätze relevant, weil nicht jeder Schritt eines Prozesses als freie Textgenerierung behandelt werden soll. In der von Oracle beschriebenen Architektur können Modelle Aufgaben strukturieren, während rechnerisch festgelegte Verfahren bestimmte Ergebnisse oder Abläufe übernehmen. Die Quellen belegen jedoch weder die Genauigkeit der Planung noch, wie zuverlässig die Systeme in konkreten Produktionsumgebungen arbeiten. Die Architektur ist daher als Anbieterbeschreibung zu lesen, nicht als Leistungsnachweis. [1]

Oracle zufolge kommen für die KI-Verarbeitung unter anderem Modelle von OpenAI und Google Gemini zum Einsatz. Futurum berichtet, dass Oracle 25 Claw-basierte Anwendungen über ERP, HCM, SCM und CX hinweg als verfügbar bezeichnet. Zu den hervorgehobenen Beispielen zählen Ledger für Buchhaltungs- und Abschlussaufgaben, Workforce Orchestration für Personalprozesse sowie Procurement Spend für den Einkauf. [1][2]

Die Zahl 25 ist von der Gesamtzahl des Agentenportfolios zu unterscheiden: Laut heise hatte Oracle im September insgesamt 75 Agentenanwendungen genannt, darunter die 25 Claw-basierten Anwendungen. Welche Funktionen in welcher Konfiguration für einzelne Kunden tatsächlich bereitstehen, lässt sich aus der Ankündigung allein nicht ableiten. Die Zahl der vorgestellten Anwendungen sagt für sich genommen weder etwas über ihren Einsatzgrad noch über erzielte Produktivitätseffekte aus. [1]

  • Oracle beschreibt Claw als Kombination aus modellgestützter Planung und deterministischen Berechnungen. [1]
  • Als Einsatzfelder nennt das Unternehmen Finanzanalysen, Personalplanung und Lieferkettenoptimierung. [1]
  • Futurum zufolge bezeichnet Oracle 25 Claw-basierte Anwendungen als verfügbar; der Bericht nennt Beispiele aus Finanzwesen, Personal und Einkauf. [2]

Agenten über mehrere Schritte

Der Ansatz zielt nicht auf einzelne Fragen, sondern auf Abläufe, die mehrere Entscheidungen oder Systeme berühren können. Oracle beschreibt Fusion Agentic Applications als Anwendungen, die Arbeit über einzelne Schritte hinweg auf Geschäftsziele ausrichten und innerhalb der von Unternehmen definierten Richtlinien und Befugnisse handeln sollen. Daraus folgt für den Betrieb, dass Organisationen nicht nur ein Modell, sondern auch Prozessregeln, Datenzugriff und Eskalationswege konfigurieren müssen. Diese Konsequenz ist eine Analyse der beschriebenen Ausführung über Workflows und Freigaben hinweg. [4]

Berechtigungen, Freigaben und Nachvollziehbarkeit

Oracle stellt heraus, dass bestehende Identitäts-, Berechtigungs- und Freigaberegeln erhalten bleiben sollen. Unternehmen sollen festlegen können, innerhalb welcher Befugnisse und Risikogrenzen die Anwendungen handeln dürfen. Das Spektrum reicht laut heise von Schritten, die eine Bestätigung benötigen, bis zu einer autonomen Ausführung innerhalb ausdrücklich übertragener Zuständigkeiten. Benötigt ein Vorgang eine Freigabe oder tritt eine Ausnahme auf, soll die Software zuständige Beschäftigte einbeziehen. [1][4]

Für die Dokumentation hat Oracle ein sogenanntes Outcome Receipt angekündigt. Laut heise soll dieses Protokoll unter anderem die zugrunde liegenden Befugnisse, verwendete Informationen, getroffene Entscheidungen und ausgeführten Transaktionen festhalten. Ein solches Protokoll könnte bei internen Kontrollen helfen, sofern es vollständig, zugänglich und mit den Auditprozessen des jeweiligen Unternehmens nutzbar ist. Die Quellen belegen aber nicht, wie das Receipt technisch umgesetzt wird, wie lange Daten gespeichert werden oder welche Export- und Prüfoptionen Kunden erhalten. [1]

Die angekündigten Kontrollen lösen nicht automatisch alle Fragen der Prozesssteuerung. Bei Finanz- oder Einkaufsabläufen müssen Unternehmen beispielsweise prüfen, ob eine Kombination einzelner erlaubter Aktionen gegen interne Funktionstrennungen verstößt oder ob Genehmigungswege weiterhin eingehalten werden. ERP Today hebt diese Punkte als praktische Prüfaufgaben für den Einsatz KI-gestützter Transaktionen hervor. Das sind Anforderungen an die Implementierung, keine bestätigten Fehler in Oracles Produkt. [5]

Für die IT- und Compliance-Verantwortlichen ist daher die konkrete Durchsetzung wichtiger als die allgemeine Zusicherung, dass Berechtigungen bestehen bleiben. Zu klären wäre etwa, welcher Nutzer einen Auftrag ausgelöst hat, welche Rechte für die einzelnen Schritte galten und an welcher Stelle ein Mensch die Verantwortung übernimmt. Auch der Umgang mit Unternehmensdaten in einem externen KI-Werkzeug sollte vor einer Einführung geprüft werden. Die verfügbaren Ankündigungen erläutern diese Details nicht vollständig; die Fragen sind aus der Kombination von externem Zugang und Transaktionsausführung abgeleitete Prüfbedarfe. [4][5]

  • Welche Prozessschritte dürfen autonom ausgeführt werden, und welche benötigen eine menschliche Bestätigung? [1][4]
  • Wie lassen sich Berechtigungen, Freigaben und Funktionstrennung über mehrere Agenten und Systeme hinweg überprüfen? [5]
  • Welche Informationen werden über externe KI-Oberflächen verarbeitet, und wo wird die Ausführung für Prüfungen protokolliert? [4][5]

Fusion Companion und AI Workspace sind nicht dasselbe

Oracle stellte im selben Umfeld auch den AI Workspace vor. Nach der Einordnung von heise und ERP Today soll dieser ChatGPT unter anderem Zugang zu Fusion, NetSuite, Datenbanken, Cloud-Diensten und weiteren Unternehmensquellen ermöglichen. Companion konzentriert sich dagegen auf die Koordination von Geschäftsabläufen im Fusion-Kontext. Die Angebote überschneiden sich beim Zugang zu Unternehmensfunktionen; wie sie technisch zusammenarbeiten, geht aus den vorliegenden Ankündigungen nicht hervor. [1][5]

Werkzeuge für Einrichtung und Konfiguration

Neben den Laufzeitfunktionen hat Oracle eine öffentliche Fusion Setup and Configuration Registry vorgestellt. Das GitHub-Repository enthält laut heise Skills, Skripte und Referenzabläufe, die Konfigurationen, Abhängigkeiten und Prüfungen beschreiben. KI-Werkzeuge sollen damit Einrichtungs- und Implementierungsaufgaben in Fusion ausführen und Ergebnisse testen sowie validieren können. Oracle bietet dieses Material unter der Universal Permissive License 1.0 an. [1]

Wichtig für die Bewertung ist die Abgrenzung zum Produktsupport: Das Repository ist laut heise als separat veröffentlichtes Beispiel- und Referenzmaterial ausgewiesen und nicht durch den regulären Fusion-Produktsupport abgedeckt. Als Voraussetzung nennt der Bericht Fusion Applications Release 26D mit dem Wartungspaket vom 16. Oktober 2026 oder einer neueren Version. Unternehmen müssten daher Lizenzbedingungen, technische Voraussetzungen und Verantwortlichkeit für Anpassungen getrennt von der Verfügbarkeit der eigentlichen Fusion-Funktionen betrachten. [1]

Ergänzend beschreibt Oracle eine über den AI Success Navigator angebotene Plattform mit Agenten für Analyse, Entwurf, Konfiguration und Tests. Als frühen Anwender nennt Oracle Lexington Health. Dort sei der Aufwand für bestimmte Entwurfs- und Konfigurationsarbeiten um 80 Prozent gesunken. Diese Zahl bezieht sich laut heise auf Teilarbeiten während der Einführung; Tests und Produktivstart standen demnach noch aus. Eine Messmethodik wird in der Quelle nicht genannt, weshalb sich der Wert nicht als allgemeiner Effizienzmaßstab übertragen lässt. [1]

  • Die Registry ist Referenzmaterial und laut Bericht nicht Teil des regulären Fusion-Produktsupports. [1]
  • Der berichtete Rückgang des Aufwands um 80 Prozent betrifft bestimmte Arbeiten bei Lexington Health; Tests und Produktivstart waren noch ausstehend. [1]

Implementierung bleibt eine eigene Aufgabe

Die Registry kann laut Beschreibung Konfigurationswissen und Prüfabläufe für KI-Werkzeuge zugänglich machen. Sie belegt jedoch nicht, dass eine Einführung ohne fachliche und technische Prüfung auskommt. Gerade weil das Material außerhalb des regulären Supports steht, sollten Unternehmen klären, wer erzeugte Konfigurationen überprüft, wie Änderungen versioniert werden und welche Tests vor einer Übernahme in produktive Umgebungen erforderlich sind. Das sind aus Lizenz- und Supportabgrenzung abgeleitete Umsetzungspunkte, keine von Oracle zugesicherten Funktionen. [1]

Verfügbarkeit und Kosten sind noch nicht vollständig geklärt

Bei der Verfügbarkeit sind zwei Ankündigungen auseinanderzuhalten. Futurum zufolge bezeichnet Oracle die 25 Claw-basierten Agentenanwendungen als verfügbar. Für Fusion Companion und Fusion Agentic Home berichtet heise hingegen, dass Teile des Funktionsumfangs erst künftig nutzbar sein sollen; einen konkreten Einführungsplan oder eine Übersicht der bereits für Kunden freigeschalteten Funktionen gebe es nicht. Eine allgemeine Produktankündigung ist damit nicht gleichbedeutend mit der Verfügbarkeit sämtlicher Funktionen für alle Fusion-Kunden. [1][2]

Auch die Kosten lassen sich nicht allein aus der Ankündigung ableiten. Oracle verwendet für Fusion AI laut heise AI Units zur verbrauchsabhängigen Abrechnung; der dort angegebene rechnerische Listenpreis beträgt einen US-Cent pro AI Unit. SaaS-Kunden erhalten demnach ein monatliches Kontingent und können zusätzliche Einheiten erwerben. Der Verbrauch hängt unter anderem vom eingesetzten Modell ab. Diese Angaben beschreiben das AI-Unit-Modell, nicht notwendigerweise den vollständigen Preis einzelner agentischer Anwendungen oder von Companion. [1]

Eine erfolgsabhängige Vergütung, etwa nach abgeschlossenen Prozessen oder erzielter Einsparung, ist in den vorliegenden Produktangaben nicht ausgewiesen. Futurum hebt die offene Preisfrage ebenfalls hervor und berichtet aus einer eigenen Befragung von 645 Käufern generativer KI: 21,1 Prozent bevorzugten demnach eine erfolgsbasierte Preisgestaltung, während 11,2 Prozent angaben, dass ihr bevorzugter Anbieter sie anbiete. Futurum nennt zudem den Preis als häufigstes Beschaffungshindernis in dieser Erhebung. Das sind Befragungsergebnisse einer Analystenfirma und keine repräsentative Aussage über alle Unternehmen oder speziell über Oracle-Kunden. [2]

  • Oracle bezeichnet die 25 Claw-Anwendungen als verfügbar; der konkrete Rollout von Companion und Agentic Home ist laut heise nicht vollständig ausgewiesen. [1][2]
  • AI Units kosten laut der von heise zitierten Preisliste rechnerisch einen US-Cent pro Einheit; der Verbrauch ist modellabhängig. [1]
  • Die bereitgestellten Informationen nennen keine Preisformel, die Vergütung direkt an Geschäftsergebnisse bindet. [1][2]

Marktinteresse ist kein Nachweis für Produktwirkung

Futurum berichtet aus einer weiteren Befragung von 833 Entscheidern aus dem Bereich Enterprise Applications, dass 42,7 Prozent KI vorwiegend über autonome Agenten und 31,2 Prozent über Copiloten nutzen wollten. Das signalisiert Interesse an ausführenden Systemen, belegt aber weder einen erfolgreichen Einsatz von Fusion noch eine konkrete Nachfrage nach Companion. Futurum ist zudem eine Forschungs- und Beratungsfirma, die nach eigener Offenlegung mit Technologieunternehmen, darunter auch in diesem Themenfeld genannte Anbieter, arbeitet. Die Zahlen sollten entsprechend als Befragungsergebnisse mit begrenztem Aussagebereich eingeordnet werden. [2]

Was Unternehmen vor einem Einsatz prüfen sollten

Für Unternehmen liegt die zentrale Veränderung nicht allein in einer neuen Chat-Oberfläche, sondern darin, dass eine natürlichsprachliche Anweisung bis zu einer geschäftlichen Transaktion führen soll. Sinnvoll ist deshalb, zunächst einen Prozess auszuwählen, dessen Regeln, Datenqualität und Freigaben bereits klar definiert sind. Finanzabschluss oder Beschaffung könnten sich als Prüfbereiche anbieten, weil Oracle dafür Anwendungen nennt; ein tatsächlicher Nutzen muss jedoch anhand eigener Ausgangswerte gemessen werden. Diese Empfehlung ist eine Analyse der angekündigten Funktionen, kein von Oracle nachgewiesenes Ergebnis. [1][2][4]

Vor einer Freigabe sollten Fachbereich, IT, Informationssicherheit und Compliance gemeinsam festlegen, welche Aktionen ein Agent ausführen darf, wann eine Bestätigung erforderlich ist und wie Ausnahmen eskaliert werden. Ebenso wichtig sind Tests auf die Einhaltung von Rollen- und Freigaberegeln sowie die Prüfung, ob die dokumentierten Ausführungsdaten für interne Kontrollen ausreichen. ERP Today weist ausdrücklich auf Fragen der Berechtigungen, Prüfpfade und Funktionstrennung hin; Oracle beschreibt die Einhaltung bestehender Kontrollen als Ziel des Produkts. [4][5]

Auch das wirtschaftliche Modell verlangt eine getrennte Betrachtung von Funktionsumfang und Verbrauch. Unternehmen sollten vor einer Einführung klären, welche KI-Funktionen bereits im bestehenden Vertrag enthalten sind, wie AI Units für die geplanten Abläufe anfallen und welche zusätzlichen Kosten bei längeren oder modellintensiven Aufgaben entstehen. Die Quellen liefern keine belastbare Prognose des Verbrauchs einzelner Geschäftsprozesse. Ein belastbarer Business Case muss daher mit einem begrenzten Test, nachvollziehbaren Vergleichswerten und einer Prüfung der tatsächlich anfallenden Abrechnung aufgebaut werden. [1]

Für die Erfolgsmessung reichen allgemeine Produktivitätsversprechen nicht aus. Unternehmen sollten beispielsweise Bearbeitungsdauer, Zahl manueller Eingriffe, Fehler- und Ausnahmequote sowie zusätzliche Abstimmungsarbeit vor und nach einem Pilotprojekt vergleichen. Die von Oracle genannte Lexington-Zahl bezieht sich auf bestimmte Entwurfs- und Konfigurationsarbeiten und war laut heise noch nicht durch abgeschlossene Tests und einen Produktivstart ergänzt. Sie ist daher kein belastbarer Beleg für Effekte in anderen Bereichen oder bei einem regulären Betrieb. [1]

  • Beginnen Sie mit einem Prozess, für den Ausgangswerte, Regeln und Freigabepfade bereits messbar sind. [1][4]
  • Prüfen Sie die Befugnisse der Agenten, Eskalationen, Funktionstrennung und die Verwendbarkeit der Protokolle für interne Kontrollen. [1][5]
  • Klären Sie Verfügbarkeit, AI-Unit-Verbrauch und Zusatzkosten anhand eines begrenzten Tests statt aus einer allgemeinen Produktankündigung. [1]
  • Behandeln Sie Anbieterangaben zu Effizienz und Sicherheit als zu prüfende Hypothesen, bis eigene Ergebnisse vorliegen. [1][4]

Die entscheidende offene Frage

Oracle positioniert Fusion Companion als Brücke zwischen natürlichsprachlichen Zielen und kontrollierter Ausführung in Geschäftsanwendungen. Ob diese Kombination im Alltag trägt, hängt nicht nur von der Fähigkeit ab, einen Auftrag zu verstehen, sondern auch von nachvollziehbaren Berechtigungen, verlässlichen Prozessdaten, klaren Freigaben und transparenten Kosten. Die Ankündigungen beschreiben die vorgesehene Architektur und Kontrolllogik; für die neuen Funktionen liegen in den bereitgestellten Quellen bislang nur begrenzte Angaben zu konkreter Verfügbarkeit und nachgewiesenen Produktivergebnissen vor. [1][2][4]

Quellen

  1. [1] Oracle Fusion: ChatGPT soll Geschäftsabläufe starten statt nur erklären | heise online — https://www.heise.de/news/Oracle-Fusion-ChatGPT-soll-Geschaeftsablaeufe-starten-statt-nur-erklaeren-11505931.html (abgerufen am 2026-10-30)
  2. [2] Oracle Fusion Agentic Applications: Is ChatGPT the New Front Door? - Futurum — https://futurumgroup.com/insights/oracle-fusion-agentic-applications-is-chatgpt-the-new-front-door (abgerufen am 2026-10-30)
  3. [4] Oracle Introduces New AI-Powered Ways to Execute Work Across Oracle Fusion Applications | Oracle Deutschland — https://www.oracle.com/de/news/announcement/ai-world-oracle-introduces-new-ai-powered-ways-to-execute-work-across-oracle-fusion-applications-2026-10-26 (abgerufen am 2026-10-30)
  4. [5] Oracle Enterprise AI: ChatGPT, Fusion and Snowflake — https://erp.today/oracle-expands-enterprise-ai-push-with-chatgpt-fusion-and-snowflake (abgerufen am 2026-10-30)

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