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// Robotik 4 Min. Lesezeit

Die Zukunft der KI-basierten Robotik: Herausforderungen und Chancen

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Die Zukunft der KI-basierten Robotik: Herausforderungen und Chancen
Symbolbild

Das Wichtigste in Kürze

  • Eine neue Studie des Fraunhofer IPA beleuchtet die Entwicklung der KI-basierten Robotik.
  • Humanoide Roboter sind zwar sichtbar, aber nicht der alleinige Treiber der Transformation.
  • Der Fokus liegt auf der Integration von KI mit Daten, Simulation und spezialisierter Hardware (Physical AI).
  • Investitionen in humanoide Roboter steigen, doch die Massenadoption steht noch aus.
  • Deutschland hat Stärken in Präzisionsmechanik und Sensorik, muss aber bei KI-Software und digitalen Ökosystemen aufholen.
  • Unternehmen wird empfohlen, sich nicht vom Hype um Humanoide leiten zu lassen, sondern konkrete Probleme mit marktreifen Lösungen anzugehen.
// Inhalt · 3 Abschnitte
  1. KI-basierte Robotik: Mehr als nur Humanoide
  2. Automatisierung als Notwendigkeit für die Zukunft
  3. Handlungsempfehlungen für Unternehmen
  4. Quellen

Die Verschmelzung von Künstlicher Intelligenz (KI) und Robotik etabliert sich zunehmend als eigenständiges und dynamisches Technologiefeld. Eine aktuelle Studie des Fraunhofer-Instituts für Produktionstechnik und Automatisierung (IPA), in Auftrag gegeben vom FERI Cognitive Finance Institute, analysiert diese Entwicklung und ordnet die Rolle humanoider Roboter in diesem Kontext ein. Die Ergebnisse legen nahe, dass die wahre transformative Kraft der KI-basierten Robotik über die populäre Erscheinungsform humanoider Systeme hinausgeht und primär in der tiefgreifenden Integration von KI mit Daten, Simulation und spezialisierter Hardware liegt.

KI-basierte Robotik: Mehr als nur Humanoide

Die Studie, mit dem Titel „Künstliche Intelligenz meets Robotik: Physical AI, Humanoide Roboter und die Zukunft der Automatisierung“, beleuchtet die aktuellen Marktentwicklungen und die Konvergenz von KI und Robotik aus technischer und investitionstechnischer Perspektive. Sie kommt zu dem Schluss, dass humanoide Roboter, obwohl sie die öffentliche Aufmerksamkeit auf sich ziehen und erhebliche Investitionen anziehen – im Jahr 2025 erreichten die Venture-Capital-Investitionen in humanoide Roboter rund 6,1 Milliarden US-Dollar, eine Vervierfachung gegenüber dem Vorjahr –, derzeit eher eine Ergänzung des bestehenden Robotikmarktes darstellen als dessen zentralen Fokus.

Die primären Akteure im aktuellen Robotikmarkt sind weiterhin Industrieroboter, Cobots und autonome mobile Roboter. Diese Systeme zeichnen sich durch höhere Produktivität und Kosteneffizienz aus. Der Einsatzbereich humanoider Roboter könnte zukünftig in Tätigkeiten liegen, die ein hohes Maß an Flexibilität erfordern oder in Umgebungen, die auf menschliche Interaktion ausgelegt sind. Beispiele hierfür sind das Gesundheitswesen, die Pflege oder das Facility Management.

Die Bedeutung von Physical AI

Ein zentrales Ergebnis der Studie ist die Hervorhebung der sogenannten Physical AI (verkörperte KI). Hierbei handelt es sich um KI, die direkt in Maschinen und Roboter integriert ist und durch Interaktion mit ihrer Umgebung kontinuierlich lernen kann. Diese Form der KI soll Systeme autonomer und anpassungsfähiger gestalten, wobei die spezifische Bauform des technischen Geräts zunächst nachrangig ist. Dies bedeutet, dass die wesentlichen Innovationen und Geschäftsfelder in Bereichen wie Sensorik, Aktuatorik, Simulationssoftware, Datenplattformen und der Systemintegration zu finden sind.

Dr. Werner Kraus, Leiter des Forschungsbereichs Automatisierung und Robotik am Fraunhofer IPA, merkt an, dass viele Entscheider humanoide Roboter primär in Demonstrationen wahrnehmen und die Frage nach deren Einsatzreife berechtigt sei. Die Studie zielt darauf ab, den Hype mit der Realität abzugleichen. Bei Humanoiden gehe es derzeit noch stark um Pilotierungen, Benchmarking und die Erarbeitung klarer, technisch und wirtschaftlich umsetzbarer Anwendungsmöglichkeiten.

Automatisierung als Notwendigkeit für die Zukunft

Die Forscher des Fraunhofer IPA betonen, dass eine stärkere Automatisierung in der Zukunft nicht nur ein Wunsch, sondern eine Notwendigkeit sei. Ausschlaggebende Faktoren hierfür sind der demografische Wandel, der Fachkräftemangel und steigende Lohnkosten. Prognosen zeigen, dass das Erwerbspersonenpotenzial in Deutschland bis 2060 um bis zu fünf Millionen Menschen sinken könnte. Entsprechend wird ein erheblicher Automatisierungsbedarf in der Fertigung und Logistik, perspektivisch aber auch in der Pflege und verschiedenen Dienstleistungsbereichen gesehen.

Ein weiterer wichtiger Aspekt, der in der Studie angesprochen wird, ist der Mangel an geeigneten Daten für die Entwicklung leistungsfähiger KI-Modelle, die Robotern neue Aufgaben vermitteln können. Dies stellt eine Herausforderung dar, die adressiert werden muss, um das volle Potenzial der KI-basierten Robotik auszuschöpfen.

Deutschlands Position im globalen Robotikmarkt

Im globalen Wettbewerb um die Robotik nimmt Deutschland eine wichtige, aber verbesserungswürdige Position ein. Laut International Federation of Robotics (IFR) wurden im Jahr 2024 von allen Industrierobotern, die in den zehn größten Märkten installiert wurden, 54 Prozent in China in Betrieb genommen. Deutschland belegte mit 27.000 Neuinstallationen den fünften Rang, was jedoch einen Rückgang von fünf Prozent gegenüber dem Vorjahr darstellte.

Die Stärken Deutschlands liegen traditionell in der Präzisionsmechanik, der Sensorik und dem industriellen Prozesswissen. Allerdings gilt die Verknüpfung dieser Kompetenzen mit eigener KI-Software und digitalen Ökosystemen als noch unausgereift. Trotz dieser Herausforderungen bleibt Deutschland ein bedeutender Akteur im globalen Robotikmarkt.

Handlungsempfehlungen für Unternehmen

Für Unternehmen, die Investitionen in Automatisierung in Erwägung ziehen, gibt die Studie klare Empfehlungen: Es wird geraten, sich nicht vom Hype um humanoide Roboter mitreißen zu lassen. Stattdessen sollten Betriebe konkrete Probleme identifizieren und passende, bereits marktreife Lösungen testen. Eine Skalierung dieser Lösungen sollte erst erfolgen, wenn sich deren Nutzen und Effizienz in der Praxis erwiesen haben.

Die Erkenntnisse der Fraunhofer-Studie unterstreichen, dass die Zukunft der KI-basierten Robotik eine differenzierte Betrachtung erfordert, die über die oft spektakulären Darstellungen humanoider Roboter hinausgeht. Der Fokus auf integrierte KI-Lösungen, Daten, Software und Systemintegration wird entscheidend sein, um die Potenziale dieser Technologie für die industrielle Transformation voll auszuschöpfen.

Bibliografie

  1. Bruns, Christine. "Fraunhofer-Studie: KI-Robotik ist umfassender als Humanoide." heise online, 12. September 2026.
  2. Fraunhofer IPA. "KI-basierte Robotik: Wie durch Milliarden-Investments eine neue Industrie entsteht." Pressemitteilung, 3. September 2026.
  3. Fraunhofer IPA. "KI MEETS ROBOTIK: Physical AI, Humanoide Roboter und die Zukunft der Automatisierung." Studie, September 2026.
  4. Fraunhofer IPA. "Humanoide Roboter – Game Changer oder Irrweg?" Studie des KI-Fortschrittszentrums, Februar 2025.
  5. MVS Import. "Physical AI schafft neue Automatisierungsmärkte." automationspraxis.industrie.de, 4. September 2026.
  6. baucockpit.app. "KI-Robotik im Bau: Daten und Software wichtiger als Humanoide." baucockpit.app, 13. September 2026.

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