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Dominanz amerikanischer KI-Modelle im deutschen Unternehmenssektor
Das Wichtigste in Kürze
- US-amerikanische KI-Modelle dominieren den deutschen Unternehmenssektor.
- ChatGPT von OpenAI ist mit 76 % Nutzung das führende KI-Tool in deutschen Unternehmen.
- Chinesische und europäische KI-Modelle spielen in der deutschen Wirtschaft bislang eine untergeordnete Rolle.
- Datenschutz- und Sicherheitsbedenken werden als Hauptgründe für die geringe Akzeptanz chinesischer KI genannt.
- Bitkom fordert eine stärkere Unterstützung europäischer Anbieter zur Förderung digitaler Souveränität.
- Kleine, spezialisierte KI-Systeme bieten Chancen für europäische Entwickler.
Die Landschaft der Künstlichen Intelligenz (KI) in deutschen Unternehmen wird maßgeblich von US-amerikanischen Anbietern geprägt. Eine aktuelle Umfrage des Digitalbranchenverbands Bitkom unterstreicht diese Dominanz und zeigt auf, dass Modelle aus China und Europa im Vergleich dazu kaum Relevanz besitzen.
US-amerikanische Dominanz in deutschen Unternehmen
Die Erhebung, an der 603 Unternehmen mit 20 oder mehr Beschäftigten teilnahmen, verdeutlicht eine klare Präferenz für KI-Lösungen aus den Vereinigten Staaten. An der Spitze steht dabei unangefochten ChatGPT von OpenAI, welches von 76 Prozent der KI-nutzenden Unternehmen eingesetzt wird. Dies stellt eine Steigerung gegenüber dem Vorjahr (70 Prozent) dar und festigt die Position als Marktführer.
Dahinter folgt Microsofts KI-Assistenzsystem Copilot, das von 35 Prozent der Unternehmen genutzt wird (Vorjahr: 28 Prozent). Hierbei kommen sowohl Microsofts eigene MAI-Modelle als auch Technologien von OpenAI und Anthropic zum Einsatz. Die Gemini-Modelle von Google belegen mit 28 Prozent (Vorjahr: 22 Prozent) den dritten Platz.
Geringe Akzeptanz chinesischer und europäischer Modelle
Im Gegensatz zur starken Präsenz US-amerikanischer Anbieter spielen Modelle aus China und Europa eine marginale Rolle. Laut der Bitkom-Umfrage nutzen lediglich zwei Prozent der deutschen Unternehmen DeepSeek und ein Prozent Qwen-Modelle von Alibaba. Diese chinesischen Open-Weight-Modelle, die in Benchmarks mit US-Spitzenmodellen konkurrieren und geringere Tokenkosten versprechen, haben somit bisher kaum Eingang in den deutschen Markt gefunden.
Auch europäische Anbieter konnten sich bisher nicht etablieren. Die Umfrage ergab, dass kein einziges befragtes Unternehmen Modelle des führenden europäischen Anbieters Mistral aus Frankreich nutzt. Ebenso spielen Llama-Modelle von Meta (8 Prozent), die KI-Funktionen von SAPs Joule (6 Prozent) und Claude von Anthropic (3 Prozent) eine deutlich geringere Rolle.
Gründe für die Zurückhaltung gegenüber chinesischer KI
Die geringe Nutzung chinesischer KI-Modelle in Deutschland ist nicht primär auf technische Defizite zurückzuführen. Chinesische Modelle wie Kimi K3 oder Qwen 3.8 haben in den letzten Monaten durch ihre Leistung in Benchmarks und ihre Kosteneffizienz auf sich aufmerksam gemacht. Ein wesentlicher Faktor für die Zurückhaltung deutscher Unternehmen sind vielmehr Bedenken hinsichtlich Datenschutz und Datensicherheit. Diese Aspekte sind für B2B-Kunden in Deutschland von hoher Relevanz und beeinflussen die Wahl der eingesetzten Technologien maßgeblich.
Ein weiterer Aspekt ist die Frage der digitalen Souveränität. Während Unternehmen wie Coinbase und Airbnb bereits öffentlich gemacht haben, dass sie für spezifische Aufgaben chinesische Open-Weight-Modelle auf westlicher Infrastruktur einsetzen, scheint dieser Trend in Deutschland noch nicht angekommen zu sein.
Chancen für europäische Anbieter und die Rolle der digitalen Souveränität
Dr. Ralf Wintergerst, Präsident des Bitkom, kommentierte die Ergebnisse der Umfrage mit einem klaren Appell: „Die deutsche Wirtschaft setzt bei Künstlicher Intelligenz derzeit fast ausschließlich auf Anwendungen aus den USA. Wer digitale Souveränität will, muss europäischen Anbietern eine Chance geben.“ Er betonte zudem, dass nicht jede Unternehmensaufgabe das größte und neueste Modell erfordere. Für viele Anwendungen seien spezialisierte, kleinere Systeme ausreichend, die zudem kostengünstiger eingesetzt werden könnten. Dies biete eine signifikante Chance für europäische Anbieter.
Die Diskussion um digitale Souveränität gewinnt im Kontext der KI-Entwicklung zunehmend an Bedeutung. Eine Studie von GreenPT unterstreicht, dass etwa die Hälfte der deutschen KI-Unternehmen von US-amerikanischen Frontier-Anbietern abhängig ist, während ein ähnlicher Anteil eigene Modelle entwickelt. Trotzdem werben viele dieser Unternehmen mit digitaler Souveränität, nutzen aber weiterhin proprietäre US-Modelle. Dies verdeutlicht die Diskrepanz zwischen Anspruch und Realität.
Ausblick und zukünftige Entwicklungen
Derzeit zeichnet sich ab, dass die USA in der KI-Nutzung am Arbeitsplatz sowohl Europa als auch China enteilen. Studien, wie die des Wissenschaftszentrums Berlin für Sozialforschung (WZB), zeigen, dass die Unterschiede in der KI-Nutzung zwischen den Ländern über die Zeit gewachsen sind und das Produktivitätswachstum beeinflussen. Die geringere KI-Nutzung in Europa wird als ein Erklärungsfaktor für ein geringeres Produktivitätswachstum im Vergleich zu den USA genannt.
Es bleibt abzuwarten, ob der Trend zu offenen Modellen, wie er von Nvidia und der Übernahme von Hugging Face vorangetrieben wird, auch in der deutschen Wirtschaft an Bedeutung gewinnen und den Druck auf Anbieter geschlossener Modelle erhöhen wird. Dies könnte neue Möglichkeiten für eine diversifiziertere KI-Landschaft schaffen, in der auch europäische und offene chinesische Modelle eine größere Rolle spielen könnten.
Bibliography
- Kannenberg, A. (2026, 09. September). Chinas Open-Weight-Modelle spielen noch keine Rolle. heise online. - Bitkom e. V. (2026, 09. September). KI aus China? Für die deutsche Wirtschaft praktisch kein Thema. Presseinformation | Bitkom e. V. - finanzen.at. (2026, 09. September). US-KI dominiert in Firmen: China-Modelle kaum genutzt, EU-KI spielt keine Rolle. - europesays.com. (2026, 09. September). US-KI dominiert in Firmen: China-Modelle kaum genutzt, EU-KI spielt keine Rolle - Europa. - Fellmeth, A. (2026, 09. September). Warum Chinas KI in deutschen Firmen keine Rolle spielt. connect-professional.de. - GreenPT. (2026, 04. Juli). Deutsche KI-Unternehmen und ihre Modellanbieter. - Ladner, R. (2026, 13. Juli). US-amerikanische Modelle der künstlichen Intelligenz herrschen auch in deutschen KI-Unternehmen vor. netzpalaver.de. - dpa (Deutsche Presse-Agentur). (2026, 26. Januar). USA enteilen Europa und China bei KI-Nutzung. CIO DE. - Redaktion ad-hoc-news.de. (2026, 28. Juli). DAX-Konzerne: Microsoft dominiert KI-Werkzeuge bei 40 Leitindex-Unternehmen. ad-hoc-news.de. - WZB. (2026, 30. März). Europa liegt bei KI-Nutzung am Arbeitsplatz deutlich hinter den USA.Passend dazu in Mindverse Studio
- KI-Chat mit allen führenden ModellenGPT, Claude und Gemini in einer Oberfläche — mit Websuche und Quellenangaben.
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