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Dell passt KI-Strategie an: Unterschiede zwischen Endkunden- und B2B-Markt

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January 10, 2026

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    Das Wichtigste in Kürze

    • Dell hat seine Strategie bezüglich KI-Integration in PCs angepasst, da Konsumenten diese Features derzeit nicht als kaufentscheidend empfinden.
    • Statt KI-Funktionen sind lange Akkulaufzeiten und solide Leistung primäre Kaufargumente für Endverbraucher.
    • Trotz des verhaltenen Interesses im Endkundenbereich verzeichnet Dell ein starkes Wachstum im Geschäft mit KI-Servern und -Infrastruktur für Unternehmen.
    • Das Ende des Supports für Windows 10 im Oktober 2025 wird als potenzieller Katalysator für den PC-Markt angesehen.
    • Die PC-Verkäufe stagnieren insgesamt, wobei der asiatische Markt, insbesondere China, Rückgänge verzeichnet.
    • Dell hat seine Prognosen für das Geschäftsjahr 2025/2026 aufgrund des KI-Booms im Unternehmenssektor angehoben.

    Die Technologiewelt wird seit geraumer Zeit vom Thema Künstliche Intelligenz (KI) dominiert. Auf Fachmessen und in Produktankündigungen spielt KI eine zentrale Rolle. Doch eine aktuelle Entwicklung beim Computerhersteller Dell Technologies wirft ein differenziertes Licht auf die tatsächliche Marktwirkung von KI, insbesondere im Endkundenbereich. Während die Nachfrage nach KI-Servern und entsprechender Infrastruktur im B2B-Segment floriert, zeigt sich bei Konsumenten eine unerwartete Zurückhaltung.

    Verhaltene Nachfrage nach KI-PCs bei Konsumenten

    Auf der CES 2026, einer der wichtigsten Technologiemessen weltweit, positionierte sich Dell überraschend kritisch gegenüber dem Hype um KI-Features in PCs für Endverbraucher. Kevin Terwilliger, Produktleiter bei Dell, äußerte während einer Veranstaltung, dass Konsumenten ihre Kaufentscheidungen nicht primär auf Grundlage von KI-Fähigkeiten treffen würden. Dies stellt eine bemerkenswerte Abkehr von der Strategie des Vorjahres dar, in der Dell KI noch stark in den Vordergrund rückte. Interessenten am PC-Markt legen laut Dell weiterhin Wert auf grundlegende Merkmale wie lange Akkulaufzeiten und eine zuverlässige Gesamtleistung der Geräte.

    Diese Beobachtung wird auch von anderen Herstellern im Hintergrund geteilt. Leistungsstarke Neural Processing Units (NPUs), die für viele KI-Funktionen in modernen PCs unerlässlich sind, scheinen die Konsumentennachfrage nicht signifikant anzukurbeln. Ein Beispiel hierfür ist der Prozessorzulieferer Qualcomm, dessen Snapdragon-X-CPUs zwar Microsofts Copilot-Funktionen unterstützen, jedoch primär durch ihre langen Akkulaufzeiten überzeugen. Qualcomm betonte diesen Aspekt auch bei der Vorstellung der neuen Snapdragon X2 Generation.

    Microsofts KI-Initiativen und die Reaktion des Marktes

    Microsoft integriert den KI-Assistenten Copilot zunehmend in seine Dienste und Betriebssysteme. Funktionen wie Studio-Effekte in Videokonferenzen, automatische Untertitel oder bildgenerierende Fähigkeiten in Programmen wie Paint demonstrieren das Potenzial von KI. Trotz dieser Bemühungen und der Einführung von "Copilot+"-zertifizierten PCs mit leistungsstarken NPUs, sehen viele Kunden laut einer Analyse von IDC noch keine überzeugenden Vorteile, die einen sofortigen Kauf rechtfertigen würden. Es fehlen demnach noch die Killer-Anwendungen, die den Mehrwert von KI im Alltag greifbar machen.

    Der B2B-Sektor als Wachstumsmotor für Dell

    Im Gegensatz zum zögerlichen Endkundenmarkt profitiert Dell massiv vom Boom der Künstlichen Intelligenz im Unternehmensbereich. Der wachsende Bedarf an leistungsstarken KI-Servern und Infrastrukturlösungen hat Dell zu einem Rekordquartal verholfen. Im Geschäftsjahr 2025/2026 konnte das Unternehmen seine Umsatzprognosen zum zweiten Mal innerhalb weniger Monate anheben. Der Umsatz stieg im vergangenen Quartal um elf Prozent auf 27 Milliarden US-Dollar, und der Reingewinn legte um 17 Prozent zu.

    Jeff Clarke, stellvertretender Vorsitzender und COO von Dell, betonte, dass das Enterprise-KI-Geschäft des Unternehmens größer sei als je zuvor. Die Zahl der Proof-of-Concepts und der in den KI-Betrieb übergehenden Projekte sei gestiegen, was als positiver Indikator für das zukünftige Geschäft in den Bereichen Server, Speicher und Netzwerke gewertet wird. Dell verzeichnet eine wachsende Kundenbasis, die zu etwa 50 Prozent aus Neukunden und zu 50 Prozent aus Stammkunden besteht, die echten Nutzen aus KI-Investitionen ziehen.

    Herausforderungen im traditionellen PC- und Speichermarkt

    Während der KI-Umsatz Dells positive Gesamtentwicklung entscheidend prägt, sind die Verkäufe in den traditionellen Sparten wie Speicher und Consumer-PCs rückläufig. Im zweiten Quartal wuchs die Client Solutions Group, zu der das PC-Geschäft gehört, nur um ein Prozent. Der Umsatz im Privatkundenbereich sank sogar um sieben Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Laut IDC ist Dell der einzige der drei größten PC-Hersteller, der in diesem Jahr Marktanteile verloren hat, während Wettbewerber wie Lenovo und HP zulegen konnten.

    Ein potenzieller Wendepunkt für den PC-Markt könnte das Ende des Supports für Windows 10 am 14. Oktober 2025 sein. Viele Unternehmen sind gezwungen, ihre inkompatiblen Altgeräte zu ersetzen, was die Nachfrage nach neuen PCs mit Windows 11 voraussichtlich beleben wird. Dell sieht hier eine große Chance, um im PC-Markt wieder Marktanteile zu gewinnen und ein Wachstum im mittleren einstelligen Bereich zu erzielen.

    Auch im Speichermarkt sieht Dell enorme Erneuerungsmöglichkeiten, da ein Großteil der installierten Serverbasis noch auf älteren Generationen basiert. Die Nachfrage nach traditionellen Servern zieht global an, auch wenn Nordamerika, eine der profitabelsten Regionen, aufgrund eines Rückgangs bei Großkunden und staatlichen Ausgaben derzeit Herausforderungen erlebt.

    Fazit

    Die aktuelle Lage bei Dell Technologies verdeutlicht eine klare Zweiteilung im Markt für Künstliche Intelligenz. Während im B2B-Bereich die Investitionen in KI-Infrastruktur und -Lösungen florieren und zu signifikantem Wachstum führen, bleibt die KI-Integration in PCs für Endverbraucher noch ein Nischenphänomen ohne breite Akzeptanz als primäres Kaufargument. Die Industrie steht vor der Aufgabe, den praktischen Nutzen von KI-Features für Konsumenten deutlicher zu kommunizieren und relevante Anwendungen bereitzustellen. Das bevorstehende Support-Ende von Windows 10 könnte jedoch eine Dynamik in den PC-Markt bringen, die auch KI-fähigen Geräten zugutekommt, wenn die Vorteile für den Nutzer klar ersichtlich werden. Für Unternehmen wie Dell bedeutet dies, eine differenzierte Strategie zu verfolgen und die unterschiedlichen Bedürfnisse der B2B- und B2C-Märkte präzise zu adressieren.

    Bibliography

    - heise online: "Dell rudert zurück: Kunden ignorieren KI-Features bei PCs", Mark Mantel, 2026. - heise online: "PC-Verkäufe stagnieren trotz KI-Hype", Christian Hirsch, 2024. - CRN: "KI-Umsatz verhilft Dell zu Rekordquartal - Speicher- und PC-Verkäufe gehen zurück", Martin Fryba, 2025. - Frankfurter Allgemeine Zeitung: "Computerhersteller Dell profitiert vom Boom der Künstlichen Intelligenz", 2025. - finanznachrichten.de: "DELL TECHNOLOGIES AKTIEN News", 2026.

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