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Die Identifizierung kausaler Zusammenhänge ist eine zentrale Herausforderung in vielen wissenschaftlichen und industriellen Bereichen. Traditionell erfolgte die Kausalentdeckung (Causal Discovery, CD) sowohl für Querschnitts- als auch für Zeitreihendaten nach einem datensatzspezifischen Paradigma. Hierbei wurde für jeden einzelnen Datensatz ein neues Modell angepasst. Dieser Ansatz stieß jedoch an Grenzen, insbesondere hinsichtlich des Potenzials des Multi-Datensatz-Pretrainings.
In den letzten Jahren hat sich das Konzept der großen Kausalmodelle (Large Causal Models, LCMs) als vielversprechender Ansatz etabliert. LCMs sind als eine Klasse von vortrainierten neuronalen Architekturen konzipiert, die speziell für die zeitliche Kausalentdeckung (Temporal Causal Discovery) entwickelt wurden. Frühere Methoden waren oft auf eine geringe Anzahl von Variablen beschränkt, zeigten bei größeren Eingabedimensionen Leistungseinbußen und stützten sich stark auf synthetische Daten, was die Generalisierungsfähigkeit einschränkte.
Ein aktueller Forschungsansatz, vorgestellt von Nikolaos Kougioulis und seinem Team, adressiert diese Limitierungen durch die Kombination von Hunderttausenden synthetischer und realer Trainingsdaten. Dies ermöglicht eine skalierbare Leistung, tiefere Modelle und höhere Eingabedimensionen mit verbesserter Generalisierung und schnellerer Inferenz im Vergleich zu klassischen CD-Ansätzen. Die Ergebnisse zeigen, dass LCMs eine vielversprechende Grundlage für die zeitliche Kausalentdeckung darstellen.
Die Einführung von LCMs markiert einen bedeutenden Fortschritt in der Kausalentdeckung. Durch die Nutzung einer großen Menge an Trainingsdaten, die sowohl synthetische als auch reale Zeitreihen umfassen, können diese Modelle kausale Beziehungen in dynamischen Systemen effektiver und एफizienter identifizieren. Dies ist besonders relevant in komplexen Umgebungen, in denen die zugrundeliegenden Mechanismen oft nicht direkt beobachtbar sind.
Ein weiteres innovatives Framework, bekannt als RealTCD, erweitert die Konzepte der Kausalentdeckung, indem es die Stärken von Large Language Models (LLMs) und Interventionsdaten kombiniert, um kausale Beziehungen in industriellen Szenarien zu identifizieren. RealTCD wurde speziell entwickelt, um die Herausforderung zu bewältigen, kausale Zusammenhänge zu finden, wenn die Interventionsziele unbekannt sind – ein häufiges Problem in der Praxis.
Die Kombination dieser beiden Module im RealTCD-Framework ermöglicht eine robuste und präzise Kausalentdeckung, selbst in komplexen industriellen Umgebungen, in denen herkömmliche Methoden an ihre Grenzen stoßen.
Die Integration von LLMs in die Kausalentdeckung stellt einen Paradigmenwechsel dar. LLMs können als "Meta-Experten" fungieren, die menschliches Fachwissen ergänzen und erweitern. Ihre Fähigkeit, riesige Mengen an Textdaten zu verarbeiten und zu synthetisieren, ermöglicht es ihnen, Wissen aus unzähligen Dokumenten, Forschungsarbeiten und Expertenmeinungen zu destillieren.
Diese Ansätze beschleunigen nicht nur den Entdeckungsprozess, sondern machen auch anspruchsvolle kausale Analysen einem breiteren Spektrum von Forschern und Praktikern zugänglich, selbst ohne tiefgehende Domänenexpertise.
Trotz der vielversprechenden Fortschritte stehen die LCMs und die Integration von LLMs in die Kausalentdeckung noch vor Herausforderungen. Eine der wichtigsten ist die Notwendigkeit standardisierter Bewertungsmetriken und Benchmarks, um die Leistungsfähigkeit verschiedener Ansätze objektiv vergleichen zu können. Zudem ist die Interpretierbarkeit der von LLMs generierten kausalen Erklärungen ein entscheidender Faktor, um Vertrauen in diese Systeme aufzubauen.
Zukünftige Forschungsrichtungen umfassen die Entwicklung domänenspezifischer LLMs, die noch präziser auf die jeweiligen Anwendungsbereiche zugeschnitten sind, sowie die Verbesserung der Fähigkeit von LLMs, die Eigenschaften von Strukturellen Kausalmodellen (SCMs) zu diagnostizieren. Die Erforschung, wie LLMs echte kausale Schlussfolgerungen ziehen und nicht nur Muster in Daten erkennen, bleibt ein aktives Forschungsfeld.
Die kontinuierliche Weiterentwicklung dieser Technologien verspricht, die Kausalentdeckung in einer Vielzahl von Bereichen – von der IT-Betriebsanalyse (AIOps) bis hin zur Medizin und den Sozialwissenschaften – zu revolutionieren und ein tieferes Verständnis komplexer Systeme zu ermöglichen.
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