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Die Firma IBM hat kürzlich eine Erweiterung ihrer Mainframe-Plattformen z17 und LinuxONE 5 bekannt gegeben. Diese Ankündigung umfasst neue, kompaktere Hardware-Konfigurationen sowie eine Reihe von Software-Innovationen, die auf die Bereiche Künstliche Intelligenz (KI), Sicherheit und operative Effizienz abzielen. Die Neuerungen sollen Unternehmen dabei unterstützen, ihre Workloads flexibler zu gestalten und den Anforderungen moderner Rechenzentren gerecht zu werden.
Ein zentraler Aspekt der jüngsten Ankündigung ist die Einführung neuer Hardware-Optionen für die IBM z17 und LinuxONE 5 Plattformen. Erstmals bietet IBM neben den traditionellen, größeren Systemen auch Single-Frame-Systeme (z17 ME2) und Rack-Mount-Bundles (z17 MER) an. Diese Entwicklung reagiert auf den Bedarf vieler Unternehmen, Mainframe-Technologie in Umgebungen mit begrenztem Platzangebot oder in bestehende Rack-Infrastrukturen zu integrieren.
Die neuen Rack-Mount-Optionen ermöglichen es Kunden, ihre Mainframe-Systeme direkt neben anderen gängigen Servertechnologien in Standard-Racks zu platzieren. Dies kann die physische Integration und Verwaltung im Rechenzentrum vereinfachen. IBM betont, dass diese kompakteren Systeme die gleichen hohen Standards in Bezug auf Performance, Sicherheit und Zuverlässigkeit bieten wie die größeren Flaggschiff-Systeme.
Zusätzlich zu den neuen Formfaktoren werden auch die Netzwerkmöglichkeiten erweitert. Ein integrierter 100-Gigabit-Ethernet-Adapter soll den Datenaustausch beschleunigen, während neue 1-Gigabit-Netzwerkadapter für Managementumgebungen eingeführt werden. Des Weiteren sollen neue Data Processing Unit (DPU)-Funktionen die Hauptprozessoren von Datenbewegungen und I/O-Aufgaben entlasten, wodurch die Effizienz weiter gesteigert werden kann.
Die Rolle der Künstlichen Intelligenz in Unternehmensanwendungen nimmt stetig zu. IBM reagiert darauf mit signifikanten Erweiterungen der KI-Funktionen auf den z17- und LinuxONE-5-Plattformen. Das AI Toolkit für IBM Z und LinuxONE wird um die Unterstützung von Embedding- und Encoder-Modellen wie BERT erweitert. Diese Modelle sind entscheidend für Anwendungen wie semantische Suche, Dokumentenanalyse und Retrieval-Augmented Generation (RAG), die generative KI-Modelle mit spezifischem Unternehmenswissen anreichern.
Der watsonx Assistant for Z, ein KI-gestützter Assistent, erhält neue Agentenfunktionen, Multi-Tenancy-Fähigkeiten und Unterstützung für weitere Granite-Modelle. Diese Verbesserungen sollen die Entwicklung und Bereitstellung von KI-Anwendungen auf der Plattform vereinfachen und die Interaktion mit den Systemen intuitiver gestalten.
Des Weiteren wird der AI Optimizer for IBM Z und LinuxONE aktualisiert. Diese Lösung bietet eine vorkonfigurierte Laufzeitumgebung für KI-Inferenz, die Betriebssystemkomponenten, Container-Laufzeiten, Überwachungstools und Modellverwaltung in einem vorinstallierten Softwarepaket bündelt. Dies vereinfacht die Implementierung von KI-Workloads und reduziert den operativen Aufwand.
Für datenintensive Analysen wird der Db2 Analytics Accelerator durch direkt angebundene NVMe-SSDs ergänzt, was die Geschwindigkeit analytischer Abfragen erheblich steigern soll. Auch SQL Data Insights Pro und Data Gate, das die nahezu Echtzeit-Synchronisierung von Daten aus Db2, IMS oder VSAM in Cloud-Umgebungen ermöglicht, werden erweitert.
Die Modernisierung von Legacy-Anwendungen ist für viele Unternehmen eine Herausforderung. IBM stellt hierfür neue Tools und Services vor. IBM COBOL Elevate for z/OS ist eine Software, die COBOL-Anwendungen analysieren, den Übergang zu aktuellen Compilern unterstützen und Optimierungsvorschläge direkt im Quellcode liefern soll. Dabei kommt KI zum Einsatz, um notwendige Anpassungen schneller zu identifizieren und den Modernisierungsprozess zu beschleunigen.
Im Bereich der Systemverwaltung kündigt IBM das Project Polaris als Technology-Preview-Programm an. Ziel ist es, eine modernisierte z/OS-Verwaltung zu entwickeln, die APIs, YAML-Konfigurationen und KI-gestützte Assistenten nutzt. Dies soll den Betrieb stärker an DevOps- und Cloud-Workflows anlehnen und die Automatisierung von Verwaltungsaufgaben vorantreiben.
Um die Kostenkontrolle und Flexibilität zu erhöhen, führt IBM ein verbrauchsabhängiges Preismodell für zIIP-Kapazität ein. zIIPs (System z Integrated Information Processors) sind Spezialprozessoren, die bestimmte Workloads wie Datenbank-, Java- oder Analyseaufgaben ausführen und dazu beitragen können, Lizenzkosten für reguläre Prozessorkapazität zu reduzieren. Das neue Modell ermöglicht es, diese Kapazität flexibler nach tatsächlicher Nutzung zu beziehen.
Die Sicherheit von Daten und Systemen bleibt ein Kernthema für Unternehmen. IBM erweitert die Sicherheitsfunktionen seiner Mainframe-Plattformen, insbesondere im Hinblick auf die Post-Quanten-Kryptografie. Der Crypto Express 8S wird um die Unterstützung zusätzlicher Post-Quanten-Algorithmen wie ML-KEM und ML-DSA erweitert. Dies ermöglicht Unternehmen eine schrittweise Vorbereitung auf die Herausforderungen zukünftiger kryptografischer Verfahren und den Schutz vor potenziellen Angriffen durch Quantencomputer.
Weitere Neuerungen umfassen Erweiterungen für den Unified Key Orchestrator, Verbesserungen beim IBM Confidential Computing sowie zusätzliche Funktionen für die zSecure-Produktfamilie. Diese reichen von der automatisierten Zertifikatsverwaltung über Compliance-Prüfungen bis hin zur KI-gestützten Erkennung ungewöhnlicher Zugriffe auf z/OS-Systeme. Diese umfassenden Sicherheitsverbesserungen sollen die Widerstandsfähigkeit der Plattformen gegenüber Cyberbedrohungen stärken und die Einhaltung regulatorischer Anforderungen erleichtern.
Es ist festzuhalten, dass nicht alle angekündigten Punkte gänzlich neue Produkte darstellen. IBM bündelt und erweitert auch zahlreiche bereits verfügbare Angebote wie watsonx.ai, Machine Learning for IBM z/OS oder Teile der zSecure-Familie, um eine kohärente und leistungsfähige Plattform für die Anforderungen der digitalen Transformation zu schaffen.
Bibliographie
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