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Dell Technologies hat auf seiner jüngsten Hausmesse bedeutende Erweiterungen seiner KI-Strategie vorgestellt. Im Fokus stehen die „Dell AI Factory 2.0“, neue leistungsstarke Server und ein innovatives Dateisystem, die darauf abzielen, Künstliche Intelligenz (KI) näher an die Unternehmensdaten zu bringen. Diese Entwicklungen unterstreichen einen Trend zur lokalen Verarbeitung von KI-Workloads, auch bekannt als On-Premises-Ansatz, und spiegeln die steigende Nachfrage nach integrierten Lösungen für generative KI wider.
Ein Kernstück der neuen Ankündigungen ist die Einführung von PowerEdge-Servern, die speziell für anspruchsvolle KI- und High-Performance-Computing (HPC)-Workloads konzipiert wurden. Die 18. Generation der PowerEdge-Serverfamilie soll im Vergleich zur Vorgängergeneration eine Leistungssteigerung von bis zu 70 Prozent ermöglichen. Dieses Leistungsplus ist entscheidend für die Bewältigung komplexer Berechnungen, die im Kontext von KI-Training und Inferenz auftreten.
Besondere Aufmerksamkeit verdienen die Modelle XE9780L und XE9785L, die jeweils mit acht Nvidia B300 Beschleunigern ausgestattet sind. Diese Integration von Nvidias neuesten GPU-Technologien unterstreicht Dells Bestreben, Spitzenleistung für KI-Anwendungen bereitzustellen. Ergänzend dazu wird auch der Support für Intel Gaudi 3 Beschleuniger im PowerEdge XE9680 angeboten, was eine breitere Hardware-Kompatibilität und Flexibilität für Kunden signalisiert.
Die neuen Server sind sowohl luft- als auch flüssigkeitsgekühlt erhältlich, um unterschiedlichen Anforderungen in Rechenzentren gerecht zu werden. Der flüssigkeitsgekühlte PowerEdge M9825 mit AMD-Epyc-Prozessoren der sechsten Generation ist dabei explizit für KI- und HPC-Anwendungen in vorkonfigurierten IR7000-Racks ausgelegt.
Die bloße Bereitstellung leistungsfähiger Hardware reicht für den erfolgreichen Einsatz von KI in Unternehmen nicht aus. Entscheidend ist der effiziente Zugriff auf und die Verwaltung von Daten. Hier setzt Dell mit seiner erweiterten "AI Data Platform" an. Ziel ist es, Unternehmensdaten für KI-Anwendungen besser nutzbar zu machen, indem Datenquellen erschlossen und Datenflüsse beschleunigt werden.
Die Notwendigkeit einer optimierten Datenplattform ergibt sich aus der Beobachtung, dass Agenten, RAG-Anwendungen (Retrieval-Augmented Generation) und domänenspezifische Modelle Zugang zu aufbereiteten, auffindbaren und schnell verfügbaren Daten benötigen. Diese Daten sind oft verteilt in verschiedenen Systemen wie File- und Object-Stores, Datenbanken oder ERP-Systemen.
Ein wesentlicher Bestandteil der AI Data Platform ist das "Dell Data Lakehouse". Dieses Konzept kombiniert die Skalierbarkeit und Kosteneffizienz eines Data Lake mit der Struktur und Zuverlässigkeit eines Data Warehouse. Eine föderierte Query Engine soll dabei helfen, Daten über verschiedene Umgebungen hinweg auffindbar, analysierbar und verarbeitbar zu machen sowie die Orchestrierung für Agenten zu automatisieren.
Als Speichergrundlage dienen Dells bewährte Lösungen PowerScale und ObjectScale. PowerScale ist für File- und Object-Storage unstrukturierter Daten sowie KI-Analysen zuständig, während ObjectScale S3-kompatible Object-Workloads abdeckt. Die Integration von PowerFlex in Dell Exascale Storage vervollständigt die Architektur, die nun Blockzugriffe über PowerFlex, File-Workloads über PowerScale und das neue Lightning, sowie Object-Storage über ObjectScale abdeckt.
Eine weitere wichtige Neuerung ist "Project Lightning", ein paralleles Dateisystem, das speziell für die Anforderungen von KI- und HPC-Workloads entwickelt wurde. Es zeichnet sich durch hohen Durchsatz, niedrige Latenz und die Fähigkeit zu parallelen Zugriffen von vielen GPU-Knoten aus.
Dell prognostiziert für Project Lightning einen Random-Read-Durchsatz von 97 GByte/s pro Node und eine Bandbreiteneffizienz von 97 Prozent. Dies wird durch den Einsatz von RDMA-Netzwerken und die Unterstützung von Nvidia GPUDirect Storage erreicht. Dadurch soll Lightning einen um 67 Prozent schnelleren Datenzugriff und einen doppelt so hohen Durchsatz im Vergleich zu bestehenden Lösungen bieten. Anwendungsbereiche umfassen Training, Inferenz, Checkpointing, Key-Value-Caching und Metadatenanalysen.
Zusätzlich arbeitet Dell mit Nvidia an einer hochskalierbaren Caching-Lösung für beschleunigte Inferenz, die sich in Nvidias NIXL-Bibliothek integriert. Diese Lösung ist auf agentische Workloads und Reasoning-Modelle mit langen Denk- und Kontextphasen zugeschnitten und soll bis zu 100-mal mehr Tokens pro Sekunde sowie eine um 80 Prozent geringere Latenz ermöglichen.
Dell entwickelt seine AI Factory von einer reinen GPU- und Infrastrukturplattform zu einer umfassenden Umgebung für Enterprise-KI. Die strategische Entscheidung, KI-Lösungen verstärkt On-Premises anzubieten, spiegelt die Bedürfnisse vieler Unternehmen wider, die generative KI-Workloads innerhalb der nächsten 24 Monate lokal ausführen möchten. Dies ermöglicht mehr Kontrolle über Daten, Einhaltung von Datenschutzbestimmungen und geringere Latenzen.
Die Partnerschaften mit führenden Technologieunternehmen sind ein zentraler Pfeiler dieser Strategie. So sollen gemeinsam mit Google Cloud Gemini-Modelle On-Premises bereitgestellt werden, exklusiv für Dell-Kunden. Mit Cohere wird die Agentenplattform Cohere North auf Dells Infrastruktur gebracht, um eine Verbindung zu Dell-Storage und allen Datenquellen zu ermöglichen.
Darüber hinaus hat Dell validierte On-Premises-Lösungen mit Partnern wie Hugging Face, Palantir, Reflection, ServiceNow und SpaceXAI angekündigt. Der Katalog der Dell Automation Platform wird zudem um validierte KI-Lösungen mit Mistral, Fogsphere, Ipsotek, UneeQ Digital Humans und Poolside erweitert. Dieses breite Spektrum umfasst Modelle, Agentenplattformen, Entwicklungswerkzeuge, Workflow-Automation, Computer Vision und verschiedene Formen des Datenzugriffs.
Die Erweiterungen der Dell AI Factory bieten Unternehmen eine umfassende Infrastruktur und Plattform für den Einsatz von Künstlicher Intelligenz. Die Fokussierung auf On-Premises-Lösungen adressiert wichtige Anforderungen hinsichtlich Datenhoheit, Sicherheit und Performance.
Die eigentliche Herausforderung für Unternehmen besteht jedoch weiterhin in der Qualität und Verfügbarkeit ihrer Daten. Eine leistungsstarke Infrastruktur kann nur dann ihr volles Potenzial entfalten, wenn die zugrundeliegenden Daten bereinigt, strukturiert und für KI-Anwendungen geeignet sind. Fragen der Datenqualität, Governance, Zugriffsrechte und der tatsächlichen Datenpfade bleiben entscheidend für den Erfolg von KI-Projekten. Dell liefert mit seinen neuen Angeboten zwar die Bausteine, die Implementierung und Optimierung in heterogenen Unternehmensumgebungen erfordert jedoch weiterhin eine sorgfältige Planung und Ausführung.
Bibliography: - finanzen.at: "Dell AI Factory 2.0: Neue Server mit Nvidia B300 und eigenes Dateisystem", 27.05.2026. - heise online: Weiss, Harald. "Dell PowerEdge: Bis zu 70 Prozent mehr Leistung für Rechenzentren", 22.05.2026. - IT-Boltwise: "Dell setzt auf lokale KI: PowerStore Elite und agentische Systeme 2026", 21.05.2026.Lernen Sie in nur 30 Minuten kennen, wie Ihr Team mit KI mehr erreichen kann – live und persönlich.
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