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Entwicklung einer einheitlichen KI-Architektur für die öffentliche Verwaltung

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June 8, 2026

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    Das Wichtigste in Kürze

    • Die Entwicklung von KI-Lösungen in der öffentlichen Verwaltung erfordert eine gemeinsame technische Basis, um Insellösungen zu vermeiden.
    • Referenzarchitekturen wie KIVA.arc bieten einen Open-Source-Ansatz, um diese Herausforderung zu adressieren und die dokumentengetriebene Verwaltungsarbeit zu optimieren.
    • Die "Souveräne KI-Plattform" von Telekom und SAP zielt darauf ab, eine gemeinsame KI-Infrastruktur für Bund, Länder und Kommunen bereitzustellen.
    • Digitale Souveränität in der Verwaltung ist entscheidend und erfordert modulare IT-Architekturen, offene Standards und den Einsatz von Open Source.
    • KI-Anwendungen können klassische Verwaltungsleistungen wie die Bearbeitung von Aufenthaltstiteln durch automatisierte Dokumentenprüfung signifikant beschleunigen und verbessern.

    Grundlagen einer souveränen KI-Architektur für die öffentliche Verwaltung

    Die öffentliche Verwaltung in Deutschland steht vor der Herausforderung, die Potenziale Künstlicher Intelligenz (KI) umfassend zu nutzen, ohne dabei die digitale Souveränität zu kompromittieren. Derzeit entwickeln viele Bundesländer eigenständige KI-Lösungen, was zu einem fragmentierten Technologielandschaft führen kann. Eine gemeinsame technische Basis ist essenziell, um Redundanzen zu vermeiden und eine effiziente sowie zukunftsfähige Verwaltungsarbeit zu gewährleisten.

    Die Notwendigkeit einer gemeinsamen Architektur

    Die Schaffung einer einheitlichen, souveränen KI-Architektur für die öffentliche Verwaltung ist von strategischer Bedeutung. Insellösungen, bei denen Basiskomponenten immer wieder neu entwickelt werden, führen zu Ineffizienzen und erschweren die Interoperabilität zwischen verschiedenen Behörden. Eine solche Architektur strebt danach, von isolierten Chatbots zu integrierten KI-Ökosystemen überzugehen, die verschiedene KI-Dienste und -Modelle miteinander verknüpfen.

    KIVA.arc: Eine Open-Source-Referenzarchitektur

    Ein vielversprechender Ansatz zur Bewältigung dieser Herausforderung ist die Referenzarchitektur KIVA.arc, die vom Innenministerium Baden-Württemberg vorgestellt wurde. Diese Architektur ist als Open Source auf der Bund-Länder-Plattform OpenCoDE verfügbar. Sie basiert auf Open-Source-Modellen und integriert ein zentrales Retrieval-Augmented Generation (RAG)-System, das speziell für die dokumentengetriebene Verwaltungsarbeit konzipiert ist. Ziel ist es, einen Bauplan für eine KI-Plattform in der öffentlichen Verwaltung zu liefern, der die Motivation, Kernfunktionen und die technische Umsetzung detailliert beschreibt.

    Prinzipien der KI-Architektur

    Die Leitlinien für eine solche KI-Architektur betonen Modularisierung, Service-orientierte Architekturen und Erweiterbarkeit. Dies ermöglicht den Austausch einzelner Komponenten und die zeitnahe Integration technischer Weiterentwicklungen im Bereich der KI. Durch standardisierte Schnittstellen und eine konsequente Microservices-Architektur soll die Erweiterbarkeit der Plattform gewährleistet werden, sowohl für neue Anwendungsfälle als auch für zugrunde liegende Funktionen.

    Die Rolle der "Souveränen KI-Plattform"

    Das Bundesministerium für Digitalisierung und Staatsmodernisierung hat die Telekom und SAP als führende Anbieter für die Entwicklung einer "Souveränen KI-Plattform" für die öffentliche Verwaltung ausgewählt. Dieses Projekt zielt darauf ab, Bund, Ländern und Kommunen eine gemeinsame, vertrauenswürdige KI-Infrastruktur zur Verfügung zu stellen. Die Plattform soll unter anderem die Dokumentenverarbeitung, das Wissensmanagement und Genehmigungsverfahren mittels KI unterstützen. Eine erste Anwendung ist KIPITZ, die auf die Verarbeitung und Zusammenfassung von Dokumenten sowie das Wissensmanagement abzielt.

    Praktische Anwendungen und digitale Souveränität

    Die Implementierung von KI in der Verwaltung geht über die bloße Bereitstellung von Technologie hinaus. Sie erfordert eine strategische Neuausrichtung und die Berücksichtigung digitaler Souveränität.

    KI-gestützte Verwaltungsleistungen

    Konkrete Anwendungsbeispiele zeigen das Potenzial von KI in der Verwaltung. So kann generative KI klassische Verwaltungsleistungen wie die Bearbeitung von Aufenthaltstiteln grundlegend verändern. Durch KI-gestützte Dokumentenprüfung kann beispielsweise erkannt werden, ob die von Antragstellern hochgeladenen Unterlagen den Anforderungen entsprechen und für die weitere Bearbeitung in der Ausländerbehörde relevant sind. Dies kann Prozesse beschleunigen und die Effizienz steigern.

    Digitale Souveränität als Fundament

    Digitale Souveränität ist ein zentraler Aspekt für die langfristige Handlungsfähigkeit der öffentlichen Verwaltung. Staatliche IT-Systeme gelten als kritische Infrastruktur und müssen dauerhaft sicher, stabil und flexibel bleiben. Eine Abhängigkeit von externen Anbietern, insbesondere aus dem Ausland, in Bereichen wie Software, Cloud-Diensten und IT-Sicherheit birgt Risiken. Um diese Abhängigkeiten zu reduzieren, sind modulare IT-Architekturen, offene Standards und der verstärkte Einsatz von Open Source unerlässlich. Das Projekt "Spark" des Bundesministeriums für Digitales und Verkehr, das KI-Module als Open Source bereitstellt, ist ein Beispiel für die praktische Umsetzung des Prinzips "Public Money – Public Code".

    Herausforderungen und Perspektiven

    Die Modernisierung der Verwaltung durch KI ist eine komplexe Aufgabe. Der demografische Wandel, steigende Anforderungen an Qualität und Transparenz sowie die Notwendigkeit schneller und bürgernaher Services erfordern innovative Lösungen. Gleichzeitig müssen neue geopolitische und technologische Abhängigkeiten sowie wachsende Cyberrisiken berücksichtigt werden. Die Public AI Initiative bündelt Maßnahmen für den verantwortungsvollen Einsatz von KI und schafft die Grundlage für eine gemeinsame Infrastruktur, konkrete Anwendungen und eine koordinierte Weiterentwicklung im öffentlichen Sektor.

    Ausblick

    Die Entwicklung einer souveränen KI-Architektur für die Verwaltung ist ein fortlaufender Prozess. Konferenzen wie die "Public IT" bieten eine Plattform für den Austausch von Best Practices und die Präsentation neuer Ansätze. Sie beleuchten Themen wie souveräne Cloud- und On-Premise-Lösungen sowie die Absicherung von Programmierschnittstellen mit modernen Standards wie FAPI 2.0 und OAuth2, die angesichts der zunehmenden Vernetzung zwischen Bund, Ländern und Kommunen an Bedeutung gewinnen.

    Bibliography: - Bager, J. (2026). Public IT: Eine souveräne KI-Architektur für die Verwaltung. heise online. - Baden-Württemberg. (n.d.). Referenzarchitektur - Exposee. Innenministerium Baden-Württemberg. - OnlineMarktplatz.de. (2026). Souveräne KI-Plattform: Telekom und SAP erhalten Zuschlag. - Digital Austria. (n.d.). KI in der Verwaltung. - Baden-Württemberg. (n.d.). KI-Prinzipien - Referenzarchitektur - Exposee. Innenministerium Baden-Württemberg. - heise medien. (n.d.). Public IT – Die c't-Konferenz für den öffentlichen Sektor. - Digital Austria. (n.d.). Ergebnisse und Perspektiven. - FluxHuman. (2026). Projekt Spark: Wie Digitale Souveränität KI die Verwaltung transformiert. - Publicplan.de. (2026). Digitale Souveränität beginnt mit der IT-Architektur der Verwaltung. - Bundeskanzleramt. (2026). Public AI Initiative zur Modernisierung der Verwaltung.

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