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Die Einzelzell-RNA-Sequenzierung (scRNA-seq) hat die Biowissenschaften revolutioniert, indem sie eine detaillierte Profilierung komplexer Gewebe auf Zellebene ermöglicht und seltene Abstammungslinien sowie transiente Zustände aufdeckt. Ein zentraler Engpass bleibt jedoch die präzise und biologisch valide Zuweisung von Zellidentitäten. Traditionelle Methoden stossen hier oft an ihre Grenzen, insbesondere bei gewebe- und zustandsabhängigen Markern oder bei völlig neuen Zellzuständen, für die keine Referenzen existieren. In diesem Kontext präsentiert sich CellMaster als ein innovativer KI-Agent, der diesen Herausforderungen begegnen soll.
Die manuelle Annotation von Zelltypen ist ein zeitaufwändiger Prozess, der ein hohes Mass an Expertenwissen erfordert. Forschende müssen oft grosse Datenmengen sichten, differenziell exprimierte Marker-Gene identifizieren und diese mit vorhandenem biologischem Wissen abgleichen. Automatisierte Tools wie CellTypist oder scTab sollen diesen Prozess beschleunigen, basieren jedoch oft auf vorab trainierten Modellen oder festen Marker-Datenbanken. Dies führt zu Einschränkungen, wenn es um die Annotation seltener oder neuartiger Zellzustände geht, bei denen Referenzdaten fehlen oder die Marker-Expression kontextabhängig ist.
Ein weiteres Problem traditioneller Ansätze ist die mangelnde Interpretierbarkeit ihrer Entscheidungen. Wenn ein automatisiertes Tool eine Zellidentität zuweist, ist der zugrunde liegende Denkprozess oft eine "Black Box", was das Vertrauen der Forschenden in explorativen Szenarien einschränkt.
CellMaster, entwickelt von einem Team um Zhen Wang, Yiming Gao und Jieyuan Liu, adressiert diese Lücken durch einen neuartigen Ansatz. Das System ist als KI-Agent konzipiert, der die Praxis menschlicher Experten nachahmt. Es nutzt LLM-kodiertes Wissen, beispielsweise von Modellen wie GPT-4o, um eine Zero-Shot-Zelltyp-Annotation durchzuführen. Dies bedeutet, dass CellMaster in der Lage ist, Zelltypen zu annotieren, ohne zuvor auf spezifische Label oder feste Marker-Datenbanken trainiert worden zu sein. Stattdessen generiert es Interpretationen und Begründungen in natürlicher Sprache, die den Entscheidungsprozess transparent machen.
Die Funktionsweise von CellMaster basiert auf einem iterativen Prozess, der mehrere spezialisierte Agenten integriert. Dieser Workflow kann in vier Hauptphasen unterteilt werden:
Zusätzlich integriert CellMaster adaptive Heuristiken wie Marker-Speicher, Konfidenzstabilisierung, Cluster-Beziehungsanalyse und Kontaminationserkennungsregeln, um die Genauigkeit und Robustheit der Annotation zu erhöhen.
Die Leistungsfähigkeit von CellMaster wurde an neun Datensätzen aus acht verschiedenen Geweben umfassend evaluiert und mit etablierten Tools wie CellTypist, scTab, CellMarker 2.0, GPTCelltype und Biomni verglichen.
Im automatischen Modus erreichte CellMaster eine durchschnittliche Genauigkeit von 0,602 ± 0,058 und übertraf die beste Baseline-Leistung jedes Datensatzes um durchschnittlich 7,1 % (ca. 13 % relative Verbesserung). Besonders hohe Zuwächse wurden bei Datensätzen wie Retina und Leber erzielt. Die LLM-basierten Methoden zeigten dabei eine geringe Variabilität (Standardabweichung von ca. 0,058), und CellMaster übertraf GPTCelltype in 8 von 9 Datensätzen.
Ein Vergleich mit Biomni, einem weiteren LLM-basierten biologischen Solver, zeigte, dass CellMaster sowohl in der Genauigkeit als auch in der Stabilität überlegen war. Dies unterstreicht, dass das Design von CellMaster mit seiner strukturierten Multi-Agenten-Argumentation und dem iterativen Feedback zu zuverlässigeren und biologisch validen Annotationen führt.
CellMaster zeigte eine besondere Stärke bei der Handhabung von Grenzfällen und seltenen Zellgruppen. Es übertraf die Baselines signifikant bei der Annotation von Subtypen und kleinen Zellgruppen. Während beispielsweise CellTypist bei Clustern mit weniger als 100 Zellen eine geringe Leistung zeigte, blieb CellMaster über verschiedene Bedingungen hinweg robust, einschliesslich Datensätzen mit unterschiedlicher Anzahl von Zelltypen oder Zellzahlen pro Cluster.
Ein entscheidender Aspekt von CellMaster ist der "Human-in-the-loop"-Modus. Hier können menschliche Experten über eine kollaborative Benutzeroberfläche (UI) in den Annotationsprozess eingreifen. Sie können Rationalen überprüfen, Marker hinzufügen oder entfernen, die Granularität der Annotation anpassen und Kommentare hinterlassen. Diese Interaktion führte zu einer signifikanten Steigerung der Genauigkeit um durchschnittlich 0,115 gegenüber dem automatischen Modus. Selbst minimale menschliche Eingaben konnten die Annotationsqualität erheblich verbessern, indem sie die Analyse auf mehrdeutige Regionen lenkten.
Die UI von CellMaster ist modular aufgebaut und ermöglicht die einfache Einbindung von scRNA-seq-Daten. Sie bietet interaktive Visualisierungen, wie UMAP-Plots und Dotplots, und organisiert die Ergebnisse in übersichtlichen Panels für Hypothesen, Marker-Gene und Iterationszusammenfassungen. Dies fördert die Transparenz und Reproduzierbarkeit des Prozesses.
Ein zentrales Merkmal von CellMaster ist die Interpretierbarkeit seiner Entscheidungen. Das System liefert Begründungen in natürlicher Sprache, was das Vertrauen in die KI-Tools stärkt. Eine Fallstudie zur Neutrophilen-Subtyp-Auflösung in der Leberentwicklung zeigte, wie CellMaster iterativ Hypothesen vorschlägt, unsichere Cluster kennzeichnet und Verfeinerungen basierend auf Marker-Sets und Entwicklungsmustern vornimmt. Diese Erkenntnisse, wie die Unterscheidung von unreifen, intermediären und reifen Neutrophilen, wurden durch rationale Erklärungen, Dotplots und UMAPs gestützt und stimmten mit publizierten biologischen Befunden überein.
Trotz der beeindruckenden Fortschritte weist CellMaster auch Einschränkungen auf. Die probabilistische Natur von LLMs kann zu einer gewissen Variabilität in den Ergebnissen führen. Die Abhängigkeit von kommerziellen Modell-APIs wirft Fragen hinsichtlich Kosten und Datenschutz auf. Zudem ist die Bewertung auf Cell Ontology-Mapping beschränkt, was die Beurteilung tatsächlich neuartiger Zellzustände erschweren kann. Aktuell ist das Framework auf unimodale Transkriptomik beschränkt, eine Integration von Multi-Omics-Daten ist für zukünftige Arbeiten geplant.
CellMaster repräsentiert einen bedeutsamen Schritt in der Zellannotation, indem es die adaptiven Denkfähigkeiten von LLMs mit der Expertise von Biologen durch eine intuitive, iterative Schnittstelle verbindet. Es hat das Potenzial, die Einzelzellforschung zu beschleunigen und den Übergang von der Datengenerierung zur biologischen Erkenntnis effizienter zu gestalten.
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