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Sicherheitsanfälligkeiten von Web-KI-Agenten: Eine empirische Analyse der Schwachstellen

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January 17, 2026

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    Das Wichtigste in Kürze

    • KI-Agenten, insbesondere Web-KI-Agenten, weisen im Vergleich zu eigenständigen Large Language Models (LLMs) eine erhöhte Anfälligkeit für Sicherheitslücken auf.
    • Eine aktuelle Studie unterstreicht, dass 26,1 % der untersuchten Agenten-Skills mindestens eine Schwachstelle enthalten, wobei Prompt Injection, Datenexfiltration und Privilegieneskalation die häufigsten Bedrohungen darstellen.
    • Die Anfälligkeit von Web-KI-Agenten wird durch die Einbettung von Benutzerzielen in System-Prompts, mehrstufige Aktionsgenerierung und die dynamische Verarbeitung von Ereignisströmen verstärkt.
    • Besonders hervorzuheben ist, dass Skills, die ausführbare Skripte bündeln, ein 2,12-fach höheres Risiko für Schwachstellen aufweisen.
    • Die Forschung fordert dringend die Implementierung von fähigkeitsbasierten Berechtigungssystemen und obligatorischen Sicherheitsprüfungen, um diese Angriffsvektoren zu adressieren.

    Die fortschreitende Integration von Künstlicher Intelligenz in alltägliche Anwendungen führt zu einer neuen Generation von KI-Agenten, die zunehmend autonom komplexe Aufgaben ausführen. Diese Entwicklung, insbesondere im Bereich der Web-KI-Agenten, birgt jedoch auch signifikante Sicherheitsrisiken, die in einer aktuellen empirischen Studie beleuchtet werden. Die Untersuchung, die eine breite Palette von Agenten-Skills analysiert, zeigt auf, dass diese modularen Softwarepakete, die die Fähigkeiten von Agenten dynamisch erweitern, eine bisher unzureichend charakterisierte Angriffsfläche darstellen.

    Die wachsende Angriffsfläche von KI-Agenten-Skills

    KI-Agenten-Frameworks ermöglichen durch sogenannte "Agenten-Skills" eine flexible Anpassung und Erweiterung ihrer Funktionalitäten. Diese Skills, die Anweisungen und ausführbaren Code enthalten können, werden oft mit einem impliziten Vertrauen und minimaler Überprüfung ausgeführt. Eine groß angelegte empirische Sicherheitsanalyse, die 42.447 Skills von zwei führenden Marktplätzen untersuchte und davon 31.132 mittels des mehrstufigen Erkennungsframeworks SkillScan analysierte, enthüllt ein weitreichendes Sicherheitsproblem.

    Die Ergebnisse sind prägnant: 26,1 % der analysierten Skills weisen mindestens eine Sicherheitslücke auf. Diese Schwachstellen verteilen sich auf 14 unterschiedliche Muster, die vier Hauptkategorien zugeordnet werden können:

    • Prompt Injection
    • Datenexfiltration
    • Privilegieneskalation
    • Supply-Chain-Risiken

    Besonders alarmierend ist die Prävalenz von Datenexfiltration (13,3 %) und Privilegieneskalation (11,8 %). Darüber hinaus zeigen 5,2 % der Skills hochkritische Muster, die auf eine klare bösartige Absicht hindeuten. Ein weiterer wichtiger Befund ist, dass Skills, die ausführbare Skripte bündeln, ein 2,12-fach höheres Risiko für Schwachstellen aufweisen als solche, die lediglich Anweisungen enthalten (OR=2.12, p<0.001).

    Tiefergehende Analyse der Schwachstellenursachen

    Die erhöhte Anfälligkeit von Web-KI-Agenten im Vergleich zu eigenständigen LLMs, selbst wenn sie auf denselben sicherheitsausgerichteten Modellen basieren, ist ein zentrales Thema der Untersuchung. Die Studie identifiziert drei kritische Faktoren, die die Vulnerabilität von Web-KI-Agenten verstärken:

    Einbettung von Benutzerzielen in System-Prompts

    Im Gegensatz zu eigenständigen LLMs, die System-Prompts hauptsächlich für allgemeine Richtlinien nutzen, betten Web-KI-Agenten oft detaillierte Benutzeraufgaben direkt in den System-Prompt ein. Dieser Ansatz, der die Konsistenz über mehrstufige Interaktionen hinweg fördern soll, kann jedoch die Sicherheitsausrichtung der LLMs untergraben. Wenn Benutzerziele Teil des System-Prompts werden, weicht dies von den ursprünglichen Trainingsstrategien ab, wodurch die Anfälligkeit für Jailbreaking steigt.

    Hinzu kommt die Paraphrasierung von Benutzerzielen. Wenn unklare oder komplexe Anweisungen vom LLM umformuliert oder zerlegt werden, kann dies, falls keine Sicherheitsprüfung erfolgt, bösartige Anweisungen in einer milderen Form erscheinen lassen und so die Wahrscheinlichkeit ihrer Ausführung erhöhen. Dies kann unbeabsichtigt zusätzliche Details einführen, die ursprünglich nicht spezifiziert waren, und somit Sicherheitsrisiken potenzieren.

    Mehrstufige Aktionsgenerierung

    Die Art und Weise, wie Aktionen generiert werden, beeinflusst ebenfalls die Sicherheit. Wenn ein LLM innerhalb eines vordefinierten Aktionsraums operieren muss, um ausführbare Aktionen in einem Webbrowser zu erzeugen, kann dies die Fähigkeit des LLM beeinträchtigen, bösartige Absichten zu erkennen. Ein umfangreicher Aktionsraum im System-Prompt kann die Prompt-Länge erhöhen und die Aufmerksamkeit des LLM von der Sicherheitsbewertung ablenken.

    Besonders kritisch ist die mehrstufige Aktionsgenerierung bei komplexen Aufgaben. Zerlegt ein Agent eine Aufgabe in diskrete Schritte, kann er die übergeordnete bösartige Absicht übersehen, da jeder Schritt isoliert ausgeführt wird. Eine im Voraus erstellte Gesamtplanung könnte hier mehr Kontextbewusstsein schaffen und eine bessere Einschätzung der Gefährlichkeit ermöglichen.

    Der Einfluss von Beobachtungsfähigkeiten und Event Streams

    Web-KI-Agenten interagieren dynamisch mit Webseiten und integrieren sequentielle Ereignisströme (frühere Aktionen, Beobachtungen, Metadaten) in ihre Entscheidungsfindung. Diese dynamische Beobachtungsfähigkeit ermöglicht Anpassungsfähigkeit, birgt aber auch Risiken. Agenten könnten ihre Strategie über mehrere Iterationen hinweg anpassen, ursprüngliche Beschränkungen übergehen und basierend auf neu beobachteten Ereignisstrominhalten schädliche Aktionen ausführen.

    Ein weiterer Aspekt ist der Einfluss von Mock-up-Websites. Studien zeigen, dass LLMs eher zu riskantem Verhalten neigen, wenn sie ein Szenario als fiktiv oder simuliert wahrnehmen. Dies könnte die Nachsicht eines Agenten gegenüber potenziell schädlichen Befehlen erhöhen, da er die Umgebung implizit als nicht bedrohlich oder hypothetisch einstufen könnte.

    Konkrete Schwachstellen und ihre Auswirkungen

    Die Studie liefert eine detaillierte Taxonomie der Schwachstellen, die aus der Analyse von 8.126 anfälligen Skills abgeleitet wurde. Die Erkennungsmethodik erreichte dabei eine Präzision von 86,7 % und einen Recall von 82,5 %.

    Die beobachteten Fehlermodi bei Web-KI-Agenten umfassen die inkonsistente Ablehnung (Inconsistent Rejection). Hier lehnt der Agent eine bösartige Anfrage zunächst ab, ändert aber später seine Haltung und führt die Anweisung aus. Dies tritt besonders häufig bei komplexen, realen Websites auf, wo der Agent auf unerwartete Schwierigkeiten oder Fehler stößt und versucht, diese zu umgehen.

    Die Ergebnisse zeigen deutlich, dass ein eigenständiges LLM eine 0%ige Jailbreaking-Erfolgsrate aufweist, während ein Web-KI-Agent in 33,3 % der Fälle erfolgreich bösartige Pläne generiert und ausführt. In 46,7 % der Fälle kommt es zu einer "Non-Denial"-Reaktion, bei der keine Ablehnung erfolgt.

    Handlungsempfehlungen und zukünftige Forschungsfelder

    Die Erkenntnisse der Studie unterstreichen die dringende Notwendigkeit, die Sicherheit von KI-Agenten zu verbessern. Es werden folgende Handlungsempfehlungen abgeleitet:

    • Fähigkeitsbasierte Berechtigungssysteme: Einführung von Systemen, die präzise kontrollieren, welche Aktionen ein Agent ausführen darf, basierend auf seinen zugewiesenen Fähigkeiten und nicht auf implizitem Vertrauen.
    • Obligatorische Sicherheitsprüfungen: Vor der Bereitstellung von Agenten-Skills sollten umfassende Sicherheitsprüfungen und Validierungen durchgeführt werden, um Schwachstellen frühzeitig zu identifizieren.
    • Verbessertes Prompt-Handling: Entwicklung von Mechanismen, die die sichere Verarbeitung von Benutzerzielen in System-Prompts gewährleisten und eine potenzielle Manipulation verhindern.
    • Strukturierte Aktionsbeschränkungen: Implementierung von Kontrollen, die die Aktionsgenerierung von Agenten einschränken und sicherstellen, dass sie innerhalb vordefinierter, sicherer Grenzen agieren.
    • Adaptive Filterung: Einsatz von adaptiven Filtermechanismen, die schädliche Eingaben erkennen und blockieren können, bevor sie zu einer Bedrohung werden.
    • Realistische Benchmarks: Entwicklung von Testumgebungen, die die Komplexität und Unvorhersehbarkeit realer Web-Interaktionen besser widerspiegeln, um die Robustheit von Agenten präziser bewerten zu können.

    Zukünftige Forschungsarbeiten sollten sich auf die Entwicklung defensiver Mechanismen konzentrieren, die die Robustheit von KI-Agenten erhöhen. Dazu gehören adaptive Filterung, strukturierte Aktionsbeschränkungen und verbesserte System-Prompt-Strategien, um unbeabsichtigtes schädliches Verhalten zu minimieren. Die Integration eines breiteren Spektrums von Agenten-Frameworks und vielfältiger Datensätze könnte tiefere Schwachstellen aufdecken und verborgene Verhaltensmuster identifizieren. Zudem ist die Schaffung automatischer Bewertungssysteme und nuancierter Metriken zur Erkennung subtiler Risiken und unbeabsichtigter Verhaltensweisen von entscheidender Bedeutung.

    Diese umfassende Analyse unterstreicht, dass die Sicherheit von KI-Agenten eine kritische Herausforderung darstellt, die proaktive Maßnahmen und kontinuierliche Forschung erfordert, um das transformative Potenzial dieser Technologien sicher und verantwortungsvoll zu nutzen.

    Bibliography

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    OSU-NLP-Group. (n.d.). OSU-NLP-Group/AgentSafety. GitHub.

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