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// Sicherheit & Gesellschaft 8 Min. Lesezeit

KI-Wettlauf als Imperienkonkurrenz: Schmidt und Mitautoren warnen vor Abhängigkeiten

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KI-gestützt erstellt 3 Quellen Originalmeldung: the-decoder.com Arbeitsweise

KI-generierte Illustration: KI-Wettlauf als Imperienkonkurrenz: Schmidt und Mitautoren warnen vor Abhängigkeiten
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Das Wichtigste in Kürze

  • Ein Essay von Eric Schmidt, Niall Ferguson und Lisa Klaassen vergleicht die Machtstellung führender KI-Unternehmen mit historischen Handelsgesellschaften – als geopolitische Analogie, nicht als wörtliche Gleichsetzung. [1]
  • Die Autoren argumentieren, dass moderne KI von Kapital, Energie, Mineralien und fortgeschrittenen Chips abhängt und damit Staaten außerhalb der USA und Chinas in Abhängigkeiten bringen kann. [1]
  • Laut dem Essay setzt Washington auf geschlossene Systeme und politische Ausrichtung, während Peking offene Modellgewichte verbreitet, um eigene Standards zu etablieren. [1]
  • Die Autoren sehen hohe Investitionen, steigende Zinslasten und die Konzentration der Chipfertigung auf Taiwan als zentrale Risiken des KI-Ausbaus. [1]
  • Ein weiterer Bericht beziffert Eric Schmidts Beteiligung an Anthropic auf rund ein Prozent; eine mögliche Bewertung bei einem Börsengang wäre abhängig von dessen tatsächlichem Preis und Ausgang. [2] [5]
// Inhalt · 8 Abschnitte
  1. Eine geopolitische These, nicht nur ein Wettlauf um bessere Modelle
  2. Warum die Autoren auf historische Handelsgesellschaften verweisen
  3. Rechenleistung macht KI zu einer Ressourcenfrage
  4. USA und China verfolgen unterschiedliche Exportlogiken
  5. Investitionsvolumen und Zinskosten als Grenzen des Ausbaus
  6. Schmidt-Beteiligung an Anthropic: ein möglicher Interessenkontext
  7. Taiwan als konzentriertes Lieferkettenrisiko
  8. Vorschlag einer KI-Entspannung – und offene Fragen
  9. Quellen

Eine geopolitische These, nicht nur ein Wettlauf um bessere Modelle

Der frühere Google-Chef Eric Schmidt beschreibt OpenAI und Anthropic nicht allein als private Technologieunternehmen. In einem Essay für Foreign Affairs stellen Schmidt, der Historiker Niall Ferguson und die Forscherin Lisa Klaassen sie in den Zusammenhang eines größeren Machtkampfs: Die USA und China bauten KI-Einflusszonen auf, während andere Staaten beim Zugang zu fortgeschrittener Technologie zunehmend von ihnen abhängig würden. So fasst The Decoder die zentrale These des Essays zusammen. [1]

Die Autoren verschieben damit den Maßstab für Erfolg. Entscheidend sei nicht nur, wer zuerst eine besonders leistungsfähige KI entwickle, sondern auch, wer die Investitionen und Ressourcen für den Ausbau dauerhaft tragen könne. Als Gefahren nennen sie hohe Verschuldung, innenpolitischen Widerstand und einen möglichen Konflikt um Taiwan. Das sind Bewertungen der Essayautoren, keine im vorliegenden Quellenmaterial unabhängig bestätigten Prognosen. [1]

Auch die zugespitzte Überschrift, Schmidt nenne OpenAI und Anthropic moderne Kolonialhandelsgesellschaften, braucht Einordnung: Der zugrunde liegende Text wird als gemeinsamer Essay von drei Autoren beschrieben. Die Analogie ist daher der Argumentationsrahmen dieses Autorenteams und sollte nicht ohne Weiteres als isolierte Äußerung Schmidts wiedergegeben werden. [1]

Warum die Autoren auf historische Handelsgesellschaften verweisen

Die Essayautoren vergleichen OpenAI und Anthropic mit den East India Companies. The Decoder beschreibt diese als einflussreiche Unternehmen der Kolonialzeit, die mit staatlichen Privilegien operierten, eigene Armeen aufbauten und ganze Regionen beherrschten. Für den KI-Vergleich stellen die Autoren vor allem die Verbindung zwischen privater Unternehmensmacht und staatlicher Unterstützung beziehungsweise Kontrolle heraus: KI-Labore verhandeln mit Regierungen, bleiben nach dieser Lesart aber zugleich an staatliche Vorgaben gebunden. [1]

Der Vergleich bedeutet nicht, dass heutige KI-Unternehmen rechtlich oder politisch mit historischen Kolonialgesellschaften gleichzusetzen wären. Er soll vielmehr auf eine mögliche Machtkonzentration aufmerksam machen: Unternehmen kontrollieren wichtige Technologien und Infrastruktur, während Staaten über Exportregeln und Zugangsbeschränkungen Einfluss nehmen. Welche konkreten politischen Rechte oder Herrschaftsformen daraus folgen, belegt das Quellenmaterial nicht. Die Analogie bleibt damit eine Deutung der Autoren, keine Beschreibung einer identischen institutionellen Struktur. [1]

Ein Beispiel, das der Essay laut The Decoder anführt, betrifft eine US-Regierungsanordnung im Juni 2026. Das Handelsministerium habe Anthropic angewiesen, ausländischen Staatsangehörigen den Zugang zu den beiden leistungsfähigsten Modellen zu entziehen. Weil das Unternehmen die Nationalität der Nutzer nicht in Echtzeit habe überprüfen können, seien die Modelle Fable 5 und Mythos 5 weltweit abgeschaltet worden. Etwa zwei Wochen später seien die Exportbeschränkungen für Fable 5 aufgehoben worden; Mythos 5 sei dagegen einer Gruppe US-amerikanischer Organisationen vorbehalten geblieben. Diese Abfolge wird hier als Darstellung von The Decoder wiedergegeben. [1]

Rechenleistung macht KI zu einer Ressourcenfrage

Die geopolitische Argumentation stützt sich auf die materielle Seite des KI-Ausbaus. Der Essay knüpft laut The Decoder an sogenannte Skalierungsgesetze an: Fortschritte bei Modellen hingen demnach nicht nur von Softwareentwicklung ab, sondern auch von Energie, Mineralien, Chips und Kapital. Wenn die Entwicklung leistungsfähiger Systeme große und schwer zugängliche Ressourcen voraussetzt, wird der Zugang dazu zu einem wirtschaftlichen und politischen Faktor. [1]

Der Bericht führt als Beispiele Rohstoffe aus dem Kongo und Datenarbeit in Kenia an. Die Essayautoren charakterisieren diese Kombination als eine Art „Plantagenökonomie“ des Chatbot-Zeitalters; in Kenia würden Datenarbeiter demnach für wenige Dollar pro Stunde beschäftigt. Das ist eine zugespitzte Wertung und eine konkrete Behauptung, die The Decoder den Autoren zuschreibt. Die vorliegenden Quellen enthalten keine unabhängige Prüfung der Lohnangabe oder eine ausführliche Darstellung der jeweiligen Lieferketten. [1]

Für Unternehmen ist die Ressourcenperspektive dennoch relevant, soweit ihre KI-Nutzung auf Anbietern und Infrastrukturen beruht, deren Ausbau von Energieversorgung, Halbleitern und Finanzierung abhängt. Als Analyse lässt sich daraus ableiten, dass die Verfügbarkeit eines Modells nicht allein von dessen technischer Leistungsfähigkeit bestimmt wird. Ebenso wichtig können Standort- und Lieferkettenrisiken sowie staatliche Beschränkungen sein. Das ist eine Folgerung aus dem im Essay beschriebenen Abhängigkeitsmodell, keine Vorhersage über konkrete Ausfälle oder Kosten einzelner Anbieter. [1]

USA und China verfolgen unterschiedliche Exportlogiken

Die Autoren zeichnen die Strategien Washingtons und Pekings als Gegenbilder. Die USA böten demnach teure, geschlossene Technologien im Austausch für politische Ausrichtung an; China verbreite frei verfügbare Modelle mit offenen Gewichten, um eigene Standards international zu etablieren. „Offene Gewichte“ bedeutet dabei, dass Modellparameter verfügbar gemacht werden können, ohne dass daraus automatisch folgt, dass sämtliche Trainingsdaten, Entwicklungsprozesse oder Betriebsinfrastrukturen offenliegen. [1]

Der Bericht gibt außerdem die Einschätzung der Autoren wieder, die USA lägen bei Chatbots ungefähr sechs Monate vorn, China dagegen bei Robotik. Die Engpässe seien ebenfalls unterschiedlich verteilt: China verfüge über Energie, aber nicht über die fortschrittlichsten Chips; den USA fehlten wichtige Mineralien und ein zuverlässiges Stromnetz. Diese Angaben bilden die Darstellung des Essays ab. Im vorliegenden Material finden sich keine ergänzenden Messwerte, anhand derer sich die Zeitangabe oder die vergleichende Bewertung der Engpässe unabhängig überprüfen ließe. [1]

Für internationale Kunden entsteht aus dieser Gegenüberstellung eine strategische Abwägung: Ein kostenlos verfügbares Modell kann den Zugang erleichtern, während ein geschlossenes System andere Bedingungen für Nutzung und Kontrolle mit sich bringen kann. Das ist eine Analyse des beschriebenen Angebotsmodells, nicht der Nachweis, dass Unternehmen sich in jedem Markt zwischen genau diesen beiden Optionen entscheiden müssen. Die konkreten Folgen hängen unter anderem davon ab, welche Produkte, Infrastruktur und Nutzungsbedingungen tatsächlich verfügbar sind. [1]

Investitionsvolumen und Zinskosten als Grenzen des Ausbaus

Der Essay beziffert die für 2026 geplanten Investitionen US-amerikanischer Technologiekonzerne auf mehr als 600 Milliarden Dollar und gibt an, ein Großteil davon werde über Schulden finanziert. The Decoder nennt daneben eine höhere Schätzung: Google, Amazon, Microsoft und Meta wollten zusammen etwa 725 Milliarden Dollar in KI investieren. Die Zahlen sind unterschiedliche Schätzungen und sollten nicht als einheitliche, abschließend bestätigte Summe behandelt werden. [1]

Für China nennt der Bericht einen staatlich finanzierten Ausbauplan über 295 Milliarden Dollar innerhalb von fünf Jahren, der über Staatsanleihen finanziert werden solle. Diese Angabe stamme laut The Decoder aus einem von Bloomberg berichteten Entwurf. Schon die Zeiträume und Finanzierungswege unterscheiden sich damit von den US-Investitionszahlen: Die genannten Beträge lassen sich nicht direkt als gleichartige Jahresbudgets vergleichen. [1]

Die Autoren verbinden den Investitionsbedarf mit der staatlichen Zinslast. Die USA hätten 2024 rund 881 Milliarden Dollar für Zinsen ausgegeben, mehr als die rund 874 Milliarden Dollar für Verteidigung. Bis 2036 könnten die Zinskosten doppelt so hoch wie das Verteidigungsbudget werden, so die im Bericht wiedergegebene Einschätzung. Daraus leiten die Autoren ein „imperiales Trilemma“ ab: Verteidigung, technologische Führungsstellung und ein großzügiger Sozialstaat könnten nicht alle gleichzeitig erhalten bleiben. Das ist ein politisch-ökonomisches Argument der Autoren, keine im Text nachgewiesene zwangsläufige Folge. [1]

Für Entscheider in Unternehmen ist daran vor allem die Frage nach der Tragfähigkeit der Infrastrukturinvestitionen anschlussfähig. Wenn ein Anbieter hohe Ausgaben über Fremdkapital finanziert, können Finanzierungskosten und Investitionsprioritäten für die langfristige Verfügbarkeit seiner Angebote relevant werden. Aus den genannten Zahlen allein lässt sich jedoch weder die finanzielle Lage eines einzelnen Unternehmens ableiten noch eine konkrete Preiserhöhung oder Einschränkung prognostizieren. [1]

Schmidt-Beteiligung an Anthropic: ein möglicher Interessenkontext

Bei der Einordnung von Schmidts Aussagen ist auch ein möglicher finanzieller Interessenkontext zu beachten. Benzinga berichtete in einem von Yahoo Finance veröffentlichten Beitrag unter Berufung auf Bloomberg, Schmidt halte ungefähr ein Prozent an Anthropic. Der Bericht nannte dafür einen möglichen Wert von 15 bis 20 Milliarden Dollar, abhängig von Bewertungen, die vor einem erwarteten Börsengang diskutiert worden seien. [2]

Ein weiterer Bericht verweist ebenfalls auf die Beteiligung von rund einem Prozent und betont, dass der Wert eines solchen Anteils von einer möglichen Börsenbewertung abhängen würde. Die genannten Milliardenbeträge sind deshalb keine realisierten Erlöse und keine gesicherte Bewertung. Sie zeigen allenfalls, weshalb Schmidts Verhältnis zu Anthropic für die Einordnung seiner öffentlichen Aussagen relevant sein kann. [5]

Eine Beteiligung belegt für sich genommen weder, dass Schmidt seine geopolitische Einschätzung aus finanziellen Gründen vertritt, noch widerlegt sie die darin vorgebrachten Argumente. Sie ist aber ein Umstand, den Leser bei Aussagen über Anthropic kennen sollten. Die Berichte zu seiner Beteiligung sind zudem kein unabhängiger Nachweis für die Richtigkeit der weiter reichenden Thesen des Foreign-Affairs-Essays. [2] [5]

Taiwan als konzentriertes Lieferkettenrisiko

Als größte Verwundbarkeit nennen die Essayautoren eine mögliche Krise um Taiwan und den Halbleiterhersteller TSMC. Der Bericht beschreibt TSMC als zentralen Knoten der KI-Lieferkette und hebt die geografische Nähe der Insel zur chinesischen Küste hervor. Neue Fertigungsstätten in Phoenix, Kumamoto und Dresden sollten die Abhängigkeit mindern; bis solche Werke jedoch in großem Maßstab liefen, bleibe laut den Autoren ein gefährliches Zeitfenster bestehen. [1]

Die Bedeutung dieses Risikos liegt in der Konzentration: Wenn ein zentraler Bestandteil der KI-Hardwareversorgung an einem geografisch und politisch sensiblen Standort gebündelt ist, kann eine Krise dort weit über die Region hinausreichen. Das ist eine Analyse des im Essay beschriebenen Lieferkettenproblems. Die Quellen quantifizieren allerdings weder den Anteil Taiwans an der für KI verwendeten Chipproduktion noch den möglichen Umfang oder die Dauer eines Ausfalls. [1]

Für Unternehmen folgt daraus keine konkrete Handlungsanweisung, wohl aber ein relevanter Prüfpunkt: KI-Strategien, die auf externe Modelle und Rechenkapazität angewiesen sind, sollten Lieferketten- und Standortabhängigkeiten berücksichtigen. Welche Alternativen verfügbar wären, lässt sich aus dem vorliegenden Material nicht bestimmen. Auch die Existenz neuer Fabriken allein belegt noch nicht, dass sie die Abhängigkeit bereits in ausreichendem Umfang ersetzen. [1]

Vorschlag einer KI-Entspannung – und offene Fragen

Als Gegenmittel schlagen die Essayautoren eine „KI-Entspannung“ nach dem Vorbild des Kalten Krieges vor. Dazu könnten Obergrenzen für Modellfähigkeiten in Bereichen wie Cyberangriffen und Biodesign gehören. Zugleich räumen sie ein, dass es schwierig wäre, China zu Beschränkungen zu bewegen, solange das Land technologisch hinter den USA liege. Der Bericht beschreibt damit einen Vorschlag und dessen politische Hürde, nicht ein vereinbartes Abkommen. [1]

Die Grundthese des Essays ist für Unternehmen vor allem als Hinweis auf wechselseitige Abhängigkeiten lesbar: KI-Wettbewerb betrifft nicht nur Modellqualität, sondern auch Energie, Chips, Kapital und staatliche Entscheidungen. Für die Praxis ist das eine analytische Perspektive, keine fertige Risikobewertung für einzelne Anbieter oder Branchen. Die Quellen belegen weder, dass eine konkrete Entspannungspolitik umgesetzt wird, noch dass die beschriebenen Abhängigkeiten zwangsläufig zu einem Konflikt führen. [1]

Damit bleibt die Analogie der Handelsgesellschaften ein zugespitztes Deutungsangebot. Ihr Kern ist die Frage, wer die Ressourcen kontrolliert, wer den Zugang zu fortgeschrittener KI festlegt und wie belastbar die dafür nötigen Investitionen und Lieferketten sind. Die Antworten darauf hängen von politischen und wirtschaftlichen Entwicklungen ab, die sich aus den vorliegenden Berichten allein nicht abschließend beurteilen lassen. [1]

Quellen

  1. [1] Ex-Google CEO Eric Schmidt calls OpenAI and Anthropic modern colonial trading companies — https://the-decoder.com/ex-google-ceo-eric-schmidt-calls-openai-and-anthropic-modern-colonial-trading-companies (abgerufen am 2026-10-25)
  2. [2] Eric Schmidt Rejects AI Bubble Fears, Says Anthropic Is Growing Twice as Fast as Google Did — https://finance.yahoo.com/technology/ai/articles/eric-schmidt-rejects-ai-bubble-220014912.html (abgerufen am 2026-10-25)
  3. [5] Former Google CEO Eric Schmidt Holds 1% Stake in Anthropic Ahead of Public Offering - Northeast Times — https://northeasttimes.com/2026/10/20/former-google-ceo-eric-schmidt-holds-1-stake-in-anthropic-ahead-of-public (abgerufen am 2026-10-25)

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