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Der südkoreanische Technologiekonzern Samsung erweitert die Fähigkeiten seiner Galaxy-Geräte durch die Integration des KI-Assistenten Perplexity. Dieser Schritt markiert eine strategische Neuausrichtung in Samsungs KI-Angebot, das bisher hauptsächlich auf Googles Gemini basierte. Die Einführung von Perplexity soll Nutzern eine erweiterte Funktionalität und mehr Wahlmöglichkeiten im Umgang mit Künstlicher Intelligenz auf ihren mobilen Geräten bieten.
Samsung hat mit der Galaxy AI bereits eine umfassende Palette an KI-Funktionen in seine Smartphones und Tablets integriert. Dazu gehören Schreib- und Anrufassistenten, Bildbearbeitungstools und die "Circle to Search"-Funktion. Diese Dienste wurden bisher primär durch Googles Gemini unterstützt. Die nun angekündigte Partnerschaft mit Perplexity signalisiert Samsungs Bestreben, ein offeneres und vielseitigeres KI-Ökosystem zu schaffen.
Won-Joon Choi, Präsident, COO und Leiter des R&D-Office bei Samsung Electronics, betont, dass die Galaxy AI als "Orchestrator" fungieren soll, um verschiedene Formen von KI in einer einzigen, kohärenten Erfahrung zu vereinen. Diese Vision spiegelt sich in der Entscheidung wider, neben Gemini einen weiteren leistungsstarken KI-Agenten zu implementieren.
Perplexity, bekannt als "Antwortmaschine", zeichnet sich durch seine Fähigkeit aus, detaillierte Antworten auf komplexe Fragen zu liefern und dabei die verwendeten Quellen transparent zu zitieren. Dies unterscheidet es von generativen KI-Modellen, die primär Textblöcke auf Basis ihrer Trainingsdaten erzeugen. Durch die Echtzeit-Recherche im Internet kann Perplexity tagesaktuelle Informationen bereitstellen und die Wahrscheinlichkeit von "Halluzinationen" reduzieren.
Der Zugriff auf Perplexity auf Galaxy-Geräten wird durch verschiedene Methoden ermöglicht:
Die Integration von Perplexity geht über eine einfache Suchfunktion hinaus. Samsung plant, Perplexity "tief in einer breiten Auswahl an Samsung-Apps" zu integrieren. Dazu zählen unter anderem:
Darüber hinaus soll Perplexity auch auf ausgewählte Drittanbieter-Apps zugreifen können, deren konkrete Benennung noch aussteht. Diese umfassende Integration ermöglicht es der KI, mehrstufige Arbeitsabläufe zu unterstützen. Beispielsweise könnte Perplexity bei der Recherche eines Reiseplans helfen und die Ergebnisse direkt als Notiz ablegen, einen Erinnerungstermin setzen und den Flug im Kalender eintragen – alles innerhalb eines einzigen Sprachbefehls, ohne manuellen App-Wechsel.
Es wird jedoch betont, dass datenschutzsensible Berechnungen, wie die On-Device-Übersetzung von Telefonaten oder die systeminterne Fotobearbeitung, weiterhin Samsungs hauseigenen Modellen vorbehalten bleiben. Dies verdeutlicht die strategische Aufteilung von Aufgaben zwischen Cloud-basierten und lokalen KI-Spezialisten.
Samsungs Entscheidung, Perplexity zu integrieren, basiert auf der Erkenntnis, dass Nutzer zunehmend mehrere KI-Agenten für unterschiedliche Aufgaben verwenden. Laut internen Untersuchungen greifen bereits acht von zehn Nutzern täglich auf zwei oder mehr KI-Tools zurück. Der Multi-Agenten-Ansatz von Samsung zielt darauf ab, dieser Diversifizierung gerecht zu werden und den Nutzern die Wahlfreiheit zu geben, den am besten geeigneten KI-Agenten für eine spezifische Anforderung zu nutzen.
Ein zentraler Controller innerhalb des Betriebssystems soll eingehende Prompts analysieren und dynamisch an das jeweils am besten geeignete Modell weiterleiten. Dieser intelligente Mechanismus soll den Nutzern eine effiziente und reibungslose Interaktion mit den verschiedenen KI-Diensten ermöglichen.
Die Einführung von Perplexity wird voraussichtlich mit den "kommenden Galaxy-Flaggschiffen" erfolgen, wobei das Galaxy S26 Ultra und Ultramodelle der Galaxy-Tab-Reihe als erste Geräte infrage kommen. Eine detaillierte Liste der kompatiblen Geräte sowie weitere Informationen zu den Möglichkeiten von Perplexity als KI-Helfer sollen zeitnah von Samsung nachgereicht werden.
Die Erweiterung der Galaxy AI um Perplexity positioniert Samsung in einem dynamischen Markt mobiler KI-Assistenten. Während Wettbewerber wie Apple und Google primär auf ihre eigenen Assistenten setzen, verfolgt Samsung eine Strategie der Wahlfreiheit. Dieser Ansatz könnte einen Wettbewerbsvorteil darstellen, indem er den Nutzern ermöglicht, ihren bevorzugten Assistenten ins Zentrum ihres Smartphones zu rücken.
Trotz der vielversprechenden Integration bleiben einige Fragen offen. Die genaue Liste der unterstützten Drittanbieter-Apps ist noch nicht bekannt. Zudem steht Perplexity seit geraumer Zeit aufgrund mutmaßlicher Urheberrechtsverletzungen in der Kritik, da dem Unternehmen illegales Scraping von Inhalten und die unrechtmäßige Nutzung geschützter Materialien vorgeworfen werden. Diese rechtlichen Kontroversen könnten zukünftig eine Rolle spielen.
Es wird sich zeigen, wie sich diese Multi-Agenten-Strategie in der Praxis bewährt und ob sie die Nutzererfahrung auf Samsung-Geräten signifikant verbessert. Der Fokus auf eine tiefe Systemintegration und die Bereitstellung vielfältiger KI-Optionen könnte jedoch einen wichtigen Schritt in der Evolution mobiler Künstlicher Intelligenz darstellen.
Bibliography:
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