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Neues Rahmenwerk zur Förderung von KI-Kompetenz in Schulen

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August 8, 2026

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    Das Wichtigste in Kürze

    • Das AI Literacy Framework wurde von der OECD, der Europäischen Kommission und Code.org entwickelt, um KI-Kompetenzen in Schulen zu fördern.
    • Es dient als Vorbereitung auf die PISA-Erhebung 2029, welche Medien- und KI-Kompetenz abfragen wird.
    • Das Framework gliedert sich in vier Kompetenzbereiche: Bewusster Umgang, kreative Anwendung, gezielter Einsatz und aktive Mitgestaltung von KI.
    • Jede Kompetenz wird auf drei Progressionsstufen (grundlegend, fortgeschritten, vertieft) beschrieben und ist fächerübergreifend anwendbar.
    • Ethische Aspekte wie Bias, Transparenz und Rechenschaftspflicht sind integraler Bestandteil des Frameworks.
    • Der KI-Campus stellt ergänzende Materialien für den deutschsprachigen Raum bereit, um die Umsetzung im Unterricht zu unterstützen.
    • Das Framework ist offiziell in die KI-Verordnung der Europäischen Union aufgenommen worden und dient als Orientierungsrahmen.

    KI-Kompetenz in Schulen: Ein strategischer Imperativ

    Die Integration Künstlicher Intelligenz (KI) in den Alltag von Kindern und Jugendlichen schreitet unaufhaltsam voran. Diese Entwicklung stellt Bildungseinrichtungen vor die Herausforderung, eine Generation auf Technologien vorzubereiten, die sich dynamischer entwickeln als traditionelle Lehrpläne. In diesem Kontext gewinnt die systematische Vermittlung von KI-Kompetenz in Schulen an entscheidender Bedeutung. Ein zentrales Instrument hierfür ist das kürzlich vorgestellte AI Literacy Framework.

    Das AI Literacy Framework: Eine gemeinsame Initiative

    Das AI Literacy Framework, entwickelt von der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) in Kooperation mit der Europäischen Kommission und der US-amerikanischen Initiative Code.org, zielt darauf ab, einen kohärenten Rahmen für die Vermittlung essenzieller KI-Kompetenzen zu schaffen. Die Entstehung dieses Rahmenwerks ist eng mit der Ankündigung der OECD verknüpft, im Jahr 2029 erstmals Medien- und KI-Kompetenzen im Rahmen der PISA-Erhebung zu evaluieren. Diese kommende Evaluation unterstreicht die Notwendigkeit, bereits heute die Grundlagen für ein umfassendes Verständnis von KI bei jungen Menschen zu legen.

    Die Entwicklung des Frameworks umfasste einen Zeitraum von über anderthalb Jahren und integrierte Feedback aus der globalen Bildungscommunity. Insbesondere in Deutschland trug der Stifterverband, unterstützt durch die TÜV SÜD Stiftung, durch eine eigene Arbeitsgruppe zur Kontextualisierung und Anpassung bei. Das Ergebnis ist ein Konzept, das Kompetenzanforderungen nicht nur theoretisch definiert, sondern direkt mit konkreten Lernszenarien für den Unterricht verknüpft.

    Vier Dimensionen der KI-Kompetenz

    Das AI Literacy Framework strukturiert die erforderlichen Kompetenzen in vier Kernbereiche, die aufeinander aufbauen und sich gegenseitig ergänzen:

    • Mit KI bewusst umgehen: Dieser Bereich legt den Grundstein für das Verständnis von KI im Alltag. Er beinhaltet die Fähigkeit, die Rolle und den Einfluss von KI in verschiedenen Kontexten zu erkennen. Florian Rampelt, Programmleiter für Future Skills & KI beim Stifterverband und Mitglied des internationalen Expertenteams, verdeutlicht dies am Beispiel von "KI oder nicht"-Spielen im Unterricht, bei denen Lernende Alltagsbeispiele wie Smart-Home-Geräte oder soziale Medien hinsichtlich ihres KI-Einsatzes einordnen.
    • KI kreativ anwenden: Hier geht es um die praktische Interaktion mit KI-Systemen und die Nutzung ihrer Potenziale für kreative Prozesse und Problemlösungen.
    • KI gezielt einsetzen: Dieser Bereich fokussiert auf die Fähigkeit, KI-Systeme zielgerichtet und effektiv für spezifische Aufgaben und Herausforderungen zu nutzen. Dazu gehört auch das Verständnis der Funktionsweisen von KI und die kritische Auseinandersetzung mit dem Ressourcenverbrauch generativer KI-Anwendungen. Rampelt betont die Wichtigkeit dieses Bewusstseins, da jede Nutzung generative KI-Systeme Ressourcen verbraucht, was im Alltag oft übersehen wird.
    • KI aktiv mitgestalten: Die höchste Stufe der Kompetenz beinhaltet die Fähigkeit, KI-Systeme nicht nur zu nutzen und zu verstehen, sondern aktiv an ihrer Entwicklung und Gestaltung teilzuhaben, unter Berücksichtigung ethischer und gesellschaftlicher Implikationen.

    Jede dieser Kompetenzen wird in drei Progressionsstufen – grundlegend, fortgeschritten und vertieft – beschrieben, um eine flexible Integration in verschiedene Bildungsstufen und Fächer zu ermöglichen.

    Ethische Aspekte und praktische Umsetzung

    Ein durchgängiges Element des Frameworks sind ethische Überlegungen. Diese umfassen die Auseinandersetzung mit Verzerrungen (sogenannten Biases) in KI-Systemen und deren gesellschaftlichen Konsequenzen. Kritisches Denken wird dabei eng mit ethischen Aspekten verknüpft, und Verantwortungsbewusstsein wird als fundamentale Haltung im Umgang mit KI hervorgehoben. Prinzipien wie Fairness, Transparenz und Rechenschaftspflicht sind laut Rampelt unverzichtbar für ein verantwortungsvolles KI-Design.

    Für den deutschsprachigen Raum stellt der KI-Campus bereits ergänzende Materialien zur Verfügung. Florian Rampelt unterstreicht die Notwendigkeit einer lokalen Kontextualisierung des Frameworks, um eine effektive Nutzung in verschiedenen Ländern und Regionen zu gewährleisten. Initiativen wie ein Ideenwettbewerb mit der TÜV SÜD Stiftung fördern die Entwicklung spezifischer Umsetzungsideen an Hochschulen und Schulen. Das übergeordnete Ziel ist es, schrittweise Online-Kurse und Bildungsmaterialien für die verschiedenen Kompetenzbereiche bereitzustellen, die direkt im Unterricht eingesetzt werden können.

    Regulatorische Verankerung und Ausblick

    Die Bedeutung des AI Literacy Frameworks wird durch seine offizielle Aufnahme in die KI-Verordnung der Europäischen Union zusätzlich unterstrichen. Damit dient es als verbindlicher Orientierungsrahmen für alle europäischen Organisationen und Unternehmen, die KI-Systeme einsetzen. Diese regulatorische Verankerung signalisiert die europäische Anerkennung der Notwendigkeit einer umfassenden KI-Bildung und -Kompetenzentwicklung.

    Die systematische Vermittlung von KI-Kompetenzen in Schulen ist somit nicht nur eine pädagogische Aufgabe, sondern ein strategischer Schritt zur Vorbereitung der Gesellschaft auf eine durch KI geprägte Zukunft. Das AI Literacy Framework bietet hierfür eine fundierte und praxisorientierte Grundlage, die Lehrkräften und Bildungseinrichtungen die notwendigen Werkzeuge an die Hand gibt, um diese Transformation aktiv zu gestalten.

    Bibliography

    - Grünewald, Isabel. "KI-Update Deep-Dive: Wie Schulen KI-Kompetenz systematisch vermitteln können". heise online, 7. August 2026. - Falck, Joscha. "KI-Kompetenzen für Lehrende und Lernende". Universität Paderborn, 13. März 2025. - Kultusministerkonferenz. "Handlungsempfehlung für die Bildungsverwaltung zum Umgang mit Künstlicher Intelligenz in schulischen Bildungsprozessen". Beschluss der Bildungsministerkonferenz, 10. Oktober 2024. - OECD, Europäische Kommission, Code.org. "AI Literacy Framework". ailiteracyframework.org.

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