Character.AI beantragt Chapter 11 – Disney bietet 20 Millionen Dollar für Technologielizenz
Mindverse News
KI-gestützt erstellt 2 Quellen Originalmeldung: therundown.ai Arbeitsweise
Das Wichtigste in Kürze
- Character.AI hat in den USA ein freiwilliges Chapter-11-Verfahren begonnen und strebt einen gerichtlich begleiteten Verkaufsprozess an. Die Plattform läuft vorerst weiter. [1][2]
- Disney bietet zunächst 20 Millionen Dollar für eine nicht exklusive, zeitlich unbegrenzte Lizenz an bestimmten Technologien beziehungsweise geistigem Eigentum. Der Vorschlag ist kein abgeschlossener Unternehmenskauf. [1][2]
- Andere Interessenten können ein höheres oder besseres Gebot abgeben; Character.AI erwartet den Abschluss des Verkaufsprozesses Ende November oder Anfang Dezember 2026. [1][2]
- Laut Gerichtsunterlagen verliert das Unternehmen monatlich etwa acht bis neun Millionen Dollar – trotz rund zwölf Millionen aktiver Nutzer. [2]
- Parallel bestehen Klagen und behördliche Untersuchungen wegen behaupteter Schäden durch Chatbots. Die verfügbaren Berichte belegen jedoch nicht, welchen Anteil diese Verfahren an der finanziellen Schieflage haben. [1][2]
// Inhalt · 8 Abschnitte
- Ein Verkaufsverfahren statt einer bereits beschlossenen Schließung
- Was Disneys 20-Millionen-Dollar-Angebot umfasst
- Hohe Nutzung, aber erheblicher laufender Finanzierungsbedarf
- Klagen und Untersuchungen: Vorwürfe sind nicht mit Feststellungen gleichzusetzen
- Ein bemerkenswerter Wechsel im Verhältnis zwischen Disney und Character.AI
- Was der Ausgang für Nutzer und Creator offenlässt
- Jugendschutz als zusätzlicher Faktor für den künftigen Betrieb
- Die wirtschaftliche Bewertung bleibt an mehreren Punkten offen
- Quellen
Ein Verkaufsverfahren statt einer bereits beschlossenen Schließung
Character.AI hat am 12. Oktober mitgeteilt, ein freiwilliges Chapter-11-Verfahren in den USA begonnen zu haben. Das Unternehmen will damit einen Verkauf unter Aufsicht des Insolvenzgerichts ermöglichen. Es erklärte zugleich, dass die Plattform ohne ein Angebot, das den Fortbetrieb trägt, eingestellt werden könnte. [1]
Der Antrag bedeutet daher nicht, dass der Dienst bereits abgeschaltet ist oder dass Disney das Unternehmen übernommen hat. Nach Angaben von Character.AI blieb die Plattform zum Zeitpunkt der Mitteilung in Betrieb; auch Abonnements wurden weiter abgerechnet. Das Unternehmen verwies Nutzer zudem auf Möglichkeiten zum Datenexport und zur Kontolöschung. [1] Reuters berichtete ebenfalls, dass der Dienst während des Verfahrens weiterlaufen sollte, eine spätere Schließung aber möglich sei, falls sich kein Käufer findet. [2]
Character.AI erwartet den Abschluss des Verkaufsprozesses für Ende November oder Anfang Dezember 2026. Das ist eine zeitliche Erwartung des Unternehmens, keine bestätigte Frist für einen endgültigen Verkauf oder eine Entscheidung über die Zukunft der Plattform. [1][2]
- Derzeitiger Status: Plattformbetrieb läuft nach Unternehmensangaben weiter. [1][2]
- Offene Frage: Ein Käufer muss sich finden, der den Fortbetrieb finanzieren und übernehmen will. [1]
- Verfahrensziel: Verkauf unter gerichtlicher Aufsicht; ein endgültiger Zuschlag steht noch aus. [1][2]
Was Disneys 20-Millionen-Dollar-Angebot umfasst
Disney Worldwide Services ist mit einem Angebot über 20 Millionen Dollar in den Verkaufsprozess eingestiegen. Vorgesehen ist eine nicht exklusive, zeitlich unbegrenzte Lizenz an bestimmten geistigen Eigentumsrechten von Character.AI. Die Unternehmensmitteilung nennt außerdem bestimmte Ansprüche des Unternehmens als Teil des vorgeschlagenen Vertrags. [1] Reuters beschreibt Disney als sogenannten „Stalking-Horse“-Bieter: Das Angebot bildet den ersten, öffentlich bekannten Ausgangspunkt für das Verfahren. [2]
Der Vorschlag ist ausdrücklich überbietbar. Character.AI beantragt nach eigener Darstellung die Genehmigung von Regeln für das Bieterverfahren, die höhere oder bessere Angebote ermöglichen sollen. Das Gericht hat diese Regeln nach den vorliegenden Angaben also noch nicht abschließend genehmigt; ebenso wenig ist der Lizenzvertrag als abgeschlossen zu behandeln. [1][2]
Disney soll außerdem Übergangsdienstleistungen leisten, die von früheren Beschäftigten von Character.AI unterstützt werden, die Disney eingestellt hat. Reuters berichtet, dass Disney mehrere technische Mitarbeiter sowie den früheren Character.AI-Chef Karandeep Anand angeworben hat. Anand soll bei Disney als Chief Technology Officer die Modernisierung der Technologieentwicklung und -bereitstellung vorantreiben. [1][2]
Für Unternehmen ist die Abgrenzung zwischen Lizenz und Übernahme entscheidend: Die angebotene nicht exklusive Lizenz verschafft Disney nach den bisher veröffentlichten Angaben Nutzungsrechte an bestimmten Technologien oder Rechten, nicht automatisch die Kontrolle über die Plattform oder das gesamte Geschäft. Welche Rechte genau erfasst sind und wie sie sich zu bestehenden Nutzer- oder Creator-Inhalten verhalten, erläutern die vorliegenden Berichte nicht. [1][2]
Hohe Nutzung, aber erheblicher laufender Finanzierungsbedarf
Character.AI ist trotz einer beträchtlichen Nutzerbasis nicht profitabel. Nach Gerichtsunterlagen, über die Reuters berichtete, hatte die Plattform ungefähr zwölf Millionen aktive Nutzer und verzeichnete monatliche Verluste von etwa acht bis neun Millionen Dollar. Als Kostentreiber nennt Reuters den hohen Bedarf an Rechenleistung und die Beschäftigung von KI-Fachkräften. [2]
Auf eine gleichbleibende Verlusthöhe über zwölf Monate hochgerechnet entspräche das rechnerisch rund 96 bis 108 Millionen Dollar. Diese Überschlagsrechnung ist keine Prognose und sagt nicht aus, wie sich Einnahmen oder Kosten künftig entwickeln. Sie zeigt aber, warum eine große Nutzerzahl allein keine Aussage über die wirtschaftliche Tragfähigkeit eines KI-Dienstes erlaubt. [2]
Die Kennzahlen stehen neben früheren Angaben zur technischen Nutzung: Character.AI erklärte im Juni 2024, rund 20.000 Anfragen pro Sekunde zu verarbeiten. Das ist eine Selbstauskunft des Unternehmens und bezieht sich auf einen früheren Zeitpunkt; sie belegt weder die aktuelle Auslastung noch, ob der Betrieb 2026 kostendeckend war. [1]
Reuters berichtet, dass Google 2024 die Technologie von Character.AI lizenzierte und die Mitgründer Noam Shazeer und Daniel De Freitas zurückholte. Das zeigt, dass die Technologie bereits vor dem aktuellen Verfahren für einen großen Anbieter von Interesse war. Es lässt sich daraus jedoch nicht ableiten, welchen eigenständigen Marktwert die jetzt angebotene Lizenz hat oder ob die frühere Vereinbarung mit dem aktuellen Vorschlag vergleichbar ist. [2]
Klagen und Untersuchungen: Vorwürfe sind nicht mit Feststellungen gleichzusetzen
Das Unternehmen steht zugleich unter rechtlichem Druck. US-Bundesstaaten und Familien werfen Chatbots von Character.AI in Klagen vor, Kindern geschadet oder Selbstverletzung beziehungsweise Suizid begünstigt zu haben. Reuters berichtet außerdem von einer Klage aus Pennsylvania, in der dem Dienst vorgeworfen wird, sich als Arzt ausgegeben zu haben, sowie von Ermittlungen durch US-Bundesstaaten und internationale Aufsichtsbehörden. Das sind Vorwürfe und laufende Verfahren, keine in den vorliegenden Quellen belegten abschließenden gerichtlichen Feststellungen. [2]
Im Januar 2026 erzielten Character.AI und Google nach Reuters vorläufige Vergleiche in fünf privaten Klagen. Die Bedingungen wurden nicht veröffentlicht; nach späteren Gerichtsunterlagen waren die Vergleiche noch nicht endgültig abgeschlossen oder ausgezahlt. Reuters zufolge wollte Character.AI das Insolvenzverfahren auch nutzen, um eine umfassende Lösung für rechtliche Ansprüche gegen das Unternehmen zu erreichen. [2]
Wie stark die Rechtsstreitigkeiten den Insolvenzantrag ausgelöst oder beschleunigt haben, bleibt offen. Reuters nennt sowohl die rechtlichen Herausforderungen als auch monatliche Verluste von acht bis neun Millionen Dollar. The Rundown hält ebenfalls fest, dass der Beitrag der Sicherheitsverfahren zur finanziellen Lage unklar ist. Eine eindeutige Ursache lässt sich aus den verfügbaren Angaben daher nicht ableiten. [1][2]
Ein bemerkenswerter Wechsel im Verhältnis zwischen Disney und Character.AI
Disney und Character.AI hatten zuvor über die Nutzung von Figuren gestritten. Im September 2025 forderte Disney das Unternehmen laut Reuters mit einem Unterlassungsschreiben auf, nicht autorisierte Darstellungen urheberrechtlich geschützter Disney-Figuren zu entfernen. Character.AI erklärte, die betreffenden Figuren entfernt zu haben. [2]
Nun ist Disney der erste bekannte Bieter für eine Lizenz an Teilen der Character.AI-Technologie. Das ist ein Wechsel von einer Auseinandersetzung um nicht genehmigte Figurenverwendungen hin zu einem möglichen Rechtegeschäft. Daraus folgt jedoch nicht, dass Disney die Plattform, die dort erstellten Figuren oder sämtliche Rechte an Nutzerinhalten erwerben würde: Der veröffentlichte Vorschlag betrifft laut den Berichten eine begrenzte, nicht exklusive Lizenz. [1][2]
Character.AI wurde 2021 von zwei früheren Google-Mitarbeitern gegründet. Zusammen mit der Lizenzierung und der Rückkehr der Gründer zu Google im Jahr 2024 zeigt die Vorgeschichte, dass an der Technologie und den Fachkräften des Unternehmens auch unabhängig von einem Erwerb der gesamten Plattform Interesse bestand. [2]
Was der Ausgang für Nutzer und Creator offenlässt
Für Nutzer ist kurzfristig wichtig, zwischen laufendem Betrieb und langfristiger Fortführung zu unterscheiden. Character.AI sagte am 12. Oktober, die Plattform funktioniere weiter und Abonnements würden abgerechnet. Gleichzeitig verwies das Unternehmen auf Datenexport und Kontolöschung. Diese Angaben beschreiben den damaligen Stand; sie garantieren nicht, dass der Dienst nach dem Verkaufsverfahren unverändert fortbesteht. [1]
Die Quellen legen nicht dar, ob ein späterer Käufer bestehende Charaktere, Nutzerdaten oder Creator-Inhalte in derselben Form weiterführen würde. Auch zu möglichen Änderungen an Funktionen, Abonnements oder Nutzungsbedingungen gibt es in den vorliegenden Angaben keine konkreten Zusagen. Für Nutzer und Creator hängt die Kontinuität deshalb nicht allein davon ab, ob einzelne Technologien lizenziert werden, sondern davon, ob ein Käufer den Plattformbetrieb tatsächlich übernimmt. [1][2]
Jugendschutz als zusätzlicher Faktor für den künftigen Betrieb
Im Oktober 2025 kündigte Character.AI an, Nutzer unter 18 Jahren bis zum 25. November desselben Jahres von offenen Gesprächen mit KI-Charakteren auszuschließen. Als andere kreative Angebote für jüngere Nutzer nannte das Unternehmen Videos, Geschichten und Streams; zudem sprach es von Maßnahmen zur Altersprüfung. Das waren angekündigte Schritte. Die vorliegenden Quellen belegen nicht im Einzelnen, wie sie umgesetzt wurden oder wie ein möglicher Käufer sie fortführen würde. [1]
Für einen künftigen Betreiber bedeutet das eine Abwägung zwischen dem bisherigen Kernangebot, dem Zugang jüngerer Nutzer und Sicherheitsmaßnahmen. Diese Analyse ergibt sich aus der angekündigten Einschränkung offener Gespräche, den beschriebenen Alternativangeboten und den laufenden Klagen; sie ist keine Aussage darüber, welche konkrete Produktentscheidung Disney oder ein anderer Bieter treffen wird. [1][2]
Die wirtschaftliche Bewertung bleibt an mehreren Punkten offen
Die Zahlen machen deutlich, weshalb Nutzerreichweite und technisches Interesse nicht ausreichen, um die Zukunft eines KI-Unternehmens einzuschätzen. Character.AI hatte laut Reuters rund zwölf Millionen aktive Nutzer, aber zugleich hohe laufende Verluste; das Unternehmen selbst hatte 2024 eine beträchtliche Anfragemenge genannt. Für eine belastbare Bewertung wären daneben unter anderem die künftig anfallenden Rechenkosten, Erlöse und die genaue Reichweite der zu lizenzierenden Rechte relevant. Zu diesen Punkten enthalten die vorliegenden Berichte keine vollständige Aufstellung. [1][2]
Auch die 20 Millionen Dollar sollten nicht ohne Weiteres als Wert des gesamten Unternehmens oder als endgültiger Verkaufspreis gelesen werden. Das Angebot gilt einer nicht exklusiven Lizenz und ist Teil eines noch offenen Bieterverfahrens. Reuters zufolge bezifferte Character Technologies, die US-amerikanische Eigentümergesellschaft, Vermögenswerte und Verbindlichkeiten in den Gerichtsunterlagen jeweils im Bereich von 50 bis 100 Millionen Dollar. Diese Angaben und das Lizenzangebot beziehen sich auf unterschiedliche Größen und erlauben für sich genommen keine vollständige Bewertung der Vermögenslage. [1][2]
Der entscheidende nächste Schritt ist deshalb nicht die Ankündigung des Disney-Angebots, sondern der Ausgang des gerichtlich begleiteten Verfahrens: ob ein höheres oder besseres Gebot eingeht, ob ein Käufer den Plattformbetrieb fortführen will und wie mit den rechtlichen Ansprüchen umgegangen wird. Bis dahin bleiben sowohl der endgültige Wert der Technologie als auch die Zukunft des Dienstes ungewiss. [1][2]
Quellen
- [1] Character.AI files for bankruptcy as Disney offers $20M for a tech license | The Rundown AI — https://www.therundown.ai/news/character-ai-bankruptcy-disney-tech-license (abgerufen am 2026-10-15)
- [2] Character.AI files for bankruptcy, to sell some assets to Disney for $20 million | Reuters — https://www.reuters.com/legal/litigation/characterai-files-bankruptcy-agrees-sell-some-assets-disney-20-million-2026-10-13 (abgerufen am 2026-10-15)
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