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Artcraft nimmt Adobe-Kreativsoftware ins Visier – doch die Funktionslücke bleibt groß

Mindverse News

KI-gestützt erstellt 3 Quellen Originalmeldung: t3n.de Arbeitsweise

KI-generierte Illustration: Artcraft nimmt Adobe-Kreativsoftware ins Visier – doch die Funktionslücke bleibt groß
KI-generierte Illustration

Das Wichtigste in Kürze

  • Der Entwickler Brandon Thomas und ein vierköpfiges Team haben Artcraft als kostenlose Open-Source-Kreativsuite vorgestellt. Eine fertige Alternative zur Creative Cloud ist das Projekt laut aktuellem Bericht noch nicht. [1]
  • Artcraft umfasst Anwendungen wie Photocraft und Lightcraft. Das Team nennt als Ziel unter anderem, ohne hohe monatliche Kosten und Cloud-Anbindung auszukommen; ob die Programme das bereits leisten, ist nicht belegt. [1]
  • Nach Angaben des Teams kommen bei der Entwicklung Claude Opus 5.5 und die Programmiersprache Rust zum Einsatz. Erste Tester melden Defizite; bis zu 99 Prozent der Funktionen sollen noch Monate benötigen. [1]
  • Ein YouTube-Video beschreibt Artcraft deutlich weitergehend als nahezu vollständigen Nachbau. Diese Darstellung steht in Spannung zum berichteten Entwicklungsstand und ist keine unabhängige technische Prüfung. [1] [4]
  • Für Unternehmen ist Artcraft deshalb vorerst eher ein frühes Projekt zum Beobachten als ein belegter Ersatz für etablierte Kreativsoftware. Funktionsumfang, Lizenzdetails und tatsächliche Offline-Fähigkeit bleiben offen. [1]
// Inhalt · 7 Abschnitte
  1. Ein ambitioniertes Projekt, aber noch kein belastbarer Adobe-Ersatz
  2. Welche Anwendungen Artcraft abbilden soll
  3. Was der KI-Einsatz aussagt – und was nicht
  4. Funktionsumfang und Plattformen bleiben getrennte Fragen
  5. Kosten und Cloud-Abhängigkeit: Ziel und Nachweis auseinanderhalten
  6. Rechtliche Fragen sind offen – ein Verstoß ist nicht belegt
  7. Interesse aus der Community ist noch kein Marktnachweis
  8. Quellen

Ein ambitioniertes Projekt, aber noch kein belastbarer Adobe-Ersatz

Eine neue Open-Source-Suite soll Kreativprogramme wie Photoshop und Lightroom nachbilden: Artcraft, entwickelt vom Softwareentwickler Brandon Thomas und einem vierköpfigen Team. Der Anspruch richtet sich an Anwenderinnen und Anwender, die eine Alternative zu Adobes Creative Cloud suchen. Der aktuelle Bericht beschreibt Artcraft jedoch ausdrücklich als Software in einem frühen Entwicklungsstadium – nicht als fertige, funktionsgleiche Suite. [1]

Ausgangspunkt der Aufmerksamkeit war eine Aussage Thomas’ in einer Diskussion auf Hacker News: Er habe Photoshop mithilfe von KI in einem Durchgang nachgebaut. DerStandard greift diese Behauptung ebenfalls auf und beschreibt sie als Aussage mit realem Hintergrund. Das belegt, dass ein Projekt existiert, aber nicht, dass Photoshop vollständig oder produktionsreif kopiert wurde. [1] [5]

Für die Einordnung ist diese Unterscheidung zentral. Die Aussage über einen einzelnen Entwicklungsdurchgang bezieht sich auf Thomas’ Behauptung zum Nachbau von Photoshop; Artcraft als Suite umfasst laut Bericht mehrere Anwendungen und wird von einem Team entwickelt. Aus der zugespitzten Formulierung lässt sich daher nicht ableiten, eine vollständige Adobe-Produktpalette sei in einer Sitzung oder von einer Person fertiggestellt worden. [1] [5]

Welche Anwendungen Artcraft abbilden soll

Artcraft bündelt Programme, deren Namen und Einsatzfelder an bekannte Adobe-Anwendungen angelehnt sind: Photocraft soll Photoshop ersetzen, Lightcraft steht für Lightroom. Der Bericht nennt außerdem eine Suite mit mehreren Kreativanwendungen und beschreibt die Programme als Adobe-Produkten ähnlich. Welche Funktionen in den einzelnen Anwendungen bereits verfügbar sind, wird dort nicht im Detail aufgeschlüsselt. [1]

Als Ziel nennt das Projekt, Adobe-Software nachzubilden und eine vergleichbare Lösung ohne Nachteile wie Cloud-Anbindung und hohe monatliche Kosten zu schaffen. Das ist eine Zielbeschreibung, kein Nachweis, dass Artcraft bereits ohne Internetverbindung läuft oder alle relevanten Arbeitsabläufe abdeckt. Die verfügbaren Angaben erläutern weder die konkrete Verteilung der Software noch, welche Funktionen tatsächlich lokal ausgeführt werden. [1]

Auch die Bezeichnung Open Source beantwortet für einen Unternehmenseinsatz noch nicht alle entscheidenden Fragen. Der Bericht nennt keine konkrete Lizenz, keine Regeln zur Projektsteuerung und keine Angaben zu Support oder Wartung. Für eine Organisation wären diese Punkte neben der Funktionsprüfung relevant, bevor Artcraft als strategische Alternative eingeplant wird. [1]

Was der KI-Einsatz aussagt – und was nicht

Thomas und sein Team geben an, bei der Entwicklung Claude Opus 5.5 von Anthropic als KI-Werkzeug sowie Rust als Programmiersprache zu nutzen. Thomas betont dem Bericht zufolge, dass das Projekt kein reines Vibe-Coding sei, und verweist auf 15 Jahre Erfahrung in der Softwareentwicklung und mit größeren Rust-Projekten. Die Angaben stammen aus der Berichterstattung über die Entwickler und sind keine unabhängige Untersuchung des Entwicklungsprozesses. [1]

Die Kombination aus erfahrenem Entwicklerteam und KI-Werkzeug ist für die Bewertung der Schlagzeile wichtig: Sie beschreibt keinen belegten Fall, in dem eine einzelne Eingabe ein vollständiges Kreativprogramm autonom hervorgebracht hätte. Der Bericht dokumentiert weder den Anteil KI-generierten Codes noch, wie viel Arbeit in Planung, Tests, Integration oder Fehlerbehebung geflossen ist. Die konkrete Leistung der KI lässt sich deshalb aus den vorliegenden Angaben nicht quantifizieren. [1]

Ein YouTube-Video des Kanals „Programmieren lernen“ zeichnet ein deutlich weitergehendes Bild: Es spricht von einer nachgebauten Adobe-Suite, nahezu allen Funktionen und einem sehr hohen Ähnlichkeitsgrad. Das steht in Spannung zum Bericht über frühe Entwicklungsphasen, festgestellte Defizite und noch ausstehende Funktionen. Das Video enthält zudem Werbung für Weiterbildungsangebote des Kanals; seine Darstellung ist daher nicht mit einer unabhängigen technischen Prüfung gleichzusetzen. [1] [4]

Funktionsumfang und Plattformen bleiben getrennte Fragen

Nach Angaben des Entwicklungsteams befindet sich die aktuelle Version noch in einem frühen Stadium. Erste Testerinnen und Tester hätten auf verschiedene Defizite hingewiesen. Thomas zufolge könne es noch einige Monate dauern, bis 99 Prozent der Funktionen abgedeckt seien. Diese Einschätzung ist eine Prognose des Entwicklers; sie liefert weder einen unabhängigen Funktionsvergleich noch einen verbindlichen Termin für eine fertige Version. [1]

Der Bericht nennt Windows, macOS und Linux als unterstützte Plattformen. Das ist für Organisationen mit unterschiedlichen Betriebssystemen grundsätzlich relevant, sagt aber allein wenig darüber aus, ob die Programme auf jeder Plattform stabil laufen oder sich in bestehende Arbeitsabläufe integrieren lassen. Angaben zu Dateikompatibilität, Leistung, Barrierefreiheit oder professionellen Supportstrukturen enthält der Bericht nicht. [1]

Die Abdeckung „99 Prozent“ wäre zudem ohne definierten Maßstab schwer zu bewerten: Die verfügbaren Angaben erläutern nicht, auf welche Funktionen, Versionen oder Nutzungsszenarien sich die Prozentzahl bezieht. Für Unternehmen wäre daher nicht ein pauschaler Paritätswert ausschlaggebend, sondern die Frage, ob die jeweils benötigten Arbeitsschritte zuverlässig funktionieren. Diese Einordnung ist eine Analyse des berichteten Entwicklungsstands, keine Aussage über bereits getestete Artcraft-Funktionen. [1]

Kosten und Cloud-Abhängigkeit: Ziel und Nachweis auseinanderhalten

Als Preismaßstab nennt der Bericht für ein Adobe-Pro-Abo mit Anwendungen wie Photoshop, Premiere und Firefly rund 78 Euro monatlich für Einzelpersonen. Auf zwölf Monate gerechnet entspricht das ungefähr 936 Euro, sofern der Preis unverändert bleibt. Artcraft wird als kostenlos beschrieben. Daraus folgt aber noch keine belastbare Gesamtkostenrechnung: Angaben zu Einrichtung, Schulung, Wartung oder benötigten Zusatzlösungen liegen nicht vor. [1]

Auch beim Thema Cloud ist die Quellenlage begrenzt. Der Verzicht auf Cloud-Anbindung gehört zu den erklärten Zielen des Projekts. Der Bericht belegt jedoch nicht, dass die aktuelle Version vollständig offline arbeitet oder keine Online-Dienste voraussetzt. Unternehmen sollten daher zwischen dem formulierten Produktanspruch und dem konkret dokumentierten Betriebsmodell unterscheiden. [1]

Für einen möglichen späteren Einsatz wären neben dem Preis unter anderem Funktionsabdeckung, Verlässlichkeit, Kompatibilität mit vorhandenen Dateien und die Verfügbarkeit von Updates zu prüfen. Bei vertraulichen Inhalten käme hinzu, welche Daten die Software verarbeitet und ob sie das Gerät oder Netzwerk verlassen. Die Quellen beantworten diese Fragen für Artcraft nicht; sie beschreiben mögliche Prüfkriterien, keine festgestellten Schwächen des Projekts. [1]

Rechtliche Fragen sind offen – ein Verstoß ist nicht belegt

Der Bericht weist darauf hin, dass die Ähnlichkeit zu Adobes Produkten rechtliche Fragen aufwerfen könnte. Er enthält jedoch keine juristische Bewertung und berichtet weder von einer Klage noch von einer Reaktion Adobes. Aus den vorliegenden Informationen lässt sich deshalb nicht ableiten, dass Artcraft Rechte verletzt oder dass Adobe gegen das Projekt vorgeht. [1]

Für eine belastbare Einordnung wären unter anderem konkrete Informationen über die verwendeten Namen, Gestaltungselemente, Programmteile und Lizenzbedingungen erforderlich. Die Quellen liefern dazu keine technische oder rechtliche Prüfung. Die Ähnlichkeit der Produktbezeichnungen und der berichtete Anspruch, Adobe-Software nachzubilden, begründen daher eine offene Frage – aber keine Feststellung über die Rechtmäßigkeit des Projekts. [1]

Interesse aus der Community ist noch kein Marktnachweis

Thomas begründet seine Abneigung gegen Adobe in einem Reddit-Beitrag mit mehrfach berechneten Stornogebühren. Der Bericht gibt diese persönliche Darstellung wieder; eine unabhängige Bestätigung der Vorgänge enthält das Quellenmaterial nicht. Auch positive Reaktionen, die der Bericht aus der Online-Community zitiert, belegen zunächst Interesse einzelner Nutzerinnen und Nutzer – nicht die Nachfrage eines repräsentativen Marktes. [1]

DerStandard ordnet Thomas’ Aussage, Software sei „vorbei“, als zugespitzte Behauptung ein und verweist darauf, dass das Projekt Fragen aufwirft. Die verfügbaren Informationen belegen aber weder, dass KI die Entwicklung komplexer Software allgemein ersetzt, noch, dass Artcraft bereits mit etablierten Kreativprogrammen konkurrieren kann. [5] [1]

Für Unternehmen ergibt sich daraus eine nüchterne Zwischenbilanz: Artcraft zeigt, wie ein erfahrenes Team KI-Tools in einem ambitionierten Softwareprojekt einsetzen will. Ob daraus eine zuverlässige, rechtlich geklärte und wirtschaftlich tragfähige Alternative zur Creative Cloud wird, ist noch offen. Bis unabhängige Tests und belastbare Angaben zu Funktionsumfang, Lizenz, Betrieb und Wartung vorliegen, sollte das Projekt als frühe Entwicklung und nicht als nachgewiesener Ersatz bewertet werden. [1]

Quellen

  1. [1] Adobe Creative Cloud: Entwickler baut mit KI eine kostenlose Alternative — https://t3n.de/news/adobe-alternative-artcraft-1767514 (abgerufen am 2026-10-18)
  2. [4] Jemand hat ALLE Adobe Apps mit KI nachgebaut?! - YouTube — https://www.youtube.com/watch?v=3U2fvabQWj4 (abgerufen am 2026-10-18)
  3. [5] Von Adobe genervter Entwickler baut Photoshop, Premiere und Co mit KI als Open Source nach - KI - derStandard.at › Web — https://www.derstandard.at/story/3000000343256/von-adobe-genervter-entwickler-baut-photoshop-premiere-und-co-mit-ki-als-open-source-nach (abgerufen am 2026-10-18)

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