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Herausforderungen und Lösungen bei der Hardware-Fragmentierung im Deep Learning

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January 17, 2026

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    Das Wichtigste in Kürze

    • Hardware-Fragmentierung stellt ein signifikantes Hindernis für die optimale Leistung von Deep Learning dar, insbesondere in heterogenen Systemen.
    • Neue Ansätze zielen darauf ab, die Ausführungsmodelle von CPUs und GPUs zu vereinheitlichen, um die technische Komplexität zu reduzieren und die Inferenzgeschwindigkeit zu erhöhen.
    • Dynamische Scheduler und optimierte Ressourcenzuweisung in GPU-Clustern verbessern die Auslastung und reduzieren Wartezeiten erheblich.
    • Die Entwicklung von Frameworks wie Burn 0.20 und spezialisierten Scheduling-Algorithmen wie HPS, PBS und SBS zeigt vielversprechende Ergebnisse.
    • Trotz Fortschritten bleiben Herausforderungen bei der vollständigen Optimierung für alle Operationen und der Portabilität über verschiedene Hardware-Architekturen hinweg bestehen.

    Die Landschaft des Deep Learning ist geprägt von rasanten Fortschritten, sowohl in der Modellkomplexität als auch in der Leistungsfähigkeit der zugrunde liegenden Hardware. Eine zentrale Herausforderung, die Ingenieure und Forscher in diesem Bereich kontinuierlich adressieren, ist die sogenannte Hardware-Fragmentierung. Diese Fragmentierung, die sich in unterschiedlichen Architekturen, Speichermodellen und Ausführungsmechanismen manifestiert, kann die Leistung von Deep-Learning-Anwendungen erheblich beeinträchtigen und den Entwicklungsprozess verlangsamen. Die Suche nach Lösungen für dieses Problem ist entscheidend, um das volle Potenzial moderner KI-Systeme auszuschöpfen.

    Die Herausforderung der Hardware-Fragmentierung im Deep Learning

    Deep-Learning-Modelle erfordern immense Rechenressourcen, wobei Graphics Processing Units (GPUs) aufgrund ihrer massiven Parallelverarbeitungsfähigkeiten die bevorzugte Wahl sind. Allerdings führt die Vielfalt der verfügbaren Hardware – von spezialisierten KI-Beschleunigern bis hin zu Standard-CPUs – zu einem Patchwork an Systemen, die oft nicht nahtlos zusammenarbeiten. Dies kann zu mehreren Problemen führen:

    • Inkonsistente Leistung: Modelle, die auf einer Hardware-Plattform optimiert wurden, zeigen möglicherweise auf einer anderen Plattform eine suboptimale Leistung.
    • Erhöhter Entwicklungsaufwand: Entwickler müssen oft spezifischen Code für verschiedene Hardware-Typen schreiben und pflegen, was die technische Schuld erhöht.
    • Ressourcen-Inneffizienz: In Multi-Tenant-GPU-Clustern kann Fragmentierung dazu führen, dass Ressourcen nicht vollständig ausgelastet werden, da Jobs nicht optimal auf die verfügbaren Einheiten verteilt werden können.
    • Komplexität bei Skalierung: Die Skalierung von Deep-Learning-Workloads über mehrere GPUs oder sogar Cluster hinweg wird durch heterogene Hardware erheblich erschwert.

    Ansätze zur Überwindung der Fragmentierung

    Um diese Herausforderungen zu meistern, werden verschiedene Strategien verfolgt, die von der Vereinheitlichung der Ausführungsmodelle bis hin zu intelligenten Scheduling-Algorithmen reichen.

    Vereinheitlichung von CPU- und GPU-Ausführungsmodellen

    Ein vielversprechender Ansatz zur Reduzierung der Hardware-Fragmentierung ist die Vereinheitlichung der Ausführungsmodelle für CPUs und GPUs. Dies ermöglicht es Entwicklern, generischeren Code zu schreiben, der auf verschiedenen Hardware-Typen effizient ausgeführt werden kann, ohne dass für jede Plattform spezialisierte Kernel erforderlich sind. Ein Beispiel hierfür ist die Entwicklung von Frameworks, die versuchen, die technische Komplexität zu reduzieren und gleichzeitig die Inferenzgeschwindigkeit auf Standard-Hardware zu erhöhen.

    Die Burn-Framework-Version 0.20 adressiert genau diese Problematik, indem sie versucht, die CPU- und GPU-Ausführungsmodelle zu vereinheitlichen. Ziel ist es, den Kompromiss zwischen generischem, aber langsamem Code und hardware-spezifischen, aber fragmentierten Implementierungen aufzuheben. Durch eine Neugestaltung des CubeCL-Backends wird die Unterstützung dynamischer Datentypen mit Kompilierungszeitinformationen ermöglicht. Diese architektonische Bereinigung führt zu saubererem Code und schnelleren Kompilierungszeiten. Die Vereinheitlichung von CPU- und GPU-Kerneln durch CubeCL soll eine maximale Effizienz über eine breite Palette von Hardware, von NVIDIA Blackwell GPUs bis zu Standard-CPUs, gewährleisten. Ein neues Projekt namens CubeK führt strikte Richtlinien für die Kernel-Architektur ein, um diese Vereinheitlichung voranzutreiben. Indem die Hardware-Spezialisierung in die Just-in-Time (JIT)-Kompilierungsphase verlagert und Caching von Spezialisierungen genutzt wird, kann der Overhead für den Start komplexer Kernel reduziert werden, was zu einer besseren CPU-Leistung führt.

    Effizienzsteigerung durch optimierte Kernel

    Die Optimierung von Deep-Learning-Workloads erfordert oft den Einsatz von sogenannten "Fused Kernels". Hierbei werden mehrere Operationen, die normalerweise nacheinander ausgeführt würden, zu einem einzigen Kernel zusammengefasst. Dies reduziert den Overhead durch den häufigen Transfer von Daten zwischen dem langsameren Hauptspeicher (DRAM/HBM) und den schnelleren Registern oder Caches der GPU. Insbesondere bei rechenintensiven Aufgaben wie der Aufmerksamkeitsmechanismus (Attention) in Transformatoren können Fused Kernels signifikante Geschwindigkeitsvorteile bieten.

    • FlashAttention: Diese Entwicklung minimiert die Zugriffe auf den globalen Speicher, indem der Softmax-Block für Block berechnet wird und gleichzeitig die relevanten Wertblöcke geladen werden.
    • FlashAttention2: Diese verbesserte Version konzentriert sich auf die Reduzierung von Nicht-Matrix-Multiplikationsoperationen, die auf Tensor Cores langsamer sind. Zudem wird die Synchronisierung innerhalb von Warps optimiert.
    • FlashAttention3: Speziell für H100/H200 GPUs entwickelt, nutzt diese Version neue Hardware-Features wie den Tensor Memory Accelerator (TMA) und WGMMA-Instruktionen (Warpgroup Matrix-Multiply-Accumulate), um die Tensor Core-Auslastung zu maximieren.

    Andere Beispiele für optimierte Kernel finden sich in Bereichen wie der schnellen Fourier-Transformation (FlashFFTConv) und State-Space-Modellen (Mamba), wo durch geschickte Speicherverwaltung und die Nutzung von Hardware-Eigenschaften erhebliche Effizienzsteigerungen erzielt werden.

    Intelligente Scheduling-Algorithmen in GPU-Clustern

    In Multi-Tenant-GPU-Clustern, in denen verschiedene Deep-Learning-Workloads gleichzeitig ausgeführt werden, ist ein effizientes Scheduling von entscheidender Bedeutung. Traditionelle statische Scheduling-Strategien führen oft zu geringer GPU-Auslastung und langen Wartezeiten. Neuere dynamische Scheduler zielen darauf ab, diese Probleme zu beheben.

    Eine systematische Untersuchung von GPU-Clustern hat gezeigt, dass die durchschnittliche Auslastung oft nur bei etwa 50 % liegt. Dies ist hauptsächlich auf Fragmentierung, heterogene Workloads und die Einschränkungen statischer Scheduling-Richtlinien zurückzuführen. Um dies zu verbessern, wurden spezialisierte dynamische Scheduler entwickelt und evaluiert:

    • Hybrid Priority Scheduler (HPS): Dieser Scheduler kombiniert Effizienz-Scoring mit altersbasierten Fairness-Mechanismen und GPU-Blocking-Mitigation. Er zeigt eine verbesserte Auslastung und reduziert die Wartezeiten im Vergleich zu statischen Methoden.
    • Predictive Backfill Scheduler (PBS): PBS nutzt vorausschauende Heuristiken, um Fragmentierung zu reduzieren, indem er Jobs auswählt, die am besten in bestehende Ressourcenlücken passen.
    • Smart Batch Scheduler (SBS): SBS verbessert den Durchsatz, indem er kompatible Jobs zu Batches zusammenfasst, um Kontextwechsel zu reduzieren und die Wiederverwendung von Kerneln zu ermöglichen.

    Diese dynamischen Scheduler übertreffen statische Ansätze in Bezug auf Durchsatz, durchschnittliche Wartezeiten und GPU-Auslastung erheblich. Beispielsweise konnte HPS in Simulationen die GPU-Auslastung auf bis zu 78,2 % steigern und die Zahl der "verhungerten" Jobs (die länger als 30 Minuten warten) drastisch reduzieren.

    Software- und Framework-Entwicklungen

    Die Software-Seite spielt eine entscheidende Rolle bei der Überwindung der Hardware-Fragmentierung. Deep-Learning-Frameworks und Compiler entwickeln sich ständig weiter, um die Nutzung heterogener Hardware zu optimieren.

    • Deep Learning Frameworks: Von den Anfängen mit Theano und Caffe bis hin zu den heutigen dominierenden Frameworks wie TensorFlow, PyTorch und JAX ist das Ziel, die Entwicklung und Bereitstellung von Deep-Learning-Modellen zu vereinfachen. PyTorch, mit seinem flexiblen "eager execution" Ansatz und neueren Funktionen wie torch.compile(), hat sich als besonders beliebt in der Forschung erwiesen.
    • Compiler: Spezialisierte Deep-Learning-Compiler wie XLA (für TensorFlow/JAX) und TensorRT (für NVIDIA-Geräte) sind darauf ausgelegt, Rechengraphen zu optimieren und hardware-spezifischen Code zu generieren, der eine hohe Leistung gewährleistet. PyTorch hat ebenfalls eigene Compiler-Initiativen wie TorchDynamo und TorchInductor, die darauf abzielen, JIT-Kompilierung für Python-Code zu ermöglichen.
    • Triton: Als domänenspezifische Sprache für die Programmierung von NVIDIA GPU-Kerneln in Python ermöglicht Triton eine feinere Kontrolle über die Speicherhierarchie und ist einfacher zu verwenden als reines CUDA C++. Es wird zunehmend zur Implementierung von performanten, hardware-nahen Kerneln eingesetzt.

    Maßnahmen zur Reduzierung des Modellumfangs

    Neben der Optimierung der Hardware-Nutzung ist auch die Reduzierung des Modellumfangs ("Downwards Scaling") ein wichtiger Aspekt zur Bewältigung der Hardware-Fragmentierung, insbesondere für den Einsatz auf Geräten mit begrenzten Ressourcen oder zur Senkung der Inferenzkosten.

    • Modell-Pruning: Hierbei werden unwichtige Gewichte in einem neuronalen Netz entfernt, um die Modellgröße zu reduzieren. Techniken wie die "Lottery Ticket Hypothesis" und SNIP/SynFlow suchen nach effektiven Methoden, um Pruning durchzuführen, ohne die Modellleistung wesentlich zu beeinträchtigen.
    • Quantisierung: Die Reduzierung der Präzision von Modellgewichten (z.B. von 32-Bit-Gleitkommazahlen auf 8-Bit-Integer) kann den Speicherbedarf drastisch senken und die Inferenzgeschwindigkeit auf Hardware mit Unterstützung für niedrigere Präzision erhöhen. Fortschritte wie LLM.int8(), GPT-Q und AWQ (Activation-Aware Weight Quantization) ermöglichen die Quantisierung großer Sprachmodelle mit minimalem Leistungsverlust.
    • Wissensdestillation (Knowledge Distillation): Bei dieser Methode wird das Wissen eines großen, komplexen "Lehrer"-Modells auf ein kleineres, effizienteres "Schüler"-Modell übertragen. Dies ist besonders nützlich, um leistungsfähige Modelle für den Einsatz auf ressourcenbeschränkter Hardware zu trainieren.

    Herausforderungen und Ausblick

    Trotz der beeindruckenden Fortschritte bleiben Herausforderungen bestehen. Die vollständige Optimierung von Deep-Learning-Operationen für alle Hardware-Typen ist nach wie vor ein komplexes Unterfangen. Die Portabilität von Modellen und die Konsistenz der Ergebnisse über heterogene Beschleuniger hinweg sind nicht immer gewährleistet, wie Studien zeigen, die Diskrepanzen in der Operator-Implementierung und im Umgang mit numerischen Ausreißern aufzeigen.

    Die Zukunft der Deep-Learning-Leistung liegt in der kontinuierlichen Innovation auf allen Ebenen: von der Entwicklung neuer Hardware-Architekturen über die Verbesserung von Compilern und Frameworks bis hin zur Erforschung effizienterer Modellstrukturen und -optimierungstechniken. Die Überwindung der Hardware-Fragmentierung ist ein fortlaufender Prozess, der eine enge Zusammenarbeit zwischen Hardware-Ingenieuren und Software-Entwicklern erfordert, um die Leistungsfähigkeit und Zugänglichkeit von KI weiter zu steigern.

    Die vorgestellten Ansätze und Entwicklungen verdeutlichen, dass die Deep-Learning-Community aktiv daran arbeitet, die Hürden der Hardware-Fragmentierung zu überwinden. Durch die Vereinheitlichung von Ausführungsmodellen, die Entwicklung optimierter Kernel, den Einsatz intelligenter Scheduler und die konsequente Weiterentwicklung von Software-Frameworks wird der Weg für eine effizientere und leistungsfähigere Nutzung von KI-Technologien geebnet. Für Unternehmen im B2B-Sektor bedeutet dies die Möglichkeit, Deep Learning-Lösungen kosteneffizienter zu implementieren und von einer verbesserten Leistung auf vielfältigen Hardware-Plattformen zu profitieren.

    Bibliographie

    - Mulafinex Technology. (2026). Solving hardware fragmentation for deep learning performance. - Daws, R. (2026). Solving hardware fragmentation for deep learning performance. Developer Tech News. - Mamirov, A. (2025). Reducing Fragmentation and Starvation in GPU Clusters through Dynamic Multi-Objective Scheduling. arXiv preprint arXiv:2512.10980. - Parab, A. (2025). Practical Tips for Preventing GPU Fragmentation for Volcano Scheduler. NVIDIA Technical Blog. - Zhang, A. L. (2024). A Meticulous Guide to Advances in Deep Learning Efficiency over the Years. - Ronkin, M. V., Akimova, E. N., & Misilov, V. E. (2023). Review of deep learning approaches in solving rock fragmentation problems. AIMS Mathematics, 8(10), 23900-23940. - Ringlein, B., Parnell, T., & Stoica, R. (2025). GPU Performance Portability needs Autotuning. arXiv preprint arXiv:2505.03780. - Sul, S. H., Arora, S., Spector, B. F., & Ré, C. (2025). Systematic and Practical Simplification of Multi-GPU AI Kernels. arXiv preprint arXiv:2511.13940. - Wen, E., Ma, S., Tempero, E., Dietrich, J., Luo, D., Shen, J., ... & Hong, J. (2025). Mind the Gap: Revealing Inconsistencies Across Heterogeneous AI Accelerators. arXiv preprint arXiv:2511.11601.

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