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Geplanter KI-Campus in Devon: Proteste verschärfen Debatte über Standort und Planung

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KI-generierte Illustration: Geplanter KI-Campus in Devon: Proteste verschärfen Debatte über Standort und Planung
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Das Wichtigste in Kürze

  • Eine Neunjährige forderte den Torridge District Council auf, sich gegen den geplanten Campus nahe Great Torrington einzusetzen; etwa 100 Menschen protestierten ebenfalls. [1]
  • Xlinks plant ein Rechenzentrum mit 1,5 Gigawatt Leistung sowie einen Batteriespeicher auf einem insgesamt rund 344 Hektar großen Gelände. [1] [2]
  • Der Gemeinderat erklärt frühe Gespräche mit dem Unternehmen zur üblichen vertraulichen Vorabstimmung und betont, dass noch kein Bauantrag vorliegt. [1] [2]
  • Umstritten sind unter anderem Flächenverbrauch, mögliche Wasserverbräuche, Landschaftseingriffe und die Informationspolitik; mehrere zentrale Angaben stammen bislang vom Unternehmen oder beruhen auf älteren Entwürfen. [1] [2]
  • Xlinks hat öffentliche Informationsveranstaltungen verschoben. Das Unternehmen nennt Arbeitsplätze und wirtschaftliche Impulse als erwartete Vorteile, die bislang nicht unabhängig belegt sind. [1] [3]
// Inhalt · 7 Abschnitte
  1. Protest im Gemeinderat, obwohl das Projekt nicht auf der Tagesordnung stand
  2. Ein groß dimensioniertes Vorhaben in einer UNESCO-Biosphäre
  3. Planungsgespräche und Streit über Transparenz
  4. Wasser, Fläche und Batteriespeicher als offene Prüffragen
  5. Wirtschaftliche Versprechen sind bislang Unternehmensangaben
  6. Verschobene Veranstaltungen erschweren den frühen Dialog
  7. Was der Fall für Infrastrukturprojekte signalisiert
  8. Quellen

Protest im Gemeinderat, obwohl das Projekt nicht auf der Tagesordnung stand

Eine neunjährige Anwohnerin namens Demelza hat den Torridge District Council aufgefordert, sich gegen die geplanten Anlagen von Xlinks einzusetzen. Bei einer Sitzung des vollständigen Gemeinderats sagte sie, das Vorhaben könne große Landflächen beanspruchen und ihr Zuhause dauerhaft verändern. Sie forderte die Ratsmitglieder auf, für die Menschen vor Ort, ihre Gemeinschaft und die Landschaft einzutreten. [1]

Die Sitzung behandelte den Rechenzentrumsplan nach Angaben der BBC nicht als Tagesordnungspunkt. Dennoch kamen etwa 100 Menschen zu einer Protestaktion vor dem Treffen; weitere Einwohner äußerten sich während der öffentlichen Beiträge kritisch. Ein Redner spielte eine Aufnahme mit dem Geräusch eines Rechenzentrums ab. Ein anderer sagte, die Grenze der geplanten Anlage liege drei Meter von seinem Grundstück entfernt. Das sind Angaben der Sprecher und keine unabhängig bestätigten Messwerte. [1]

Der Protest macht einen Konflikt sichtbar, der über die grundsätzliche Zustimmung zu KI-Infrastruktur hinausgeht: Anwohner stellen die Wahl des Standorts, die örtlichen Auswirkungen und den Ablauf der Planung infrage. Für Unternehmen, die große Anlagen planen, ist das ein Hinweis darauf, dass technische Kapazität und wirtschaftliche Versprechen allein keine lokale Akzeptanz sichern. Das ist eine Analyse der in den Quellen geschilderten Auseinandersetzung, keine Aussage über den späteren Ausgang des Genehmigungsverfahrens. [1] [2]

Ein groß dimensioniertes Vorhaben in einer UNESCO-Biosphäre

Xlinks plant nahe Great Torrington im Norden der englischen Grafschaft Devon einen KI-Rechenzentrumscampus mit einer angegebenen Leistung von 1,5 Gigawatt. Ergänzt werden soll er durch einen Batteriespeicher. Das Gelände zwischen Great Torrington, Weare Giffard und Huntshaw umfasst nach den Berichten insgesamt rund 850 Acres, also etwa 344 Hektar. Es liegt in einer UNESCO-Biosphärenregion. Die Bezeichnung beschreibt den Standort; sie belegt für sich genommen weder ein Bauverbot noch eine konkrete rechtliche Entscheidung über das Vorhaben. [1] [2]

Die BBC berichtet, Xlinks wolle etwas mehr als ein Drittel des Gesamtareals mit dem Data Campus belegen. Nach Darstellung des Unternehmens soll das gesamte Gelände größer sein als die benachbarte Stadt Great Torrington. Der Guardian beschreibt fünf geplante Großgebäude mit Höhen zwischen etwa 15 und 40 Metern. Zwei der größten Gebäude sollen demnach jeweils rund 335 mal 267 Meter messen und eine Grundfläche von ungefähr neun Hektar haben. Die Angaben beruhen auf den von der Zeitung ausgewerteten Unterlagen und Projektinformationen; ein eingereichter Bauantrag, anhand dessen sich der endgültige Entwurf prüfen ließe, liegt laut BBC bislang nicht vor. [1] [2]

Ein Rechenzentrum besteht laut BBC aus großen Lagerhallen, in denen leistungsfähige Computer digitale Dienste ausführen. Der geplante Standort verbindet diese Recheninfrastruktur mit einem Batteriespeicher. Xlinks beziffert dessen geplante Leistung auf 1,8 Gigawatt; der Guardian nennt außerdem 1.720 containerisierte Einheiten. Diese Leistungsangabe ist nicht mit der gespeicherten Energiemenge gleichzusetzen: Die Quellen nennen keine Kapazität in Megawattstunden, die einen Vergleich der möglichen Speicherdauer erlauben würde. [1] [2]

Planungsgespräche und Streit über Transparenz

Der aktuelle Konflikt wird auch durch die Vorgeschichte der Abstimmung mit der Kommune geprägt. Dokumente, die nach Anträgen auf Informationsfreiheit freigegeben wurden, zeigen laut BBC, dass Mitarbeiter des Torridge District Council bereits im März 2025 mit dem Projektentwickler gesprochen hatten. Der Guardian berichtet zusätzlich von einem Schreiben des Gemeinderats aus dem April 2025, das eine Unterstützung „im Grundsatz“ signalisiert habe. Diese Gespräche und das Schreiben fanden demnach statt, bevor das Vorhaben öffentlich vorgestellt wurde. [1] [2]

Der Gemeinderat erklärt, vertrauliche Vorabgespräche zwischen Antragstellern und der örtlichen Planungsbehörde seien übliche Praxis. Eine vorläufige Antwort sei keine Bestätigung eines konkreten Vorhabens, sondern solle Orientierung für die spätere Planung geben. Der Guardian berichtet außerdem, die Behörde habe den Brief als Einschätzung zur grundsätzlichen planungsrechtlichen Akzeptanz eingeordnet. Die verfügbaren Angaben belegen daher frühe Kontakte, aber nicht, dass das Projekt genehmigt oder eine spätere Entscheidung vorweggenommen wurde. [1] [2]

Für die lokale Kampagne ist die zeitliche Abfolge dennoch ein Transparenzproblem. Emily Clark von der Devon Datacentre and BESS action group kritisierte gegenüber dem Guardian, private Treffen und E-Mail-Wechsel hätten bei Einwohnern den Eindruck erweckt, das Vorhaben werde als bereits beschlossene Sache behandelt. Das ist die Einschätzung einer Vertreterin der Protestbewegung. Der Council weist mit seiner Beschreibung der Vorabstimmung auf deren beratenden und vertraulichen Charakter hin. Aus den Quellen ergibt sich somit ein Streit über Verfahren und öffentliche Nachvollziehbarkeit, nicht der Nachweis einer erteilten Baugenehmigung. [2]

Die BBC berichtet, dass bislang noch keine Pläne eingereicht wurden. Der Gemeinderat erklärte, ein formeller Antrag werde nach Eingang validiert und im Planungsportal veröffentlicht. Das ist für die Bewertung des Projektstands entscheidend: Frühzeitige Gespräche, öffentliche Ankündigungen und eine formale Genehmigungsprüfung sind unterschiedliche Verfahrensschritte. [1] [2]

Wasser, Fläche und Batteriespeicher als offene Prüffragen

Anwohner und Aktivisten nennen nach dem Bericht des Guardian unter anderem den Verlust landwirtschaftlicher Flächen, die Veränderung der Landschaft, Wasserbedarf, Lärm, Abwasser und Sicherheitsfragen beim Batteriespeicher als Gründe für ihre Ablehnung. Diese Punkte sind bislang vor allem als Bedenken und Prüfgegenstände dokumentiert. Die Quellen weisen nicht nach, dass daraus bereits konkrete Schäden entstanden sind. [1] [2]

Beim Wasserbedarf stehen unterschiedliche Planungsstände nebeneinander. Xlinks erklärte dem Guardian, der Campus solle Wasser wiederverwenden und hauptsächlich mit Regenwasser ergänzt werden. Eine durch eine Informationsfreiheitsanfrage bekannt gewordene Schätzung bezifferte den jährlichen Verbrauch unter extremen Bedingungen wie starker Hitze und schwerer Dürre auf rund 2,9 Milliarden Liter. Das Unternehmen sagte, diese Berechnung beruhe auf einem inzwischen überholten Entwurf; ein neueres Design solle später öffentlich gemacht werden. Die Zahl ist deshalb keine bestätigte Prognose für den aktuellen Planungsstand. [2]

Der Streit um den Batteriespeicher berührt zugleich eine überörtliche Infrastrukturfrage. Der Guardian berichtet, dass Speicher helfen sollen, Angebot und Nachfrage im Stromsystem auszugleichen, wenn der Anteil von Wind- und Solarstrom wächst. Die britische Regierung schätzt demnach den notwendigen Batterieausbau bis 2030 auf 23 bis 27 Gigawatt. Zugleich gebe es laut einer Untersuchung der House of Commons Library keine vollständige staatliche Datengrundlage zum aktuellen Gesamtbestand und keine spezifische Standortpolitik für solche Anlagen. Die Angaben erklären den energiepolitischen Bedarf, entscheiden aber nicht, ob gerade der Standort in Devon geeignet ist. [2]

Für Unternehmen ist diese Unterscheidung relevant: Ein übergeordneter Bedarf an Rechen- oder Speicherkapazität beantwortet noch nicht die Fragen nach Netzanbindung, Ressourcenverbrauch, Flächenkonflikten und lokaler Umweltprüfung. Im konkreten Fall sind diese Fragen umso schwerer abschließend zu bewerten, solange der endgültige Entwurf und ein formeller Antrag fehlen. Diese Einordnung folgt aus dem dokumentierten Planungsstand und den im Bericht benannten offenen Punkten. [1] [2]

Wirtschaftliche Versprechen sind bislang Unternehmensangaben

Xlinks verbindet das Vorhaben mit Beschäftigung und wirtschaftlichen Impulsen. In der von der BBC wiedergegebenen Stellungnahme spricht das Unternehmen von 650 bis 1.200 dauerhaften Arbeitsplätzen und einem jährlichen Beitrag von 3,6 Milliarden Pfund zur lokalen Wirtschaft. Der Guardian nennt eine Spanne von 600 bis 1.200 Jobs und beziffert das Projektvolumen laut Unternehmen auf 13,8 Milliarden Pfund. Die abweichenden Angaben zur unteren Grenze der Beschäftigungsspanne und die unterschiedlichen wirtschaftlichen Kennzahlen sollten nicht miteinander gleichgesetzt werden: Ein jährlicher Beitrag zur Regionalwirtschaft ist etwas anderes als eine Investitionssumme. [1] [2]

Diese Werte sind Prognosen beziehungsweise Angaben des Entwicklers, keine in den Quellen unabhängig bestätigten Ergebnisse. Die Berichte liefern keine Aufschlüsselung dazu, wie viele Stellen dauerhaft vor Ort entstehen sollen, welche Qualifikationen gefragt wären oder wie die genannte Wirtschaftsleistung berechnet wird. Für Kommunen und potenzielle Zulieferer wären solche Details wichtig, um Nutzenversprechen mit Infrastrukturkosten, Flächenverbrauch und möglichen Belastungen vergleichen zu können. [1] [2]

Xlinks erklärte außerdem, es führe Natur- und Wildtieruntersuchungen durch und wolle die Biodiversität gesetzlich vorgeschrieben um mindestens zehn Prozent verbessern. Gebäude sollten durch Geländeverlauf, Bepflanzung und vorhandene Baumreihen weniger sichtbar sein; erforderliche Minderungsmaßnahmen sollten in die Planung aufgenommen werden. Das sind Zusagen und Darstellungen des Unternehmens. Ob sie ausreichen, lässt sich erst anhand der ausgearbeiteten Umweltunterlagen und der späteren behördlichen Prüfung beurteilen. [2]

Verschobene Veranstaltungen erschweren den frühen Dialog

Xlinks hatte öffentliche Informations- und Konsultationstage für mehrere Orte im Juli angekündigt, diese dann aber verschoben. Das Unternehmen begründete die Verschiebung laut BBC mit zusätzlichem Gesprächsbedarf und dem Wunsch, die Sommerferienzeit zu vermeiden. Es kündigte kleinere, informelle Gespräche in der Region an; neue Termine für die größeren Veranstaltungen sollten später bekanntgegeben werden. Im Bericht vom 27. Oktober heißt es, ein neuer Termin stehe noch nicht fest. [1] [3]

Die Verzögerung fällt in eine Phase, in der die öffentliche Debatte bereits deutlich sichtbar ist. Die BBC berichtet von Protesten und Beiträgen bei einer Ratssitzung; der Guardian schildert eine organisierte lokale Kampagne und veröffentlicht aus Informationsfreiheitsanfragen gewonnene Einblicke in frühe Gespräche. Zugleich betonen Council und Unternehmen, dass das Vorhaben noch nicht den formellen Genehmigungsprozess durchlaufen hat. [1] [2]

Analytisch entsteht damit ein schwieriges Timing: Der Projektentwickler will nach eigener Aussage Rückmeldungen aufnehmen, während Anwohner bereits über Umfang und Standort des Vorhabens diskutieren und zugleich mehr Informationen zur Planung verlangen. Eine Konsultation kann Akzeptanz nicht automatisch herstellen. Für die Qualität der Debatte kommt es darauf an, ob belastbare Entwurfs-, Umwelt- und Ressourcenangaben rechtzeitig vorliegen und öffentlich nachvollziehbar beantwortet werden. Das ist eine Einordnung der beschriebenen Abläufe; über den tatsächlichen Umfang oder die Wirksamkeit eines künftigen Beteiligungsverfahrens geben die Quellen noch keine Auskunft. [1] [2] [3]

Was der Fall für Infrastrukturprojekte signalisiert

Der Fall in Devon zeigt, wie eng bei einem großen KI-Campus mehrere Planungsebenen zusammenlaufen: Rechenleistung, Stromspeicherung, Landnutzung, Wasser und lokale Beteiligung. Der Bedarf an digitalen Diensten oder an Netzspeichern kann das Projekt politisch begründen, ersetzt aber weder eine standortbezogene Prüfung noch eine verständliche Darstellung der Folgen. [1] [2]

Für Unternehmen, die Rechenzentren, Batteriespeicher oder andere energieintensive Anlagen entwickeln, liegt die geschäftliche Relevanz nicht nur in Genehmigungsfristen. Früh veröffentlichte, überprüfbare Informationen zu Flächenbedarf, Ressourcenplanung und wirtschaftlichen Effekten können helfen, Erwartungen realistisch zu halten. Im Devon-Projekt sind zentrale Angaben zu Wasser und Beschäftigung noch Unternehmensdarstellungen oder an überholte Entwürfe gebunden; zugleich liegt laut BBC noch kein formeller Antrag vor. Das begrenzt derzeit belastbare Aussagen über die tatsächlichen Auswirkungen. [1] [2]

Ob das Vorhaben weiterentwickelt, verändert oder genehmigt wird, lässt sich aus den vorliegenden Berichten nicht ableiten. Fest steht lediglich, dass die Planung öffentlich umkämpft ist, Xlinks das Projekt noch als frühen Entwurf beschreibt und der Gemeinderat eine formelle Prüfung erst nach Einreichung eines Antrags in Aussicht stellt. Die Bitte der neunjährigen Demelza, die Ratsmitglieder sollten für die lokale Gemeinschaft und Landschaft eintreten, steht damit am Anfang einer Auseinandersetzung, deren technische, wirtschaftliche und planerische Grundlagen noch nicht abschließend vorliegen. [1] [2]

Quellen

  1. [1] Girl, 9, asks council to 'fight' in Torrington data centre row — https://www.bbc.com/news/articles/cq4g1k7m0mlpo (abgerufen am 2026-10-27)
  2. [2] ‘People are standing up and fighting back’: the north Devon revolt against a vast AI datacentre | Datacentres - UK | The Guardian — https://www.theguardian.com/uk-news/2026/sep/27/people-are-standing-up-and-fighting-back-north-devon-ai-datacentre (abgerufen am 2026-10-27)
  3. [3] Public events postponed over massive data centre near Torrington — https://www.bbc.com/news/articles/c9w20zxydjko (abgerufen am 2026-10-27)

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