SoftBank finanziert weitere OpenAI-Beteiligung über Milliardenanleihen
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Das Wichtigste in Kürze
- Die SoftBank Group plant eine Anleiheemission im Gegenwert von rund 11,15 Milliarden US-Dollar, um unter anderem eine weitere Investition in OpenAI zu finanzieren.
- Vorgesehen sind Anleihen über 10 Milliarden US-Dollar sowie eine Euro-Tranche von 1 Milliarde Euro. Die Papiere sollen Laufzeiten zwischen dreieinhalb und siebeneinhalb Jahren haben.
- Die Finanzierung gilt als vergleichsweise risikoreich, weil es sich um unbesicherte Unternehmensanleihen mit hoher Verzinsung handelt.
- Die geplante Emission steht im Zusammenhang mit einer im Oktober fälligen dritten Teilzahlung von SoftBank an OpenAI.
- Für den KI-Sektor ist der Vorgang relevant, weil OpenAI gleichzeitig hohe Ausgaben für Modelle, Rechenzentren, Chips und Cloud-Infrastruktur plant.
- Die Finanzierung erhöht die Verflechtungen zwischen SoftBank, OpenAI, Nvidia, Oracle und weiteren Infrastrukturpartnern.
- Unternehmen sollten die Entwicklung als Hinweis auf den wachsenden Kapitalbedarf generativer KI und auf die steigenden Finanzierungs- und Ausführungsrisiken in diesem Markt einordnen.
// Inhalt · 10 Abschnitte
- SoftBank setzt für nächste OpenAI-Zahlung auf den Anleihemarkt
- Struktur der geplanten Anleihen
- SoftBanks Beteiligung an OpenAI
- Der hohe Kapitalbedarf von OpenAI
- Verbindungen zu Nvidia, Oracle und Rechenzentren
- Ein Beispiel für die Finanzierung der KI-Infrastruktur
- Was die Emission für den Kapitalmarkt bedeutet
- Relevanz für Unternehmen und den europäischen KI-Markt
- Keine direkte Aussage über die Wirtschaftlichkeit von OpenAI
- Ausblick auf die nächsten Finanzierungsschritte
- Quellen
SoftBank setzt für nächste OpenAI-Zahlung auf den Anleihemarkt
Die SoftBank Group will ihre Beteiligung am KI-Unternehmen OpenAI offenbar mit einer weiteren großvolumigen Anleihe finanzieren. Nach Informationen, über die mehrere Medien unter Berufung auf ein Termsheet sowie auf mit der Angelegenheit vertraute Personen berichten, plant der japanische Technologieinvestor die Aufnahme von insgesamt rund 11,15 Milliarden US-Dollar.
Der überwiegende Teil der Emission soll auf US-Dollar lauten. Vorgesehen sind Anleihen im Volumen von 10 Milliarden US-Dollar. Hinzu kommt eine Euro-Tranche über 1 Milliarde Euro, deren Gegenwert je nach Wechselkurs rund 1,1 bis 1,15 Milliarden US-Dollar beträgt. Die Transaktion zählt damit zu den größeren Unternehmensanleiheemissionen des Jahres.
Der Erlös soll insbesondere dazu beitragen, die nächste Zahlung im Rahmen von SoftBanks geplanter Beteiligung an OpenAI zu leisten. Diese dritte Teilzahlung soll im Oktober fällig werden. Medienberichten zufolge hatte SoftBank für die Finanzierung zunächst auch kurzfristige Kreditlinien beziehungsweise einen Überbrückungskredit genutzt. Mit der Anleihe soll die Finanzierung auf mehrere Jahre ausgedehnt und teilweise ersetzt werden.
SoftBank selbst hat sich zu einzelnen Details der geplanten Transaktion zunächst nicht umfassend geäußert. Wie bei Anleiheemissionen üblich, können sich Volumen, Zinssätze und endgültige Laufzeiten bis zum Abschluss der Preisfestsetzung noch verändern. Die Angaben sind daher als Planungs- und Vermarktungsstand einzuordnen, nicht als vollständig abgeschlossene Finanzierung.
Struktur der geplanten Anleihen
Nach den vorliegenden Angaben soll die Dollar-Emission in mehrere Laufzeiten aufgeteilt werden. Genannt werden Tranchen mit einer Laufzeit von dreieinhalb, fünfeinhalb und siebeneinhalb Jahren. Die Euro-Anleihen sollen ebenfalls auf mehrere Laufzeiten verteilt werden, in den verfügbaren Informationen werden unter anderem vier und sechs Jahre genannt.
Bei den Papieren soll es sich um vorrangige, unbesicherte Unternehmensanleihen handeln. Vorrangig bedeutet, dass die Anleihegläubiger im Fall einer Insolvenz grundsätzlich vor nachrangigen Kapitalgebern bedient werden. Unbesichert heißt jedoch, dass keine konkreten Vermögenswerte wie Immobilien, Beteiligungen oder Infrastrukturprojekte als direkte Sicherheit hinterlegt werden.
Die Rendite könnte den Berichten zufolge bis zu etwa zehn Prozent erreichen. Eine solche Verzinsung liegt deutlich über den Konditionen, die Unternehmen mit hoher Bonität typischerweise zahlen. Sie signalisiert, dass Investoren die Rückzahlung nicht als risikolos betrachten und für die Übernahme des Kreditrisikos eine entsprechende Prämie verlangen.
Frühe Interessenbekundungen sollen sich bereits auf mehr als acht Milliarden US-Dollar belaufen haben. Eine hohe Nachfrage kann SoftBank bei der Preisfindung helfen. Sie bedeutet jedoch nicht automatisch, dass die Investoren die wirtschaftlichen Risiken der OpenAI-Beteiligung einheitlich bewerten. Institutionelle Anleger können Anleihen auch aus Gründen der Diversifikation, aufgrund ihrer Renditevorgaben oder im Rahmen kurzfristiger Handelsstrategien zeichnen.
Warum die Anleihen als risikoreich gelten
Die geplante Finanzierung wird in mehreren Berichten dem Segment der Hochzinsanleihen zugeordnet. Umgangssprachlich werden solche Papiere häufig als „Junk Bonds“ bezeichnet. Maßgeblich ist, dass die Verzinsung nicht nur vom allgemeinen Zinsniveau, sondern vor allem von der Einschätzung der Kreditwürdigkeit des Emittenten abhängt.
Für Anleger bestehen dabei mehrere Risikofaktoren. Erstens ist SoftBank stark von der Entwicklung seiner Beteiligungen und Technologieinvestitionen abhängig. Zweitens kann der Wert von Unternehmen aus dem KI-Sektor erheblich schwanken. Drittens entstehen für SoftBank laufende Zins- und Rückzahlungspflichten, unabhängig davon, ob die Beteiligungen kurzfristig Gewinne erwirtschaften.
Die Anleihen sollen nach den bisherigen Informationen nicht unmittelbar durch OpenAI besichert sein. Das bedeutet: Die Rückzahlung hängt in erster Linie von der Finanzkraft und den Vermögenswerten der SoftBank Group ab. Anleger tragen somit nicht nur das Risiko der OpenAI-Beteiligung, sondern auch das Risiko der gesamten Finanzierungs- und Beteiligungsstrategie des japanischen Konzerns.
SoftBanks Beteiligung an OpenAI
SoftBank gehört zu den bedeutenden Kapitalgebern von OpenAI. Der Konzern hat angekündigt, sich mit einer erheblichen Summe an dem Entwickler von ChatGPT und anderen KI-Systemen zu beteiligen. Medienberichten zufolge könnte sich das Engagement auf bis zu 30 Milliarden US-Dollar belaufen, wobei die Investition in mehreren Tranchen erfolgen soll.
Die Finanzierung über Anleihen zeigt, dass SoftBank einen Teil dieses Engagements nicht ausschließlich aus vorhandenen Barmitteln oder aus dem Verkauf anderer Vermögenswerte bestreiten will. Stattdessen wird zusätzliches Fremdkapital aufgenommen. Dieses Vorgehen kann die Liquidität des Konzerns kurzfristig schonen und die Investition zeitlich strecken. Gleichzeitig erhöht es jedoch die Verschuldung und damit die Abhängigkeit von künftigen Erträgen.
SoftBank hat nach den vorliegenden Berichten eingeräumt, dass die eigene Zielgröße für das Verhältnis von Schulden zu Vermögenswerten vorübergehend überschritten werden könnte. Als Orientierung war demnach eine Verschuldungsgrenze von höchstens 25 Prozent vorgesehen. Ob und in welchem Umfang diese Schwelle tatsächlich überschritten wird, hängt von der endgültigen Emissionsgröße, der Bewertung der Beteiligungen und weiteren Finanzierungsmaßnahmen ab.
Für die Beurteilung ist außerdem wichtig, dass eine Beteiligungsbewertung nicht unmittelbar mit verfügbaren Zahlungsmitteln gleichzusetzen ist. Steigt der rechnerische Wert einer Beteiligung, verbessert das zwar möglicherweise die Bilanzkennzahlen. Die Mittel zur Bedienung von Zinsen und Anleihen müssen jedoch aus Liquidität, Veräußerungen, Ausschüttungen oder operativen Einnahmen stammen.
Der hohe Kapitalbedarf von OpenAI
OpenAI benötigt für die Entwicklung leistungsfähiger KI-Modelle und deren Betrieb erhebliche finanzielle Ressourcen. Die Kosten entstehen nicht nur bei der Forschung. Sie fallen auch für die Beschaffung von Grafikprozessoren, den Betrieb von Rechenzentren, Cloud-Kapazitäten, Energie, Netzwerktechnik und die Entwicklung eigener Infrastruktur an.
Nach einer Schätzung der Financial Times könnten sich die Ausgaben von OpenAI bis zum Ende des Jahrzehnts auf nahezu 280 Milliarden US-Dollar summieren. Dabei handelt es sich um eine Prognose und nicht um eine bestätigte Budgetplanung. Sie verdeutlicht jedoch die Größenordnung, in der sich die Finanzierung des generativen KI-Geschäfts bewegen könnte.
Das Geschäftsmodell steht vor einer besonderen Herausforderung: Die Einnahmen aus Abonnements, Unternehmenskunden, Programmierschnittstellen und Partnerschaften müssen mit dem schnellen Ausbau der Rechenkapazitäten Schritt halten. Gleichzeitig können die Kosten für Inferenz, also die Verarbeitung von Nutzeranfragen durch trainierte Modelle, bei stark wachsender Nutzung erheblich steigen.
Ein möglicher Börsengang wäre für OpenAI grundsätzlich eine Option, um zusätzliches Eigenkapital aufzunehmen. OpenAI-Chef Sam Altman hatte einen Börsengang für 2026 nach den vorliegenden Berichten jedoch ausgeschlossen. Als Begründung wurden unter anderem die aktuelle Unternehmens- und Marktsituation sowie Fragen zur Sicherheit und Regulierung künstlicher Intelligenz genannt. Damit bleibt die Finanzierung zunächst stärker auf private Investoren, strategische Partner und den Kapitalmarkt angewiesen.
Verbindungen zu Nvidia, Oracle und Rechenzentren
Die Finanzierung von OpenAI betrifft nicht nur SoftBank und den KI-Entwickler. OpenAI hat umfangreiche Vereinbarungen mit Unternehmen geschlossen, die die notwendige Infrastruktur bereitstellen. Dazu gehören insbesondere der Chiphersteller Nvidia und der Cloud-Anbieter Oracle.
Nvidia liefert zentrale Hardware für das Training und den Betrieb großer KI-Modelle. Oracle stellt Cloud- und Rechenzentrumsleistungen bereit. Wenn OpenAI seine Infrastrukturverträge erfüllt, profitieren diese Anbieter von langfristigen Umsätzen. Umgekehrt können Verzögerungen beim Ausbau, eine schwächere Nachfrage oder finanzielle Engpässe bei OpenAI Auswirkungen auf die Planungen der Zulieferer und Dienstleister haben.
Zusätzliche Bedeutung hat das geplante Rechenzentrum in Ohio, das mit der SoftBank-Tochter SB Energy verbunden ist. Medienberichten zufolge soll Nvidia über eine umfangreiche Absicherung beziehungsweise Bürgschaft verhandeln, um OpenAI den Zugang zu der geplanten Infrastruktur zu ermöglichen. Die genannten Summen bewegen sich dabei in einer Größenordnung von mehreren hundert Milliarden US-Dollar. Die Gespräche und Konditionen sind nicht in allen Punkten öffentlich bestätigt.
Für SoftBank entsteht dadurch eine doppelte wirtschaftliche Verbindung. Der Konzern ist einerseits an OpenAI beteiligt und finanziert diese Beteiligung teilweise mit Schulden. Andererseits kann SoftBank über seine Infrastrukturaktivitäten Einnahmen erzielen, wenn OpenAI Rechenzentren nutzt und vertragliche Abnahmeverpflichtungen erfüllt. Die wirtschaftliche Entwicklung der beteiligten Unternehmen wird dadurch stärker miteinander verknüpft.
Ein Beispiel für die Finanzierung der KI-Infrastruktur
Die geplante Emission steht exemplarisch für einen Trend im KI-Markt: Die Finanzierung verlagert sich zunehmend von klassischen Unternehmensbudgets hin zu komplexen Kapitalstrukturen. Beteiligungskapital, Anleihen, Projektfinanzierungen, langfristige Abnahmeverträge und strategische Partnerschaften werden miteinander kombiniert.
Dieser Ansatz kann den Ausbau beschleunigen. Ein Unternehmen muss nicht warten, bis sämtliche Investitionen aus dem laufenden Cashflow bezahlt werden können. Stattdessen werden erwartete künftige Einnahmen, Beteiligungswerte und vertragliche Zusagen genutzt, um heute Kapital für Rechenzentren und Hardware bereitzustellen.
Gleichzeitig entstehen Risiken durch die Vielzahl der Abhängigkeiten. Wenn ein zentraler Vertragspartner ausfällt oder seine Investitionspläne ändert, kann dies Auswirkungen auf mehrere Unternehmen in der Liefer- und Finanzierungskette haben. Das betrifft nicht nur die direkten Geschäftspartner. Auch Energieversorger, Netzbetreiber, Immobilienentwickler, Bauunternehmen und Anbieter von Kühltechnik können in solche Projekte eingebunden sein.
Die wichtigsten Risikofelder
- Finanzierungsrisiko: Hohe Zins- und Rückzahlungspflichten können die finanzielle Flexibilität von SoftBank einschränken.
- Bewertungsrisiko: Sinkende Bewertungen von KI-Unternehmen könnten die Vermögensbasis des Konzerns belasten.
- Nachfragerisiko: Die erwartete Nutzung von KI-Diensten muss ausreichen, um die hohen Infrastrukturkosten zu rechtfertigen.
- Technologierisiko: Neue Modellarchitekturen oder effizientere Hardware können bestehende Investitionen schneller als erwartet entwerten.
- Regulierungsrisiko: Vorgaben zu Datenschutz, Urheberrecht, Sicherheit und Haftung können Entwicklung und Vermarktung verlangsamen oder verteuern.
- Projekt- und Energierisiko: Der Bau großer Rechenzentren hängt von Genehmigungen, Stromversorgung, Netzausbau und verfügbaren Komponenten ab.
- Vertragliches Risiko: Die erwarteten Einnahmen können davon abhängen, dass langfristige Abnahme- und Lieferverträge tatsächlich erfüllt werden.
Was die Emission für den Kapitalmarkt bedeutet
Die geplante Anleihe von SoftBank ist auch deshalb bemerkenswert, weil sie die Risikobereitschaft an den internationalen Kreditmärkten sichtbar macht. Investoren müssen abwägen, ob die erwartete Rendite die Unsicherheiten rechtfertigt. Eine hohe Nachfrage würde darauf hindeuten, dass ausreichend Kapital für große KI-Projekte verfügbar ist. Sie wäre jedoch kein Beleg dafür, dass die zugrunde liegenden Geschäftsmodelle bereits nachhaltig profitabel sind.
Für SoftBank ist der Zeitpunkt der Emission entscheidend. Anleiherenditen werden durch Leitzinsen, Inflationserwartungen, Marktliquidität, Risikoaufschläge und die Einschätzung des Emittenten beeinflusst. Verschlechtert sich die Stimmung gegenüber Technologie- oder KI-Unternehmen, können sich die Finanzierungskosten erhöhen oder die Platzierung schwieriger werden.
Ein weiterer Aspekt ist die Währungsstruktur. Die Kombination aus Dollar- und Euro-Anleihen ermöglicht den Zugang zu verschiedenen Investorengruppen. Sie führt aber auch zu Währungsrisiken, wenn die Einnahmen und Ausgaben des Konzerns nicht in denselben Währungen anfallen. Unternehmen mit internationalen Finanzierungen sichern solche Risiken üblicherweise durch Derivate oder eine natürliche Währungsstruktur ab. Einzelheiten zur Absicherung der geplanten Emission sind öffentlich nicht vollständig bekannt.
Relevanz für Unternehmen und den europäischen KI-Markt
Für Unternehmen, die KI-Lösungen einsetzen oder entwickeln, ist der Vorgang vor allem als Marktsignal relevant. Die Finanzierung zeigt, dass der Wettbewerb um leistungsfähige Modelle und Rechenkapazitäten mit hohen Kapitalanforderungen verbunden ist. Anbieter müssen nicht nur Software entwickeln, sondern zunehmend auch den Zugang zu Chips, Cloud-Diensten und spezialisierten Rechenzentren sichern.
Für Geschäftskunden ergeben sich daraus mehrere praktische Fragen. Dazu gehören die finanzielle Stabilität von KI-Anbietern, die Konzentration auf einzelne Cloud- oder Modellanbieter und die langfristige Verfügbarkeit der benötigten Rechenkapazität. Auch Preisänderungen können eine Rolle spielen, wenn Anbieter steigende Infrastrukturkosten an Kunden weitergeben.
Eine sorgfältige Beschaffung sollte deshalb nicht ausschließlich die Qualität eines Modells oder den Funktionsumfang einer Plattform betrachten. Ebenso wichtig sind Vertragslaufzeiten, Service-Level-Vereinbarungen, Datenportabilität, Ausstiegsszenarien und die Möglichkeit, bei Bedarf auf alternative Modelle oder Anbieter auszuweichen.
Für den europäischen Markt gewinnt zudem die Frage an Bedeutung, wie Unternehmen mit internationalen Abhängigkeiten umgehen. Viele zentrale KI-Modelle, Chips und Cloud-Infrastrukturen werden von Unternehmen außerhalb Europas bereitgestellt. Finanzierungsprobleme bei einem großen Anbieter können mittelbar Auswirkungen auf Preise, Kapazitäten und Innovationsgeschwindigkeit in Europa haben.
Prüfpunkte für den Einsatz von KI-Diensten
- Bewerten Sie die finanzielle und operative Stabilität zentraler Anbieter regelmäßig.
- Vermeiden Sie bei geschäftskritischen Anwendungen eine unnötige Abhängigkeit von nur einem Modell- oder Cloudanbieter.
- Prüfen Sie, ob Daten, Prompts und Workflows bei einem Anbieterwechsel migriert werden können.
- Vereinbaren Sie klare Regelungen zu Verfügbarkeit, Preisänderungen, Datenverarbeitung und Haftung.
- Kalkulieren Sie neben Lizenzkosten auch Ausgaben für Inferenz, Speicher, Integration, Monitoring und Compliance ein.
- Definieren Sie Notfallprozesse für Ausfälle, Kapazitätsengpässe oder Änderungen der Anbieterstrategie.
Keine direkte Aussage über die Wirtschaftlichkeit von OpenAI
Die Anleihefinanzierung von SoftBank erlaubt keine unmittelbare Aussage darüber, ob OpenAI wirtschaftlich erfolgreich oder nicht erfolgreich ist. Sie beschreibt zunächst die Finanzierungsentscheidung des Investors. SoftBank kann von einem langfristig steigenden Wert seiner Beteiligung ausgehen, muss die dafür notwendigen Mittel aber bereits heute bereitstellen.
Für die Bewertung der wirtschaftlichen Perspektiven sind weitere Faktoren entscheidend. Dazu gehören die Entwicklung der Nutzerzahlen, die Zahlungsbereitschaft von Privat- und Unternehmenskunden, die Kosten pro Anfrage, die Auslastung der Rechenzentren und die Fähigkeit, Einnahmen langfristig zu skalieren.
Auch die Konkurrenzsituation bleibt relevant. Neben OpenAI investieren zahlreiche Technologieunternehmen in eigene Modelle und Infrastrukturen. Fortschritte bei Open-Source-Modellen, effizienteren Trainingsverfahren oder spezialisierten Chips könnten den Kapitalbedarf reduzieren. Sie könnten gleichzeitig aber auch den Preisdruck erhöhen und die Amortisierung bereits geplanter Großprojekte erschweren.
Ausblick auf die nächsten Finanzierungsschritte
Im Mittelpunkt steht zunächst die endgültige Preisfestsetzung der Anleihen. Sie wird zeigen, welchen Risikoaufschlag Investoren tatsächlich verlangen und ob SoftBank das geplante Volumen zu den angestrebten Bedingungen platzieren kann. Ebenso wichtig ist, ob die Mittel wie vorgesehen für die OpenAI-Tranche eingesetzt und bestehende kurzfristige Finanzierungen abgelöst werden.
Darüber hinaus wird der Markt beobachten, ob SoftBank weitere Schulden aufnehmen muss, falls zusätzliche Investitionsrunden bei OpenAI oder weitere Infrastrukturprojekte anstehen. Entscheidend ist dabei die Entwicklung des Verhältnisses zwischen Beteiligungswerten, operativen Einnahmen, Zinslast und Liquidität.
Für OpenAI bleibt die Frage offen, wie das Unternehmen seinen langfristigen Kapitalbedarf decken will, solange ein Börsengang nicht als kurzfristige Finanzierungsquelle zur Verfügung steht. Private Investoren und strategische Partner können die Expansion weiter unterstützen. Mit zunehmendem Finanzierungsvolumen steigen jedoch auch die Anforderungen an Transparenz, Governance und belastbare Umsatzmodelle.
Die geplante SoftBank-Emission ist damit mehr als eine einzelne Transaktion. Sie macht sichtbar, wie eng die Entwicklung generativer KI inzwischen mit den internationalen Kapital- und Infrastrukturmärkten verbunden ist. Für Unternehmen, Investoren und politische Entscheidungsträger wird es entscheidend sein, nicht nur die technischen Fortschritte, sondern auch die Tragfähigkeit der dahinterliegenden Finanzierungsmodelle zu beobachten.
Einordnung für die Praxis: Unternehmen sollten die Meldung nicht als isoliertes Ereignis betrachten. Sie ist ein Hinweis darauf, dass KI-Infrastruktur zunehmend durch langfristige, kapitalintensive und miteinander verflochtene Projekte getragen wird. Wer KI strategisch einsetzen möchte, sollte deshalb technische Leistungsfähigkeit, Anbieterresilienz und Gesamtbetriebskosten gemeinsam bewerten.
Bibliografie
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- Handelsblatt: „Softbank begibt für OpenAI-Einstieg weitere Milliardenanleihen“, 21. September 2026, https://www.handelsblatt.com/unternehmen/handel-konsumgueter/technologie-softbank-begibt-fuer-openai-einstieg-weitere-milliardenanleihen/100256234.html
- Börsen-Zeitung, Martin Fritz: „Softbank startet größte Junk-Bond-Emission“, 23. September 2026, https://www.boersen-zeitung.de/unternehmen-branchen/softbank-mit-groesster-junk-bond-emission
- Yahoo Finance Deutschland beziehungsweise Investing.com, Ayushman Ojha: „Bloomberg: SoftBank plant Anleiheemission über 11 Mrd. US-Dollar zur Finanzierung von KI-Investitionen“, 20. September 2026, https://de.finance.yahoo.com/nachrichten/bloomberg-softbank-plant-anleiheemission-%C3%BC-023257474.html
- The Decoder, Maximilian Schreiner: „SoftBank will mit riskanten Anleihen mehr als elf Milliarden Dollar für OpenAI aufnehmen“, 21. September 2026, https://the-decoder.de/softbank-will-mit-riskanten-anleihen-mehr-als-elf-milliarden-dollar-fuer-openai-aufnehmen/
- FinanceFeeds, Abdelaziz Fathi: „SoftBank nutzt Anleihemarkt für 10-Milliarden-Dollar-Tranche der OpenAI-Investition“, 21. September 2026, https://financefeeds.com/de/softbank-anleihemarkt-openai-investition/
- IT-Boltwise: „SoftBank platziert Anleihen für die nächste OpenAI-Tranche in Milliardenhöhe“, 22. September 2026, https://www.it-boltwise.de/softbank-platziert-anleihen-fuer-die-naechste-openai-tranche-in-milliardenhoehe.html
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