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Auswirkungen der Mehrwertsteuersenkung auf die Gastronomie und Verbraucher

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January 5, 2026

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    Das Wichtigste in Kürze

    • Seit dem 1. Januar 2026 gilt für Speisen in der Gastronomie wieder der ermäßigte Mehrwertsteuersatz von 7 % statt 19 %.
    • Die Steuersenkung soll die Gastronomiebetriebe entlasten und ihnen helfen, gestiegene Kosten abzufedern.
    • Eine direkte, eins-zu-eins Weitergabe der Preissenkung an die Gäste wird von der Branche mehrheitlich nicht erwartet.
    • Stattdessen soll der gewonnene Spielraum für notwendige Investitionen, Mitarbeiterbindung und die Sicherung der gastronomischen Vielfalt genutzt werden.
    • Kritiker befürchten, dass vor allem große Ketten profitieren, während kleinere Betriebe weiterhin unter Kostendruck leiden und Verbraucher keine signifikanten Preissenkungen erfahren.

    Mehrwertsteuersenkung in der Gastronomie: Eine Analyse der Auswirkungen auf Preise und Branche

    Seit dem 1. Januar 2026 ist in Deutschland eine signifikante Änderung im Steuerrecht für die Gastronomie in Kraft getreten: Der Mehrwertsteuersatz für Speisen in Restaurants, Cafés und im Catering wurde von 19 Prozent auf den ermäßigten Satz von 7 Prozent gesenkt. Diese Maßnahme, die kurz vor Jahresende vom Bundesrat beschlossen wurde, zielt darauf ab, die von multiplen Krisen gezeichnete Branche zu stabilisieren. Doch welche konkreten Auswirkungen sind für Gastronomen und Konsumenten zu erwarten?

    Historischer Kontext und aktuelle Herausforderungen

    Die deutsche Gastronomie hat in den vergangenen Jahren erhebliche Belastungen erfahren. Zunächst führte die Corona-Pandemie zu monatelangen Schließungen und erheblichen Umsatzeinbußen. Eine temporäre Senkung der Mehrwertsteuer auf 7 Prozent während dieser Zeit sollte den Betrieben das Überleben sichern. Nach dem Auslaufen dieser Regelung und der Rückkehr zum vollen Steuersatz von 19 Prozent Ende 2023 sahen sich viele Gastronomen mit einer weiteren Verschärfung der wirtschaftlichen Lage konfrontiert. Steigende Lebensmittelpreise, explodierende Energiekosten und erhöhte Personalkosten, insbesondere durch die Anhebung des Mindestlohns, setzten die Betriebe massiv unter Druck. Laut dem Deutschen Hotel- und Gaststättenverband (Dehoga) kämpfte zuletzt jedes zehnte Unternehmen um seine Existenz.

    Die Erwartungen der Branche: Entlastung statt Preiskampf

    Der Dehoga begrüßt die erneute Steuersenkung als eine "überlebenswichtige Entscheidung" und die "wichtigste Maßnahme zur Stärkung unserer Restaurants, Wirtshäuser, Cafés und Caterer". Die Erwartungshaltung innerhalb der Branche ist jedoch nicht primär auf eine Senkung der Endverbraucherpreise gerichtet. Vielmehr soll die Entlastung dazu dienen, den gestiegenen Betriebskosten entgegenzuwirken und dringend benötigten Spielraum für Investitionen zu schaffen. Hans-Ulrich Kauderer, Landeschef des Dehoga Baden-Württemberg, betont, dass die Senkung "Luft für Investitionen" schaffe und Betriebsschließungen verhindern könne, die es ohne sie "mit Sicherheit gegeben hätte".

    Gastronomen äußern, dass eine direkte Weitergabe der Steuersenkung an die Gäste in Form von niedrigeren Preisen kaum realisierbar sei. Die Kumulation der Kostensteigerungen in den Bereichen Personal, Energie und Wareneinkauf der letzten Jahre übersteige den Effekt der Mehrwertsteuersenkung deutlich. Ein Gastronom aus Krefeld berichtete beispielsweise von einem Preisanstieg für ein Jägerschnitzel von 13,95 Euro auf 15,95 Euro innerhalb von zwei Jahren, was die Notwendigkeit unterstreicht, Kosten abzufedern.

    Auswirkungen auf die Konsumenten: Stabilität statt Schnäppchen?

    Für die Verbraucher bedeutet die Mehrwertsteuersenkung voraussichtlich keine flächendeckenden Preissenkungen. Experten und Branchenvertreter gehen davon aus, dass die Preise für Speisen in den meisten Restaurants stabil bleiben oder der Preisanstieg zumindest gedämpft wird. Der Hauptgeschäftsführer des Hotel- und Gaststättenverbandes in Mecklenburg-Vorpommern, Lars Schwarz, äußerte, dass eine "eins zu eins"-Umsetzung in den Speisekarten unwahrscheinlich sei. Die Regierung selbst sieht es als politisch gewollt an, dass die Entlastung primär den Betrieben zugutekommt, um diese zu stärken.

    Einige Verbraucher äußern Skepsis und befürchten, dass die Steuersenkung als "Steuergeschenk an die Gastronomiebranche" wahrgenommen wird, von dem die Gäste nicht profitieren. Andere sehen die Maßnahme als notwendig an, um die Vielfalt der Gastronomie zu erhalten und hoffen, dass stabile Preise mehr Menschen zum Essengehen motivieren könnten. Die Erfahrung zeigt, dass Steuererhöhungen tendenziell schneller an die Kunden weitergegeben werden als Steuersenkungen. Diese Beobachtung deutet darauf hin, dass die Gastronomie die Spielräume eher zur Konsolidierung nutzt.

    Differenzierte Betrachtung: Wer profitiert am meisten?

    Die Diskussion um die Mehrwertsteuersenkung beinhaltet auch die Frage, welche Art von Gastronomiebetrieben am stärksten profitieren. Kritiker, wie die Verbraucherorganisation foodwatch, äußern die Befürchtung, dass vor allem große Fast-Food-Ketten und umsatzstarke Betriebe einen Großteil der Entlastung für sich verbuchen könnten. McDonald's beispielsweise kündigte eine Preisreduzierung für einige Menüs an, um "insbesondere Familien und Gäste mit kleinerem Budget zu entlasten". Dies könnte darauf hindeuten, dass Betriebe mit hohen Umsätzen und einer größeren Marge eher in der Lage sind, Preisanpassungen vorzunehmen, während kleinere, oft personalintensive Betriebe den Spielraum eher zur Deckung ihrer Fixkosten nutzen.

    Für ländliche Regionen, in denen viele Gasthöfe in den letzten Jahren schließen mussten, wird die Senkung als Chance gesehen, einen Trend umzukehren und die gastronomische Infrastruktur zu sichern. Die Sicherung von Arbeitsplätzen und die Möglichkeit, in Qualität und Angebot zu investieren, werden als positive Effekte hervorgehoben.

    Fazit und Ausblick

    Die erneute Senkung des Mehrwertsteuersatzes für Speisen in der Gastronomie ist eine von der Branche lang ersehnte und als notwendig erachtete Maßnahme. Sie soll den Betrieben in einer weiterhin angespannten wirtschaftlichen Lage finanziellen Spielraum verschaffen, um gestiegene Kosten zu kompensieren, notwendige Investitionen zu tätigen und die Wettbewerbsfähigkeit zu stärken. Eine direkte und umfassende Weitergabe der Preissenkung an die Konsumenten ist jedoch nicht die primäre Erwartung. Vielmehr dürfte die Maßnahme dazu beitragen, das Preisniveau zu stabilisieren und die Existenz vieler Betriebe zu sichern.

    Ob die Steuersenkung ausreicht, um die Gastronomie nachhaltig zu entlasten und die Verbraucher wieder verstärkt zum Essengehen zu bewegen, wird sich in den kommenden Monaten zeigen. Die Entwicklungen bei Lebensmittel- und Energiekosten sowie die Lohnentwicklung werden hierbei entscheidende Faktoren bleiben.

    Bibliographie

    - ZDFheute. (2026, 4. Januar). Steuersenkung für Gastro-Betriebe: Kommt sie bei den Gästen an? Verfügbar unter: https://www.zdfheute.de/wirtschaft/steuersenkung-gastrobranche-dehoga-verbraucher-erwartungen-100.html - Spreier, K. (2025, 19. Dezember). Essengehen wird wohl trotz Mehrwertsteuer-Senkung nicht günstiger. Tagesschau.de. Verfügbar unter: https://www.tagesschau.de/wirtschaft/mehrwehrsteuer-senkung-gastronomie-100.html - Hofeditz, S. (2026, 3. Januar). Steuerentlastungen in der Gastronomie: "Günstiger wird’s leider nicht – weil alle Kosten explodiert sind". Zeit Online. Verfügbar unter: https://www.zeit.de/zeit-magazin/wochenmarkt/2025-12/steuerentlastung-gastronomie-mehrwertsteuer-senkung-essengehen - SWR Aktuell. (2026, 4. Januar). Steuersenkung gibt Gastronomie in BW Auftrieb trotz hoher ... - SWR. Verfügbar unter: https://www.swr.de/swraktuell/baden-wuerttemberg/mehrwertsteuer-senkung-gastronomie-mc-donalds-100.html - t-online. (2026, 3. Januar). Schnitzelsubvention floppt: Kleine Wirte gehen leer aus, Fastfood-Ketten profitieren. Verfügbar unter: https://www.t-online.de/finanzen/aktuelles/wirtschaft/id_101064672/mehrwertsteuer-senkung-verpufft-mcdonald-s-profitiert-doch-wirte-leiden.html - Marquart, M., & Bunte, A. (2026, 1. Januar). Mehrwertsteuersenkung in der Gastronomie: Drei Wirte berichten .... Der Spiegel. Verfügbar unter: https://www.spiegel.de/wirtschaft/unternehmen/mehrwertsteuersenkung-in-der-gastronomie-drei-wirte-berichten-was-sie-wirklich-bringt-a-93a77196-3014-436e-a189-7c79557d581c - dpa. (2026, 3. Januar). Branche unter Druck: Was die 7-Prozent-Steuer für Restaurants und Gäste bedeutet. meinKA. Verfügbar unter: https://meinka.de/branche-unter-druck-was-die-7-prozent-steuer-fuer-restaurants-und-gaeste-bedeutet/ - Focus Online. (2025, 2. Juni). Mehrwertsteuer-Senkung in der Gastronomie: Warum das Essengehen trotzdem nicht günstiger wird. Verfügbar unter: https://www.focus.de/finanzen/finanz-news/mehrwertsteuer-senkung-in-der-gastronomie-warum-das-essengehen-trotzdem-nicht-guenstiger-wird_f9d743ef-3fbc-4f39-b5b4-89caaa0c26e8.html - Köppel, M. (2025, 15. September). Mehrwertsteuersenkung Gastronomie 2026: Was Gäste jetzt wissen müssen. Watson.de. Verfügbar unter: https://www.watson.de/leben/ratgeber/481295720-mehrwertsteuersenkung-gastronomie-2026-was-gaeste-jetzt-wissen-muessen - Röske, T. (2025, 20. Oktober). Mehrwertsteuersenkung in Gastronomie: Was gilt wo, und ab wann?. RND. Verfügbar unter: https://www.rnd.de/geld-und-finanzen/mehrwertsteuersenkung-in-gastronomie-was-gilt-wo-und-ab-wann-7IOOUPSS3ZGNDHSJ4NV7W62AKM.html

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